Es war einmal: Die Entsorgungsanlage Bengelbruck ist künftig dienstags und mittwochs geschlossen. (Archivfoto) Foto: Haier

Personalmangel hat auf den beiden Entsorgungsanlagen im Kreis Freudenstadt immer wieder zu temporären Schließungen geführt. Jetzt werden die Öffnungszeiten angepasst.

Wer seinen Müll in den vergangenen Monaten auf einer der beiden Entsorgungsanlagen des Landkreises entsorgen wollte und sich nicht tagesaktuell über die Öffnungszeiten informierte – beispielsweise völlig unkompliziert über die Abfall-App des Landkreises, die über kurzfristige Schließtage automatisch informiert –, der stand mit seinem vollgepackten Auto oder Anhänger mitunter vor verschlossenen Türen. Der Ärger war entsprechend groß.

 

Das Thema wurde deshalb jetzt im Technischen Ausschuss des Kreistags behandelt. Landrat Andreas Junt nutzte die Gelegenheit, generell über die Herausforderungen bei der Abfallentsorgung zu informieren. Diese reichten von unkontrollierten Müllablagerungen, gerade auch an den Containern, bis zu den außerordentlichen Schließzeiten aufgrund des nach wie vor bestehenden Personalmangels.

Der Personalbedarf werde auch nicht kleiner und habe sich beispielsweise allein schon aufgrund der Novellierung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes seit Anfang 2026 erhöht, so Junt. Seither muss die Übergabe von alten Elektronikgeräten nämlich im sogenannten Thekenmodell erfolgen, bei dem die Mitarbeiter die Annahme, Sichtkontrolle und ordnungsgemäße Zuordnung zu den Sammelgruppen übernehmen. Bürger können diese Geräte nicht mehr einfach in Sammelcontainer einwerfen.

Landrat wirbt eindringlich für Nutzung der App

Wer sich nur über das Internet über die Öffnungszeiten der Entsorgungsanlagen und Recyclingcenter informiere, bekomme eben die Öffnungszeiten angezeigt, die Google ausweise. „Google weiß aber nicht, ob wir einen Krankheitsfall haben, und Google weiß auch nicht, ob wir einen technischen Defekt haben“, so Junt.

In Rexingen beispielsweise sei erst am Wochenende zuvor kurzfristig das Wiegesystem ausgefallen, ohne das eine Annahme des Mülls einfach nicht möglich gewesen sei. Aufgrund der Kurzfristigkeit sei es auch nicht möglich gewesen, dies noch in den Gemeindeblättern oder der Tagespresse zu veröffentlichen. Die Abfall-App informiere in solchen Fällen tagesaktuell. Zudem werde man über diese App auf sämtliche Abfuhrtermine automatisch hingewiesen. Unnötige Fahrten würden vermieden, warb Junt eindringlich für die Nutzung dieser App.

Das sagt die Statistik

Im Vorfeld der Sitzung hatte die Verwaltung eine Statistik zur Problematik aufgestellt. Beide Entsorgungsanlagen wären im Jahr 2025 regulär an 301 Tagen geöffnet gewesen. Tatsächlich war Bengelbruck aber nur an 289 Tagen in Betrieb (Öffnungsquote: 96 Prozent), die Anlage in Rexingen sogar nur an 191 Tagen (Öffnungsquote: 63 Prozent).

Bereits seit Anfang 2026 ist wegen des anhaltenden Personalproblems die Entsorgungsanlage Bengelbruck regelmäßig dienstags und die in Rexingen montags, mittwochs und donnerstags geschlossen. Geöffnet ist an den jeweiligen Tagen zwischen 8.30 und 12 Uhr sowie von 13 bis 17 Uhr, samstags nur am Vormittag.

Neue Öffnungszeiten gelten ab 18. Mai

Um die Verlässlichkeit der Öffnungszeiten trotz des weiterhin bestehenden Personalmangels zu gewährleisten, werden die Öffnungszeiten ab 18. Mai wie folgt angepasst: Die EA Bengelbruck bleibt künftig am Dienstag und Mittwoch geschlossen, Rexingen im Gegenzug am Montag, Mittwoch und Donnerstag. Lediglich am Mittwoch – dem Tag mit der aktuell bereits geringsten Frequenz – sind beide Anlagen zu. Geöffnet wird grundsätzlich erst um 9 Uhr, dann aber bis 12.30 Uhr und nachmittags von 14 bis 16 Uhr; am Samstag vormittags von 9 bis 14 Uhr.

Ziel der Anpassung ist es, die Verlässlichkeit und Planbarkeit für die Bürger sicherzustellen. Mittelfristig werden diese Öffnungszeiten erneut auf den Prüfstand gestellt. Der Beschluss über die geänderten Öffnungszeiten wurde einstimmig gefasst.