Bürgermeister Marco Gutmann (links) sagte dem Organisator der Initiative „Schwanau bleib(t)t sauber“, Hubert Wetterer, die weitere Unterstützung der Gemeinde zu. Foto: Goltz

Die Initiative „Schwanau bleib(t) sauber“ stand kurz vor dem Aus. Auch der Infoabend war für den Organisator zunächst eine Enttäuschung – und doch ging der Abend positiv zu Ende.

Die Freude von Initiator Hubert Wetterer, der kaum zu übersehen in Warnweste vor der Ortsverwaltung Nonnenweier gespannt auf interessierte Bürger wartete, hielt sich am Dienstagabend in Grenzen. „Nur wenige neue Gesichter sind gekommen“, erklärte er gegenüber unserer Redaktion. Der Großteil der Anwesenden sei hingegen schon lange Teil der Initiative „Schwanau bleib(t) sauber“. Ein Dämpfer, der Wetterer zunächst bestätigen ließ: Es wird nicht weitergehen.

 

Seit 2014 setzt sich die Initiative um Wetterer für ein sauberes Schwanau ein. Die aktuelle Altersstruktur ermögliche jedoch keinen dauerhaften Fortbestand, weshalb in den vergangenen Monaten Aufrufe zur aktiven Mithilfe gestartet wurden – ohne Erfolg. Dabei sei der Einsatz nicht mit verpflichtenden regelmäßigen Teilnahmen verbunden, sondern könne individuell erfolgen. Der Infoabend sollte ein weiterer Anlauf sein, in der Hoffnung, mehr Mitstreiter zu erhalten.

Bürgermeister Marco Gutmann übernahm die Begrüßung und machte in seiner Rede einmal mehr deutlich, wie wichtig „Schwanau bleib(t) sauber“ für die Gemeinde ist: „Die wertvolle Arbeit der Initiative verdient größten Respekt. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es uns in den kommenden Jahren gelingen wird, jüngere Mitstreiter zu akquirieren.“

Ortsteildenken bei Sammelaktionen muss aufgebrochen werden

Einen „Meister im weichklopfen von Meinungen“, nannte Wetterer den Rathauschef. Denn der Kopf der Initiative sei bis zum Infoabend – und mit der geringen Anzahl an weiteren Interessierten – der Annahme gewesen, den Arbeitskreis einzustellen. „Man kommt dann aber doch nochmals ins Überlegen“, so Wetterer.

Er galoppierte einmal mit den Anwesenden durch die elf Jahre, in denen die Mitglieder stets das Ziel verfolgten, Schwanau sauber zu halten. „Das gelang auch gut in den ersten Jahren. Und auch die großen Putzeten waren ein Erfolg.“ Nach und nach habe das Interesse an den Sammlungen aber abgenommen. „Es gab angesetzte Müllsammeltermine, da stand ich komplett alleine da“, so Wetterer enttäuscht. Mit dieser negativen Entwicklung könne die Initiative ihren ursprünglichen Auftrag nicht mehr erfüllen. „Und so will ich es auch nicht mehr machen“, sagte Wetterer.

Bei der Diskussionsrunde im Anschluss wurde deutlich, dass die kleine, aber sehr motivierte Gruppe, die hinter Wetterer steht, nicht im geringsten daran denkt, die gemeinsamen Müllsammelaktionen einzustellen. Denn während es an diesem Abend zwar im Kern um die Existenzfrage ging, wurden einige Wortbeiträge viel lieber dafür genutzt, Anekdoten zu erzählen oder sich über Vermüllungsbrennpunkte zu ärgern. Für alle Anwesenden stand fest: es müsse weitergehen – es müssten lediglich neue Strategien in der Umsetzung her.

Mehr Werbung über Soziale Medien

So kamen Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit: Mit Beiträgen auf den Sozialen Medien und der Pflege der Whatsapp-Gruppe beispielsweise könne man die jüngeren Bürger eher erreichen. Und das sei der Initiative auch ein großes Anliegen, den Nachwuchs für die Vermüllung zu sensibilisieren. Ganz nach dem Motto: Wer Müll sammelt, schmeißt keinen weg.

Auch die Termine sollten künftig in einem Jahreskalender festgehalten werden, sodass man einen besseren Überblick erhält. Und dabei sollte ab sofort nicht mehr in Ortsteilen, sondern in „Schwanau“ gedacht werden. „Denn mit dem Ortsteildenken wird die Initiative sterben“, betonte Wetterer. Und nur, wenn man davon loskomme, werde er die Arbeitsgruppe weiterführen. So ist eines der größten Veränderungen, dass sich die Mitstreiter an Aktionen in allen Ortsteilen beteiligen. Angedacht sind fünf Termine in Nonnenweier, vier in Ottenheim, drei in Allmannsweier und zwei in Wittenweier. Zuletzt wurde angeregt, ein jährlichen Bilanztreffen zu veranstalten.

Großes Lob für Wetterer

So ernüchternd der Beginn des Abends für Wetterer war, ist er mit neuer Motivation aus der Infoveranstaltung herausgegangen. Auch Gutmann freute es, dass „theoretisch Lösungen gefunden wurden“ und sagte die weitere Unterstützung der Gemeinde zu. Abschließend gab es für Wetterer aus der Runde lobende Worte für sein großes Engagement und einen dankenden Applaus.

Mitmachen

Wer Interesse hat, bei den Sammlungen mitzuhelfen oder Rückfragen hat, kann sich bei Hubert Wetterer von der Initiative „Schwanau bleib(t) sauber“ unter Telefon 07824/ 46 06 oder per E-Mail an hubert.wetterer@t-online.de wenden.