Wegen eines verdächtigen Pakets ist am Mittwochvormittag der Münsterplatz in Villingen gesperrt worden. Auch Marktstände mussten weichen. Um 13 Uhr konnten die Entschärfer Entwarnung geben.
„Jetzt kann ich gar nicht zum Frühschoppen.“ Es waren durchaus gemischte Reaktionen, die Polizisten an der Absperrung im südlichen Bereich des Münsterplatzes zu hören bekommen hatten.
Dass hier kein Durchkommen war, sorgte teilweise für Diskussionen und nicht selten für Unverständnis. Doch Sicherheit ging vor.
Denn am Vormittag hatten Passanten bei einem kleinen Treppenaufgang zur Sakristei des Münsters ein zunächst unscheinbares Paket entdeckt, wie es vor Ort von der Polizei heißt.
Die Situation kam den Zeugen komisch vor, eine zufällig anwesende Polizeistreife nahm den verdächtigen Gegenstand ebenfalls unter die Lupe. Auffällig: Man will sogar ein Klingeln aus dem Paket gehört haben.
Nach Rücksprache mit dem Führungs- und Lagezentrum war der betroffene Bereich anschließend gesperrt worden. Denn ob von dem Gegenstand möglicherweise Gefahr aus ging, konnte nicht beurteilt werden. In der Folge waren zahlreiche Streifen an den Münsterplatz beordert worden. Marktstände mussten weichen, Flatterband war aufgezogen worden.
Spezialisten aus Stuttgart fahren an
Die Einsatzleitung alarmierte so genannte Delaborierer. Dabei handelt es sich um Spezialisten, die für Spreng- und Brandvorrichtungen zuständig sind – quasi Entschärfer. Diese eilten schließlich aus Stuttgart an die Einsatzstelle. Gleichzeitig war die Feuerwehr alarmiert worden, die im Gerätehaus für den Ernstfall bereitstand. Auch der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes war vor Ort.
Und dann hieß es schließlich warten – und für die Polizisten: diskutieren. Für viele Passanten war nicht nachvollziehbar, dass das Flatterband tatsächlich eine Absperrung war und man nicht „geschwind“ mal auf die andere Seite konnte.
Sicherheitsbereich wurde erweitert
Gegen 12 Uhr erreichten die Entschärfer schließlich den Einsatzort und verfügten, dass der Sicherheitsbereich deutlich erweitert wird. Heißt: Sämtliche Häuserfluchten im Bereich des verdächtigen Pakets mussten geräumt werden. Auch weitere Terrassen eines Restaurants und eines Cafés in der Oberen Straße waren von der Sperrung betroffen. Zudem mussten noch mehr Marktstände weichen.
In einem speziellen Schutzanzug und ausgestattet mit einem mobilen Röntgengerät machte sich schließlich einer jener Entschärfer auf dem Weg zum Gegenstand, um es zu inspizieren. Vor Ort wurde das Paket durchleuchtet, um zu erfahren, ob sich möglicherweise gefährliche Stoffe im Paket befinden. Doch dem war nicht so.
Im Paket war ein Wechselrichter
Nach rund einer halben Stunde konnte Entwarnung gegeben werden, nachdem das Paket auch geöffnet worden ist. „Es war ein Wechselrichter drin“, erklärt Kai Eggenweiler als stellvertretender Revierleiter. Die Absperrung wurde aufgehoben, das Flatterband verschwand – und auch einem verspäteten Frühschoppen stand nun nichts mehr im Weg.