„Klein trifft groß“: Das Eisenbahnmuseum Schwarzwald zeigt in einer Sonderschau zu seinen „großen“ Modellen eine Miniaturanlage im Maßstab 1:220 –­ darüber freuen sich Erfinderzeiten-Museumsleiterin Anneliese Müller und Michael Herberger vom angeschlossenen Eisenbahnmuseum. Foto: Wegner

In die Miniaturwelt in der H.A.U. begeben sich zwei Sonderausstellungen. So drehen Eisenbahnen im Maßstab 1:220 auf einer Alpenanlage ihre Runden, zudem bilden Fahrzeugmodelle in H0-Größe die Basis einer Schau über die Polizei im Wandel der Zeit.

Geht’s noch kleiner? Wenn es sich auf einer Schiene bewegen soll, dann ist die Spur Z mit einem Maßstab von 1:220 eigentlich schon das kleinste, was noch fährt – aber eben nur eigentlich. Dass es kleiner geht zeigt sich in einer Vitrine im Sonderausstellungsräumchen des Eisenbahnmuseums Schwarzwald: 1:900 ist der Maßstab eines kleinen Bähnchens, das in einem Brillenetui bewegt werden kann.

Waren es beim Museum Schramberger Erfinderzeiten bisher eher die großen oder echten Modelle und Spuren, die zu sehen waren, zeigen die derzeitigen und anstehenden Sonderausstellungen eher das Kleine, Feine.

Eine echte Rarität

„Klein trifft groß“ heißt die Sonderausstellung im Eisenbahnmuseum, die mit einer Anlage im Maßstab 1:220 aufwartet, wie es so in Deutschland nur wenige zu sehen geben dürfte: Vor einer Bergkulisse ziehen auf einer Doppelspur kleinste Bahnen ihre Runden – so filigran, dass der Radfahrer auf der Straße nebenan fast nur mit der Lupe richtig zu erkennen ist.

Seit gut 50 Jahren baut Märklin diese Spurgröße. Dieses Jubiläum hat Michael Herberger vom Eisenbahnmuseum zum Anlass genommen, neben seinen „großen“ Modellen der Spur 2 im Maßstab von 1:22,5 jetzt auch einmal die filigranen Bahnen zu zeigen. Dies auf einer Breite von 3,70 Metern – im Original würde ein solches Schienenoval also immerhin fast zwei Kilometer Strecke bedeuten.

Tag beginnt mit reinigen

Und wer ein echter „Zetti“ ist, der weiß auch: Bevor etwas fährt, ist erst einmal eine Reinigung der Gleise erforderlich. Und nicht nur das, bevor die Anlage jetzt der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war sie sechs Wochen lang aufgefrischt worden. Zehn Jahre hat übrigens Eckard Jehle, der Schöpfer dieser Anlage, daran gebaut, bis sie den heutigen Stand erreicht hat.

Großspende an die Stadt

Nicht ganz so klein und vielen nicht mehr ganz so jungen Menschen aus ihrer Jugend bekannt, sind die Stars der zweiten Sonderausstellung bei den „Erfinderzeiten“, Fahrzeuge im Eisenbahn-H0-Maßstab 1:87.

„Ta tü ta ta, Wiking und die Polizei sind da“, lautet der Titel dieser Schau, die am Sonntag, 2. April, um 11 Uhr eröffnet wird. Nach einer Großspende zahlreicher Fahrzeugmodelle des einstigen Berliner Herstellers, der heute zu Siku gehört, und die Verena-Ramona Volk vor einigen Jahren ihrer Heimatstadt Schramberg gespendet hatte, bot es sich an, einen Teil daraus jetzt zu präsentieren.

Einsatzfahrzeug von 1996

Dabei sind die kleinen Fahrzeuge eingebunden in das Thema „Die Polizei im Wandel der Zeit“, wie Museumsleiterin Anneliese Müller erzählt. So sind eben nicht nur die Modelle einstiger Polizeifahrzeuge en miniature zu sehen, sondern auch ein echtes Polizeiauto – ein Volkswagen Passat Turbodiesel aus dem Baujahr 1996, das der Polizeihistorische Verein Stuttgart zur Verfügung gestellt hat. Dieser „Letzte seiner Art“, der seine guten Jahre zuletzt im Freien gefristet hatte und beim Einsatztraining „hart rangenommen worden“ war, war einst von der Landespolizeidirektion Freiburg zugelassen worden und hatte seinen Dienst in Villingen-Schwenningen verrichtet. „Er kennt sich also aus im Schwarzwald und darf bei diesem Heimspiel in Schramberg nicht fehlen“, heißt es dazu vom Polizeimuseum Stuttgart.

Uniformen der Polizei

Daneben wird auch der Wechsel der Polizeiuniformen der vergangenen Jahre gezeigt – in den 75 Jahren seit der Gründung der Bundesrepublik hat es vier grundlegende Uniformwechsel gegeben – und damit mehr Veränderung als in den 138 Jahren seit der Aufstellung der Landjäger im Königreich Württemberg.

Termine

Eröffnung
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Die Erfinderzeiten
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Eröffnung
der Sonderausstellung ist am Sonntag, 2. April, 11 Uhr, im Museum Erfinderzeiten in der H.A.U.

Das Museum Erfinderzeiten
ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist um 17 Uhr