Für einen Radfahrstreifen sind die Straßen in Baiersbronn zu schmal (Symbolbild). Foto: Ditfurth

Aus Sicherheitsgründen will die Gemeinde Baiersbronn den Verlauf des Radwegs "Tour de Murg" ändern. Doch die Pläne stoßen auf Kritik: Die neue Route könnte gefährlicher sein als die bestehende Strecke.

Baiersbronn - Es ist

Bisher führt der Radweg am Forbach entlang bis am Baiersbronner Bahnhof die Bundesstraße gekreuzt werden muss. Von dort geht es dann wieder direkt ins Grüne auf die Schelkenwiesen.

Radfahrer sollen durchs Wohngebiet fahren

Doch damit könnte es bald vorbei sein. Denn auf Anregung der Gemeinde Baiersbronn soll der Radweg verlegt werden. Dadurch soll künftig die gefährliche Überquerung der Bundesstraße vermieden werden.

Künftig sollen die Radfahrer noch vor dem Bahnhof in den Stöckerweg abbiegen und anschließend durchs Wohngebiet und den Ortskern geführt werden. Wie es dann von dort aus weitergeht, ist noch offen.

Mehrere Kreisräte äußern Bedenken

Da über den Forbach sowieso eine Brücke gebaut werden soll, könnte diese verbreitert werden, so dass dann auch die Radfahrer sie nutzen können. Alternativ würden die Radler über den Neumühleweg zurück auf den bisherigen Streckenverlauf geleitet.

Doch es gibt Kritik an den Plänen. In der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses des Kreistags brachten gleich mehrere Kreisräte Bedenken vor. "Jetzt wird eine Streckenführung vorgeschlagen durch Innerortsstraßen. Das halte ich auch für nicht so komplikationslos", meinte Ludwig Wäckers, Grüner Kreisrat aus Baiersbronn.

Ortsstraßen zu schmal für Radfahrstreifen

"Es ist ja auch Autoverkehr innerorts", argumentierte Wäckers weiter. "Und die Ortsstraßen sind sehr schmal. Da wird man keinen Radfahrstreifen machen können."

Unterstützung bekam Wäckers von Ernst Wolf (FDP). "In der Stadt sind in der Summe die Gefahrenmomente viel größer als einmal die Bundesstraße zu überqueren." Er sei selbst die Strecke schon mehrmals mit dem Rad gefahren, abgesehen von dem Übergang sei es der perfekte Radweg. "Ich sehe nicht ein, dass man kilometerweit auf der Straße fahren muss, um sich einen Übergang zu sparen."

Noch ist nichts endgültig beschlossen

Dem entgegnete Matthias Fritz, Leiter des Straßenbauamts, dass die Straßen innerorts sicherer wären, schließlich sei dort nur Tempo 30 erlaubt. Zustimmung kam auch von Erwin Zepf. Der CDU-Kreisrat, der auch im Baiersbronner Gemeinderat sitzt, verteidigte die Entscheidung der Gemeinde. "Wir haben uns lange Gedanken darüber gemacht." Die Verlegung des Radwegs sei dringend notwendig. "Am Bahnübergang herrscht das reinste Chaos. Wir haben Glück, dass noch nichts passiert ist."

Letztendlich stimmte der Ausschuss für die Pläne – als Teil des Radwegedringlichkeitsprogramms. Noch muss der Beschluss des Ausschusses aber vom Kreisrat abgesegnet werden. Daher ist es durchaus denkbar, dass es bei der Sitzung am 19. Dezember nochmal zu einer Diskussion um den Radweg kommt.

Alte Route bleibt offen

Doch egal, wie das Gremium letztendlich entscheidet: Verändert wird nur die Beschilderung. Wer mit dem Rad weiterhin die alte Route nehmen möchte, kann das ohne Probleme tun. Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Gemeindeverwaltung, dass der bestehende Weg nicht gesperrt werden soll.