Überreste von Feuerwerk wurden an mehreren Stellen zurückgelassen. (Symbolfoto) Foto: Florian Ganswind

Frust nach Silvester: Nachdem mehrere Felder in Dunningen mit Resten von Feuerwerk übersät blieben, macht Bürgermeister Peter Schumacher seinem Ärger Luft.

„Unfassbar! Für solch eine Sauerei fehlt mir jegliches Verständnis“: Bürgermeister Peter Schumacher startete mit deutlichen Worten ins neue Jahr. Der Auslöser sind Böllerreste auf Wiesen und Feldern in Dunningen.

 

„Die Verursacher werden sich schon gedacht haben: Was kümmert’s mich, der Bauhof räumt’s schon auf. Wenn ich so etwas sehe, kommen bei mir große Sympathien für ein generelles Böllerverbot an Silvester auf“, teilt Schumacher über Facebook mit. In den Kommentaren unter dem Post bekommt der Bürgermeister von vielen Bürgern viel Zustimmung.

Im Gespräch mit unserer Redaktion macht Schumacher deutlich, dass ihn nicht nur der Müll selbst stört, sondern vor allem die Rücksichtslosigkeit der Verursacher. Jeder könne böllern, so der Bürgermeister, doch der Anstand sollte es gebieten, abgebrannte Feuerwerkskörper wieder mitzunehmen und nicht auf fremdem Eigentum zurückzulassen.

Rückstände gelangen ins Tierfutter

Besonders problematisch sei die Kombination mit dem Schnee kurz nach Neujahr: „Der ganze Dreck liegt jetzt unter dem Schnee und verrottet vor sich hin. Im Frühjahr wächst dort wieder Gras fürs Vieh. Es ist absehbar, dass die Rückstände dann bei der Ernte ins Futter gelangen. Das muss doch wirklich jedem einleuchten.“

Auf die Frage, ob Müllablagerungen nach Silvester ein grundsätzliches Problem in Dunningen seien, betont Schumacher: „Das ist mangelndes Verantwortungsbewusstsein Einzelner. Der weitaus größere Teil der Bevölkerung verhält sich korrekt und nimmt die Hinterlassenschaften auch wieder mit.“

Immerhin: Der Bauhof sei von dem Silvestermüll innerorts nur geringfügig zusätzlich belastet worden. Dennoch denkt Schumacher darüber nach, wie das Verhalten der Bürger künftig positiv beeinflusst werden kann.

Vor dem nächsten Jahreswechsel will er im Amtsblatt an die Verantwortung der Bevölkerung appellieren und um rücksichtsvolles Verhalten gegenüber der Natur bitten. Ob diese Maßnahmen erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten.

Keine kommunale Entscheidung

Über die Möglichkeit eines generellen Böllerverbots sagte der Bürgermeister: „Wie ich schon in meinem Post geschrieben habe, kann ich ganz persönlich einem generellen Böllerverbot durchaus etwas abgewinnen. Das ist jedoch eine bundespolitische Entscheidung und keine kommunale.“

Dabei gehe es für ihn nicht nur um den Naturschutz, sondern auch um die Sicherheit, die Entlastung der Rettungskräfte und Kliniken, den Tierschutz und Kosteneinsparungen für die Allgemeinheit. Er plädiert zudem für klare bundesweite Regelungen anstelle schwer kontrollierbarer Teilverbote.