Spielzeug und Kult in Einem. Was im Kinderzimmer beginnt, findet bei Lego-Künstlern dann seine Vollendung. Zum dritten Mal stellen Mitglieder des Vereins Schwabenstein 2x4 ihre Kunstwerke im Auberlehaus aus. Außerdem darf gespielt und geknobelt werden. Foto: Ingrid Kohler

Zum dritten Mal seit 2015 stellen kreative Köpfe und Enthusiasten des Vereins Schwabenstein 2x4 ihre faszinierenden Lego-Kunstwerke im Auberlehaus aus.

„Ohne das Auberlehaus hätte es uns so wie wir heute sind nie gegeben“, betonte Daniel Schäfers, der Vorsitzende des Vereins „Schwabenstein 2x4“ aus Stuttgart mit Blick auf Museumsleiter Volker Neipp, den eigentlichen Geburtshelfers des Vereins, der aber aus gesundheitlichen Gründen an diesem Abend bei der Vernissage der „Lego-Fan-Ausstellung – die Kunst, mit Lego-Steinen zu bauen“, nicht mit dabei sein konnte und von Herbert Hoffmann vertreten wurde.

 

Volker Neipp hatte im Jahr 2015 erste Kontakte mit Leuten eines damaligen „Lego-Stammtisches“ aus dem Raum Stuttgart, die daraufhin einen Verein gründeten, um als Partner die erste Sonderausstellung „Lego: Spiel-Kunst und Kultur-Zeug“ im November 2015 zu stemmen. Diese Ausstellung sei der Startschuss gewesen „für alles, was in den letzten Jahren passiert ist“, so Daniel Schäfers. Im Jahr 2017 gab es die zweite Ausstellung in Trossingen gleich an zwei Orten, nämlich im Auberlehaus und im Kesselhaus. „Zehn Jahre, in denen wir gewachsen sind, sowohl menschlich als auch als Verein.“

Rund 150 Mitglieder

Immerhin rund 150 Mitglieder vorwiegend im Raum Stuttgart, aber auch in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt der Verein. „Lego war und ist schon immer ein Ort der Flucht. Ein Ort, an dem man als Kind, aber auch als Erwachsener, der Welt entkommen kann, wenn sie zu bunt, zu laut oder zu stressig wird“, weiß Daniel Schäfers nur zu gut. Denn mit Lego könne man sich eine eigene kleine Welt erschaffen.

So hat Eva Dittmann, die seit 2018 im Verein Mitglied ist, in einer Vitrine die Feuerwehrgeschichte mit Legofahrzeugen und weiteren Details seit dem Jahr 1964 bis heute, also über 50 Jahre hinweg aufgebaut. „Wir haben aber auch die Wissenschaft mit eingebaut, denn wenn wir eines wissen, dann dieses: Wir wissen noch zu wenig über unsere Umwelt, über uns selbst“, betonte Schäfers. „Jeden Tag gibt es neue Erkenntnisse, die uns immer wieder vor Augen führen, wie viel es noch zu entdecken gibt“. Als weiteres Highlight der Ausstellung stellte er die „Blumenwand“ vor. „Schauen Sie sich dabei einmal die Kofferraumdeckel aus den Lego City Sets an, in einer anderen Farbe verwandeln sie sich in wunderschöne Blumen“. Es gebe noch viele weitere Details zu entdecken. Sein Tipp: „Achten Sie mal auf die Piraten“.

Wo sind die Piraten?

Ein weiteres Thema dieser Sonderausstellung sei die Evolution des Legosteines hin zur Legofigur. „Es ist faszinierend zu sehen, wie sich Lego über die Jahre hinweg entwickelt hat, nicht nur im Design, sondern auch im Konzept.“ Beeindruckend für große und kleine Besucher ist ganz sicher das große Piratenschiff. In derselben Vitrine sind auch die „ältesten Trossinger“, nämlich zwei Saurier zu sehen. Porsche-Modelle in Regenbogenfarben sind ebenfalls dabei, nicht zu vergessen das Porsche-Museum. In der größten Vitrine ist die Arktis aufgebaut mit einer Forscherstation. Bei der Ausstellungseröffnung fehlte allerdings der eigentliche Hingucker, nämlich das Forscherschiff. Der Grund: Das Schiff war zu groß für die Vitrine, wird jetzt umgebaut und ist dann ab sofort an den Öffnungstagen zu sehen.

Lego weckt Erinnerungen

Dass die neue Sonderausstellung, so wie Herbert Hoffmann betonte nicht nur Kinder, sondern auch für Erwachsene begeistert, zeigte sich wenige Minuten später beim ersten Rundgang, denn Lego weckte bei den Besuchern viele Erinnerungen an ihre eigene Kinder-Lego-Tage und weckte die Lust auf Neuheiten, wie dem Bau von Lego-Blumen. Es wurde aber auch gespielt, denn Eva Dittmann hatte ihren Logik-Würfelkoffer dabei. Beim Zusammenbau der Würfel, rauchten die Köpfe, doch die Mithilfe der anwesenden Mitglieder von Schwabenstein 2x4 führte direkt zum Erfolg. Eva Dittmann hat noch viele weitere Denk-und Kreativspiele ausgetüftelt. So gibt es beispielsweise ein Memory aus Lego oder abgewandelt vom bekannten „Mensch-ärgere-dich-nicht“, ein „Küken-ärgere-dich nicht“.

Der Verein Schwabenstein 2x4“ bietet seinen Mitglieder jede dritten Samstag im Monat einen so genannten „Stammtisch“ zum Treffen, Fachsimpeln und zum Bauen. Der Jugendtreff ist inzwischen ebenfalls ein wichtiges Standbein des Vereins. Hier haben Mitglieder und Gäste die Möglichkeit, nach Herzenslust mit Lego zu bauen und zu spielen.

Mit Lego bauen

Organisiert werden die Treffs von Eva Dittman, der Jugendbeauftragten mit pädagogischem Hintergrund. Auch im Trossinger Auberlehaus dürfen die großen und kleinen Besucher an drei Sonntagen (23. März, 13. April und 25. Mai) ihrer Fantasie freien Lauf lassen und ihre Kreativität testen. An diesen Sonntagen kommen einige Mitglieder des Vereins „Schwabenstein 2x4“, bringen jede Menge Legosteine mit, so dass nach Herzenslust gebaut werden kann.

Das Team des Auberlehauses lädt an ausgesuchten Sonntagen zum gemeinsamen Bauen ein: Der Eiffelturm wird dabei gemeinsam entstehen und danach das römische Kolosseum.

Die Sonderausstellung „Lego-Fan-Ausstellung – die Kunst, mit Lego-Steinen zu bauen“ ist noch bis einschließlich 15. Juni jeden Sonntag von 13.30 bis 17 Uhr zu sehen. Sonderführungen im Museum Auberlehaus sind jederzeit nach Voranmeldung unter Telefon 07425/2 77 03 möglich.