Nicht nur Besucher, auch Museumsleiter haben Lieblingsobjekte. Welche das sind erzählen Salvatore Martinelli vom Harmonikamuseum und Volker Neipp vom Museum Auberlehaus.
„Zu den bei Besucherinnen und Besuchern beliebten Objekten zählen vor allem die klassischen Hohner-Instrumente aus dem 20. Jahrhundert“, erzählt Salvatore Martinelli, Leiter des Deutschen Harmonikamuseums in Trossingen. Sein persönliches Lieblingsstück ist die „Schwabentreue“-Mundharmonika – ein historisches Stück, das im Museum als symbolträchtiges Exponat zum Ersten Weltkrieg gezeigt wird.
Ein Soldat aus Göppingen trug sie auch an der Front stets bei sich. Das Besondere: In diesem Fall rettete dem Soldaten die Mundharmonika das Leben. „Er führte sie in der Brusttasche der Uniform mit, als ein Granatsplitter dort einschlug“, erzählt Martinelli. Uniformtuch und Etui zerfetzten, der Splitter blieb dann aber im Korpus des Instrumentes stecken – ein kleines Wunder. „Wenn ich das bei Führungen erzähle, ist das ein Gänsehautmoment.“
Pionier Christian Messner
Ein Objekt, das bislang eher ein Schattendasein führt und mehr Aufmerksamkeit verdient, ist laut Martinelli eine Mundharmonika von Christian Messner aus den 1840er-Jahren, sehr früh in der Harmonikaentwicklung – vermutlich eines der ältesten Trossinger Instrumente. Entstanden noch vor der Serienproduktion.
Es erinnert vom Format her an ein Handy und wirkt schmucklos. Das Instrument stammt aus der Werkstatt von Christian Messner in Trossingen. Er beschäftigte sich mit dem Bau dieser diatonischen Harmonika. Messner gilt als Pionier und fertigte so sein erstes Instrument. Bereits 1830 baute er die erste Fabrik und gilt daher als „Urvater der Mundharmonikaproduktion in Trossingen“. Messner sei in Vergessenheit geraten, auch wegen des überragenden Erfolges von Hohner.
Wer solche und andere Geschichten interessant findet, ist am besten bei einer Führung aufgehoben, die einmal im Monat stattfindet. Das Museum ist an den Weihnachtsfeiertagen am 26. Dezember geöffnet.
Dinos im Auberlehaus
Das beliebteste Ausstellungsstück im Museum Auberlehaus ist laut Leiter Volker Neipp ist „mit Sicherheit der Plateosaurus trossingensis, gefolgt vom Tyrannosaurus rex. Vielleicht sogar umgekehrt? Ich weiß es nicht - zusammenfassend kann man sagen - die Dinosaurier!“
Bei der Nennung eines persönlichen Favoriten tut er sich schwer. „Für mich sind es oftmals die kleinen Details, die ein Exponat für zu etwas ganz besonderem machen.“ Als Beispiele nennt er die Nabelschnur, in der bäuerlichen Wohnung und die Geschichte dahinter, das wundervolle Grällele-Goller, die Löwenfüße aus dem Burgstall, die Gedichte von Dr. Carl Koch gegen Hitler, die Fluchtpläne des französischen Zwangsarbeiters, die Proganochely, und und und.
Das Auberlehaus lebe in vielen Ausstellungsteilen vom Detail. Dabei werde oftmals Zeitgeschichte eingefangen und widergespiegelt. „Dies ist einer der Gründe, warum viele Gäste immer wieder kommen und jedes Mal etwas Neues entdecken.“ Beispiel ist für ihn die historische Küche aus dem 20. Jahrhundert – da steht sowohl der Stimmtisch für die Heimarbeit, als auch das Zahnglas für die dritten Zähne auf dem Schüttstein. Oder das Telefon mit Wählscheibe in der Wohnung von Paul Birk, die Toilette beim Schlafzimmer der Familie Messner mit Zeitungspapier als Toilettenpapier und einiges mehr.
Auch das Museum Auberlehaus ist über die Weihnachtstage am Freitag, 26. Dezember, geöffnet und sonst wie üblich an Sonntagen.
Öffnungstage an den Feiertagen
Das Deutsche Harmonikamuseum
bleibt an Heiligabend, am 25. und 31. Dezember geschlossen. Ansonsten gelten die üblichen Öffnungszeiten, nämlich dienstags bis freitags sowie sonn- und feiertags von 13.30 bis 17 Uhr (Hohnerstraße 4/1).
Das Museum Auberlehaus
ist in den Weihnachtsferien wie folgt geöffnet: am 26. Dezember von 13.30 bis 17 Uhr, und dann wieder an den Sonntagen 28. Dezember, 4. sowie am 11. Januar, ebenfalls von 13.30 bis 17 Uhr (Marktplatz 6).