„Nachts im Museum“ ist für das Museum Auberlehaus ein Erfolgsformat. Insbesondere Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit, die Räume mit der Taschenlampe zu erkunden.
Gleich zum Start am Spätnachmittag standen die Besucher auf der Matte. Bis um 22 Uhr bestand Gelegenheit, das Museum Auberlehaus auf diese Weise zu entdecken. „Wir bieten diese Veranstaltung zum dritten Mal an“, sagte Museumsleiter Volker Neipp. Zusammen mit den Ehrenamtlichen sorgte er dafür, dass Kinder und Erwachsene auf ihre Kosten kamen. Bald waren die Räume bevölkert von vielen Familien. Egal, ob kleine und größere Kinder. Mit Taschen- oder Stirnlampe auf Entdeckungstour zu gehen, ist hier etwas Besonderes.
Gleich zu Beginn des Rundganges gelangte man in die abgedunkelte Dinosaurierabteilung. Mit der Taschenlampe angeleuchtet, sieht so manche dieser Riesenfiguren aus der Urzeit schon recht gruselig aus. Und schließlich ist Trossingen die größte Fundstelle für Dinosaurier aus der Trias-Zeit – hier bekommt man die Infos dazu. Gleich im Eingangsbereich des Museums standen Ehrenamtliche bereit, um die Besucher am historischen Tresen des Gasthaus Ochsen mit Getränken zu versorgen.
Das Alemannenbier
Hier stand außerdem das Alemannbier zu Verkauf. „Trossingen hat das älteste gehopfte Bier der Welt. Es enthält Honig, und das haben wir nachgebraut“, erzählte Volker Neipp. Das ist in der Hirsch-Erlebnisbrauerei möglich. Die insgesamt 220 Flaschen von der letzten Produktion sind weitgehend vergriffen. Ein paar gibt es noch – in diesen Tagen vielleicht auch eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk. Da der Betrieb des Museums auf ehrenamtlichen Schultern ruht, ist es nur sonntags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet.
Als Blickfang wandelte einer der Ehrenamtlicher in einem lustigen Saurierkostüm durch die Räume. Da hatten vor allem die ganz Kleinen gehörig Respekt. Für adventliche Stimmung sorgten die „Auberle-Singers“, die Weihnachtslieder vortrugen – und im übrigen auch zum Team der Museums-Ehrenamtlichen zählen.
Zum breiten Themenspektrum der Trossinger Stadtgeschichte gehört die Bauernstube und andere „Wohnwelten“, die zeigen, wie früheren Generationen ihr Zuhause gestalteten. „Die jeweilige Einrichtung stammt komplett aus jeweils einer Familie, das hat kaum ein anderes Museum“, sagte Neipp.
Keine Geschenke
In der Bauernstube zeigten lebende Personen, wie Mann und Frau sich damals kleideten und wie eine Hippe angezogen wird. Der Weihnachtsbaum hing von der Decke, die Bauernstube wurde damals von vielen Personen genutzt. So konnte man den Raum unterm Baum auch noch belegen. Geschenke gab es damals nicht. Kindern wie Erwachsene nahmen gerne Platz in der historischen Schulstube.
Ein besonderes akustisches Erlebnis bot die Jukebox „Rockola“ aus den 1950er-Jahren. Eine Nummer drücken, und dann wird eine Schallplatte mit dem gewünschten Lied automatisch aufgelegt. Vor allem für Kinder ein Blick auf die neuere Geschichte – bevor es das Smartphone gab. Naturräume geben Einblicke in die Artenvielfalt der Erde. Und wer sich für Mineralien interessiert, ist hier ebenfalls richtig. „Nachts im Museum“ macht auf jeden Fall Lust, wiederzukommen.
Am Sonntag, 22. Dezember, ist der nächste reguläre Öffnungstag. Über Weihnachten ist am 26. Dezember auf. Besucher können sich jeweils von 13.30 bis 17 Uhr im Museum umschauen.