Kreis Rottweil. Laut Bundesumweltamt fallen pro Kopf rechnerisch 227,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Tag in Deutschland an – eine besorgniserregende Bilanz für die Umwelt und das Klima. Auch im Landkreis Rottweil gibt es allerdings immer mehr nachhaltige Möglichkeiten für den unverpackten Einkauf.

 

Um ein Zeichen gegen die Verpackungsflut zu setzen, hat die Umweltgruppe Tennenbronn, die Lokale Agenda 21 Rottweil und der Landkreis Rottweil ein Abfallvermeidungslabel entwickelt,das Läden sichtbar macht, in denen Waren unverpackt erworben werden können.

Ein Stoffbeutel oder ein Rucksack sind ein passender Ersatz für jede Plastik- oder Papiertüte. Doch wie sieht es mit Lebensmitteln aus, die an den Frischetheken der Lebensmittelgeschäfte verkauft und in Folie gewickelt werden? Zusammen gesehen mit Coffee-to-go-Bechern oder Take-away-Essensverpackungen entstehen hierbei riesige Abfallmengen.

Wer zu Hause zum Beispiel nicht nur an einen Rucksack, sondern auch an Frischhalteboxen und Leinentaschen denke, könne Wurst, Käse und Brot darin nach Hause transportieren.

Auch Einwegbecher für Kaffee ließen sich durch Tassen und Mehrwegbecher vermeiden. In vielen Geschäften sei bereits genau dieses Nutzen von Mehrwegverpackungen möglich.

Damit in Zukunft auf Anhieb ersichtlich ist, in welchen Geschäften verpackungsarmes Einkaufen möglich ist, haben Geschäfte im Landkreis Rottweil nun die Möglichkeit, ein Abfallvermeidungslabel zu erhalten: Auf diesem Aufkleber, der außen am Geschäft sichtbar angebracht ist, steht der Schriftzug "Hier kann ich verpackungsarm einkaufen". Dadurch werde fortan darauf hingewiesen, dass Mehrwegverpackungen akzeptiert werden.

Ein Unternehmen, das schon seit langem auf Nachhaltigkeit setzt, ist der Culinara Neukauf Maier aus Rottweil. Zum Beispiel wurde die Aktion Baumpflanzkarten eingeführt. Hierbei bekommt der Kunde für jeden Artikel aus der Obst- und Gemüseabteilung, der nicht in Plastiktüten, sondern in Einkaufsnetzen verpackt ist, ein gelbes Herz auf seine Sammelkarte geklebt. Wenn die Karte voll ist, wird ein Baum gepflanzt.

Ein sehr junges Unternehmen, das sich an der Kampagne beteiligt und von Anfang an voll auf Umweltschutz setzt, ist die Petite Confiserie Graf. Tina Graf, die junge Konditorin, hat erst Anfang 2020 ihre Confiserie in Rottweil eröffnet, wofür ihr Landrat Wolf-Rüdiger Michel seinen vollsten Respekt aussprach, denn mitten in der Corona-Krise ein Unternehmen zu eröffnen, sei sicherlich nicht einfach gewesen, meinte er.

Folgende weitere Läden und Höfe im Landkreis Rottweil beteiligen sich ebenfalls an der Kampagne: Bauernhof Weisser (Schramberg), Bäckerei Brantner (Schramberg), Bäckerei Eugen Mink (Rottweil), Bäckerei Felsenbeck (Spaichingen), Bäckerei Fleig (Villingen-Schwenningen), b2 bio Pur GmbH (Rottweil), Café zur Bienenkönigin (Zimmern), Café Herz (Rottweil), Fritze-Bäck (Schramberg), Landbäckerei Geiger (Villingendorf), Metzgerei Haas (Rottweil), Mooshof in Schwarzenbach (Tennenbronn), Naturladen Schramberg, Prima GbR (Zimmern), Schweizer Lädle (Rottweil), Unverpackt Zimmern.

Unternehmen, die bei der Abfallvermeidungskampagne mitmachen möchten, können sich bei Roland Stolarczyk unter E-Mail: Klimaschutzmanagement@landkreis-rottweil.de oder Telefon: 0741-244-8168 informieren.