Was ist Münchweier sein Aussichtspavillon am Hörd noch wert? Das beschädigte Blechdach herzurichten würde 15.000 Euro kosten. Doch will man diese angesichts des Vandalismus dort wirklich investieren?
Ortsvorsteherin Charlotte Götz hatte bei einem Kontrollgang festgestellt, dass der hölzerne, blechüberdachte große Pavillon am Hörd reparaturbedürftig ist. Dem Ortschaftsrat berichtete sie nun, dass nicht nur ein einziges Blechteil des Daches lose sei, sondern nach Meinung des städtischen Bauhofs das Loslösen weiterer Teile nicht mehr zu verhindern sei. Deshalb stehe eine komplette Dacherneuerung an. Die würde nach erster Kostenschätzung allerdings rund 15 000 Euro kosten.
Götz hatte daraufhin bei der Generalversammlung der Winzergenossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim angefragt, wie die Winzer zur neuen Sachlage samt Kosten stehen. Die Antwort war ernüchternd: Am Pavillon gebe es bei den Winzern kein Interesse mehr und dessen Abriss stünde aus ihrer Sicht nichts entgegen.
Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz wäre zwar bereit, Geld fürs Dach in die Hand zu nehmen. Jedoch nur, wenn sich künftig jemand dauerhaft für den sanierten Hörd-Pavillon aufsichtsmäßig verantwortlich zeigen würde. Denn in den vergangenen Jahren war des Öfteren Vandalismus am Pavillon zu beklagen gewesen. Deshalb wurde bereits eine Grillstelle neben dem Pavillon trotz ihrer Beliebtheit ersatzlos rückgebaut.
Vandalismus lässt Räte vor Investition zurückschrecken
Bis auf landwirtschaftliche Fahrzeuge gilt auf den Hörd-Rebwegen zwar ein absolutes Kraftfahrverbot. Doch das wird immer wieder von Fußfaulen übertreten – auch um Bierkisten und Essenskartons nicht einen Kilometer lang für ein „Feschtle“ nach ganz oben zu schleppen zu müssen.
Im Ortschaftsrat schieden sich zum Thema Pavillon die Geister. Es stand auch die Alternative zur Debatte, den bisherigen viereckigen Holzbau komplett abzureißen. Denn ohne das Blechdach würden die hölzernen Rundbank-Sitzplätze im Pavillon witterungsbedingt bald vermodern.
Markus Binz meinte, dass man für diesen vandalismusträchtigen Orte keine 15 000 Euro mehr ausgeben solle. Stephan Tränkle verwies hingegen darauf, dass dennoch abseits früherer Zerstörungswut den zahlreichen Hörd-Wanderern kein derart schöner Verweil-Ort genommen werden sollte. Barbara Burger sah einen Abriss dagegen positiv, um damit die „vielen Fremden“, die bislang den Aussichtspunkt verbotenerweise mit Autos anfahren, künftig fern zu halten. Thomas Steiner plädierte wiederum dafür, aus historischen Gründen den Pavillon unbedingt zu erhalten. Bernd Tränkle sprach sich ebenfalls vehement gegen einen kompletten Pavillon-Abriss aus. Er bat hilfsweise um einen Vor-Ort-Termin, um dort mit Fachleuten nach kostengünstigeren Möglichkeiten zum Pavillon-Erhalt zu suchen. Das fand auch Ortsvorsteherin Götz angebracht. Sie hatte schon zuvor angesichts der auch sie überraschenden Kostenaussicht angekündigt, noch mit einem ortsansässigen Zimmermann zu besprechen, ob etwa eine „Verkleinerung mit überdecktem Unterstand“ die vorhandenen hölzernen schönen 20 Sitzmöglichkeiten des Pavillons kostengünstiger retten könnte.
Privataufpasser dürfte schwer zu finden sein
Eines war den Ortschaftsräten am Ende klar: Einen künftigen Privataufpasser für den gefährdeten Hörd-Pavillon, wie von Bürgermeister Metz gewünscht, dürfte man weder unter örtlichen Vereinen noch Einzelbürgern einfach so finden. Das sei bei allem Optimismus eher unrealistisch, meinten dazu mehrere Ortschaftsräte übereinstimmend.