Unser Leser Hannes Reis aus Stetten äußert sich zur Müllsammlerin aus Hechingen.
Aufmerksam und mit innerer Genugtuung habe ich den schönen Bericht über das freiwillige Müllsammeln von Ann-Kathrin Dieringer gelesen. Er spricht mir aus dem Herzen. Und ich bin mir sicher, dass es auch anderen so geht und ich bin zuversichtlich, dass der Bericht ermutigt und ansteckend wirkt. Nicht der erhobene Zeigefinger und Jammern stehen im Vordergrund, sondern konkretes, persönliches Handeln in verschiedenen Alltagssituationen wird sichtbar.
So sieht individuelle Verantwortung, der eigene Beitrag in unserem Gemeinwesen aus, und Selbstwirksamkeit wird direkt erlebbar. Das Ärgern über achtlos Weggeworfenes habe ich schon lange aufgegeben. Die Ärger-Energie fließt in das Einsammeln von Müll bei meinen Spaziergängen und kleinen Radtouren in der Umgebung. Eine Tüte ist stets dabei. Größere Müllablagerungen werden fotografiert für die Entsorgung durch den städtischen Betriebshof. Meine Enkel sammeln hin und wieder mit mir, bewaffnet mit Greifzangen, begeistert Müll auf dem Weg zum Uttenbachhof, Sport- oder Spielplatz. Ist der Eimer voll sind sie stolz und ein kleines Taschengeld ist erwartbar.
Mein Wunsch für das neue Jahr wäre, dass in jeder Siedlung, in jedem Dorf beim Spazierengehen das Bücken und Aufheben von Müll zu einer alltäglichen Übung wird. Das hält fit, säubert die Natur, stärkt die Selbstverantwortung, den Gemeinsinn, entlastet den städtischen Betriebshof und letztendlich unsere Stadtkasse. Mahatma Gandhi spricht die zu Grunde liegende Haltung treffend aus: „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“.
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