Im Bereich der Bremsanlage kam es zu einem Defekt. (Symbolbild) Foto: nawakesa - stock.adobe.com

Die Feuerwehr musste am Donnerstag zur Murgtalbahn ausrücken. Grund war eine Rauchentwicklung an einer S-Bahn in Heselbach. Der Streckenabschnitt war vorübergehend gesperrt.

Ein Defekt an einer S-Bahn hatte am Donnerstag einen Feuerwehreinsatz an der Murgtalbahn zur Folge. Wie Feuerwehrkommandant Martin Frey auf Anfrage berichtet, traf die S-Bahn kurz vor 14 Uhr gerade an der Haltestelle Heselbach ein, als der Fahrer eine Rauchentwicklung bemerkte.

 

Der Fahrer der S-Bahn habe daraufhin sofort die Türen geöffnet, um den Zug zu evakuieren und direkt darauf den Notruf gewählt. „Mit zwei Feuerlöschern hat er dann versucht, das Fahrgestell unten abzulöschen“, berichtet Frey.

Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, kühlte ein Trupp mit Atemschutzgeräten das noch immer heiße Fahrwerk mit Wasser ab. Anschließend kontrollieren sie den S-Bahn-Waggon mit einer Wärmebildkamera auf eine weitere mögliche Hitzeentwicklung.

Strom abgeschaltet

Im Einsatz war dabei die Feuerwehrabteilung Klosterreichenbach. Die ebenfalls alarmierte Abteilung Baiersbronn konnte noch auf der Anfahrt wieder umkehren. Aus Sicherheitsgründen wurde vor den Löscharbeiten die Stromversorgung der S-Bahn ausgeschaltet, wie Frey berichtet.

Doch wie konnte es überhaupt zu dieser Rauchentwicklung kommen? Auf Anfrage unserer Redaktion betont ein Sprecher der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), die auf der Strecke die S-Bahnen betreibt, dass es keine offenen Flammen gegeben habe. „Es gab eine Rauchentwicklung, aber keine Brandentwicklung“, so der Sprecher.

Grund dafür sei die Bremse an einem der Räder der S-Bahn gewesen. Diese habe plötzlich während der Fahrt gegriffen. Durch die Reibung habe sich die Bremse dann immer weiter aufgeheizt, bis es zu der Rauchentwicklung kam.

Wie es zu der Fehlfunktion an der Bremse kam, ist derzeit noch unklar. „Wir sind noch an der Diagnose“, erklärt der Sprecher. Das Fahrzeug befinde sich derzeit in Forbach und müsse während einer Zeit mit geringem Verkehrsaufkommen im Schienennetz mit geringer Geschwindigkeit nach Karlsruhe geschleppt werden. Dort könne es dann weiter untersucht werden.

Rettungswagen vor Ort

Eine gewisse Unklarheit herrscht derzeit noch hinsichtlich der Frage, wie viele Personen in der Folge des Vorfalls ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Wie Frey berichtet, war während des Feuerwehreinsatzes auch ein Rettungswagen vor Ort. Eine Passagierin sei wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden.

Die AVG hingegen schildert, dass später, als die S-Bahn abgeschleppt wurde, eine Mitarbeiterin in der defekten S-Bahn mitgefahren sei. Dabei sei es erneut zu einer Rauchentwicklung gekommen. Die Mitarbeiterin sei daraufhin mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Sie sei allerdings noch am selben Tag aus der Klinik entlassen worden.

Angesichts der sehr unterschiedlichen Schilderungen liegt der Schluss nahe, dass insgesamt also zwei Personen im Krankenhaus behandelt werden mussten. Diese Zahl bestätigen kann aber weder die AVG noch die Feuerwehr, da beide von nur jeweils einer Krankenhauseinlieferung Kenntnis haben.

Während des Feuerwehreinsatzes und danach kam es auf der Murgtalbahn zu Verspätungen. „Mehrere Züge mussten warten, bis die S-Bahn abgeschleppt war“, so der Sprecher. Für die S-Bahn, die nun vorerst nicht mehr eingesetzt werden kann, gibt es allerdings Ersatz. Der S-Bahn-Verkehr auf der Murgtalbahn kann daher wie gewohnt fortgesetzt werden.