Volle Altkleidercontainer und sich türmende Kleiderberge waren vergangene Woche am Container-Standort Neckwarwiesen am unteren Wehr zu sehen. Foto: privat

Überfüllte Altkleidercontainer und Berge von Plastiksäcken mit Kleidung darin sind in Sulz und Umgebung häufiger zu sehen. Doch wie sieht es aktuell aus?

Ein Leser wendet sich am vergangenen Donnerstag entrüstet an unsere Redaktion. Sein Foto zeigt zwei überquellende Altkleidercontainer des DRK, aus deren Klappen noch Kleidersäcke und eine Decke heraushängen. Und davor wurden so viele in Plastiktüten verpackte Kleidungsstücke zu einem wahren Berg aufgetürmt, dass an ein Durchkommen gar nicht mehr zu denken ist.

 

Das Szenario erinnert den einen oder anderen an ähnliche Vorfälle in Vöhringen. Bei den zwei dortigen Containern am Bauhof und dem am Hirschberg türmen sich ebenfalls Kleidersäcke – teils aufgerissen, durchwühlt, Kleidungsstücke und Schlappen herausgerissen und dann einfach liegen gelassen.

Im Zuge dessen hatte Carsten Rinke, stellvertretender Bereitschaftsleiter des Kreisverbands Rottweil des DRK, von den Altkleidern als einem großen Problem für die Hilfsorganisation berichtet. Die Container würden regelmäßig alle 14 Tage geleert, jedoch seien sie auch gefüllt mit Essensresten. Eine Großpackung an Lebensmitteln wurde dort auch schon entsorgt.

Tisch, Lampe, Sessel

Und er appelliert an die Bürger: Sollte der Container, zu dem man die Altkleider bringen wolle, voll sein, sollte ein anderer angefahren werden. Eine zusätzliche Leerung könne darüber hinaus nur erfolgen, wenn die Bürger ihr Anliegen über die Telefonnummer 0741/47 90 bei der Zentrale des DRK Rottweil meldeten.

Auch in Oberndorf gab es ähnliche Szenen. Wegen der Insolvenz der zuständigen Firma „TEXAID Collection GmbH“ blieben 19 Container im Stadtgebiet ungeleert. Schließlich gab die Stadt eine Leerung in Auftrag, bei der 9,5 Tonnen an Altkleidern, aber auch Elektroschrott und Baustellenabfälle zusammenkam.

Und wie sieht es an den Container-Standorten in der Sulzer Innenstadt aus? Im Dezember hatten zwei Altkleidercontainer an der Ecke Mühlstraße/Am Mühlkanal für Unmut gesorgt. Vor ihnen türmten sich ein Tisch in Marmor-Imitat-Ausführung und eine Wohnzimmerlampe, daneben ein umgestürzter Sessel und zahlreiche Säcke – mit Blumenerde, einer Pfanne oder auch Kopfkissen und Teppiche.

Saubere „Canalwiesen“

„An Standorten von Altglas und Altkleidercontainern haben wir oftmals die Problematik von wilden Müllablagerungen“, bestätigt Sabrina Glöckler, Leiterin der Bürgerdienste in Sulz, die Situation. Jetzt sind die großen hellgrünen Behälter an der Straßenecke verschwunden – geblieben sind drei Plastiktüten voller Müll und eine leere Flasche Kräuterlikör.

Wir haben uns auf Spurensuche begeben und geschaut: In welchem Zustand befinden sich die Container-Plätze der Kernstadt? Beim Altkleidercontainer bei den Canalwiesen – Höhe Edeka – ist es am Montagmittag geradezu vorbildlich – weder volle Kleidersäcke noch Sperrmüll sind zu sehen, eben nur die zwei grünen Container, die auf Schuhe, Kleidung, Teppiche und Co. warten.

Nur eine Papiertüte

Top sieht es auch vor der DRK-Rettungswache aus – ein roter DRK-Altkleidercontainer, aber sonst nirgends Plastiktüten, Möbelstücke oder weiterer Unrat. Gegenüber dem Ristorante Burg ein Schild neben dem Altkleidercontainer, dass Altglas an anderer Stelle zu entsorgen ist.

„Die Altglascontainer befinden sich ab sofort bei den Parkplätzen Weilerstraße, hinter dem Freibad“, ist dort zu lesen. Und weder am Altkleidercontainer noch am 500 Meter entfernt liegenden Parkplatz mit den Glascontainern sind gravierende Verschmutzungen zu sehen – von einer Papiertüte abgesehen, die neben den Behältern steht.

Areal wurde geleert

Ein ähnliches Bild auch an der Ecke Jahnstraße/Albeckstraße: Bis auf ein unrechtmäßig abgestelltes Möbelstück ist bei den Altkleider- und Altglascontainern auch hier alles in Ordnung.

Einen gepflegten Eindruck macht auch der Behälter an der Ecke Jahnstraße/Breitestraße, der mit der Aufschrift „Textilrecyceling“ dafür wirbt, gefüllt zu werden. Und geht man zum „Ort des Geschehens“, den Containern an den Neckarwiesen neben dem unteren Wehr, scheint die 14-Tages-Frist gerade erfüllt worden zu sein.

Hoffentlich bleibt es so

Die beiden Altkleidercontainer des DRK stehen zwar immer noch an Ort und Stelle, aber von den sich davor stapelnden Säcken ist nichts mehr zu sehen. Sie scheinen also abgeholt und auf dem Weg zur weiteren Sortierung und Verwertung zu sein.

So bleibt zu hoffen, dass diese Bilder der Container-Standorte ohne Sperrmüll und Kleidungsberge auch dauerhaft bleiben. Die Zustände aus Vöhringen oder dem vergangenen Donnerstag zeigen, dass die Situation auch schnell wieder kippen kann.