Die Entsorgung des Anhängers dürfte sich aufwändig gestalten. Foto: Schwind

Landschaftsvermüllung im großen Stil – Eigentümer in der "Oberen Mainau" ärgern sich schon seit Längerem über Unrat, der auf ihren Grundstücken entsorgt wird. Zumal bisher unklar war, wer sich um die Beseitigung des Mülls kümmern muss.

Sulz-Fischingen - Inzwischen hat sich in dem Gebiet etwas getan. Die ehemalige Bewohnerin und Lebensgefährtin des Verursachers im Bahnwärterhäuschen hat sich in die Pflicht genommen und im Bereich des Häuschens einen Teil des Mülls entsorgt.

Doch was passiert auf den angrenzenden Grundstücken? Droht sogar eine Anzeige des Umweltschutzamts? Fühlt sich die ehemalige Bewohnerin auch hierfür verantwortlich? Gibt es gar einen Schulterschluss zwischen ihr und den Eigentürmern der Grundstücke oder starten diese eine eigene Aufräumaktion? Es sind noch viele Fragen offen.

Ein wenig Licht ins dunkel bringt jetzt eine Pressemitteilung des Umweltschutzamts auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Darin heißt es zunächst, dass die Aufräumarbeiten auf dem Grundstück Obere Mainau 1, nicht auf spezielle Veranlassung des Umweltschutzamts erfolgten. Das Umweltschutzamt stehe jedoch mit der Ortschaftsverwaltung von Fischingen in Kontakt.

Unrat wurde Jahrzehnte lang illegal gelagert

Auch auf die Frage, wem der Müll denn nun gehört, gibt die Behörde eine Antwort. Auch wenn Abfälle illegal auf einem Grundstück entsorgt werden, so haben Eigentümer "ein Mindestmaß an tatsächlicher Sachherrschaft" über den Abfall, sofern die Grundstücke nicht der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurden. Letzteres ist beispielsweise bei Waldgrundstücken der Fall. Und grundsätzlich sei jede Person, die Sachherrschaft über die Abfälle hat, auch deren Besitzer. Insofern könnten die Grundstückseigentümer auch zur Verantwortung gezogen werden. Gegenwärtig sei es jedoch nicht beabsichtigt gegen diese vorzugehen, so das Umweltschutzamt weiter.

Der Müll wurde Jahrzehnte lang illegal gelagert. Allmählich gewinnt auch die Natur wieder Überhand. Üppiger Graswuchs und Gestrüpp überdecken einen Großteil des Abfalls. Der mit Unrat befüllte Bundeswehranhänger dürfte bei der Entsorgung wohl auch eine größere Herausforderung darstellen.

Die ehemalige Bewohnerin hat mittlerweile zwar die ersten Abfälle weggeräumt, dennoch dürfte die Aufgabe für sie alleine wohl kaum zu bewältigen sein. Noch ist nicht gesichert, ob das Landratsamt an einer Lösung zur Unterstützung der Frau bei der Müllentsorgung arbeitet.

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