Nach Weihnachten haben sich beim bisherigen Abfuhrunternehmen erneut so viele Leute krankgemeldet, dass erhebliche Teile des Landkreises mit prall gefüllten Mülltonnen glänzen.
Schön, wenn der Müll von Fahrzeugen abgeholt wird, die in Grosselfingen stationiert sind. Da kommt der Lastwagen im neuen Jahr am richtigen Tag rückwärts in die entlegendste Junginger Sackgasse gefahren, und man ist seinen Silvestermüll pünktlich losgeworden. Das Schöne daran: So dürfte es auch in Zukunft funktionieren, weil jetzt die Firma Bogenschütz dran ist.
Weniger schön ist dagegen, dass geschätzt der halbe Landkreis noch immer auf seinem Rest- und Biomüll vom alten Jahr sitzt. Erst wähnte man, dass einzelne Gemeinden durch einen bösen Zufall vergessen worden sind.
Zum Beispiel Stetten bei Haigerloch. Oder auch Owingen. Dann auch noch der Hechinger Stadtteil Boll. Aber da ahnte man es bereits: Es könnten noch mehr sein! Tatsächlich steht inzwischen fest, dass es eine ellenlange Liste, und der Unmut bei den Betroffenen durchaus heftig ist.
Das vermeintliche Späßle, ob das bisherige Abfuhrunternehmen PreZero zum Abschied von der Zollernalb etwas schlank beziehungsweise gar nicht zum Leeren gekommen ist, hat sich also als bitterböse Wahrheit entpuppt. Wenn man 2026 schon nicht mehr dran ist, kann man am Ende schludern? Mag sein, kann aber niemals so bewiesen werden. Und würden wir auch nie behaupten.
Es kommt zu Verzögerungen
Die offizielle Version liefert das Landratsamt mit Brückentagsverspätung: Ja, in mehreren Abfuhrbezirken, in denen das Unternehmen PreZero noch im alten Jahr die Bio- und Restmülltonnen hätte abfahren sollen, kommt es krankheitsbedingt zu Verzögerungen. So hat es die Kreisbehörde am Montag auf die Anfrage vom Freitag wissen lassen. Zusatzinfo des Landratsamtes: „Sobald die Termine für die Nachfahrten feststehen, wird online sowie über die Abfall-App informiert.“
Wann wird nachgeleert?
Das hinterlässt alle die Kreisbewohner etwas ratlos, die noch immer ihren Weihnachtsmüll vom Hof haben wollen. Denn die ersten angekündigten Nacholtermine noch im alten Jahr sowie am Freitag, Samstag und Montag haben allem Anschein nach schon mal nicht funktioniert. Hoffnung, so lässt das Landratsamt wissen, habe man jetzt, dass es diesen Donnerstag und Freitag klappt.
Vielleicht erst beim nächsten Termin!
Allerdings scheint man bei der Kreisbehörde der Sache nicht recht zu trauen. Die sogenannten Nachfahrten könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantiert werden, heißt es. Man beginnt schon wieder zu ahnen. Und richtig: Möglicherweise erfolge die Leerung erst mit der nächsten regulären Abfuhr durch das Unternehmen Bogenschütz. Dann gilt der im Abfallkalender angegebene Termin.
Notfalls Säcke nehmen
Wenn wir richtig rechnen, bedeutet das, dass man im schlimmsten Fall vier Wochen den Müll vor der Haustür hat und entsprechend wenig Platz sein dürfte für den ganzen Abfall, den man im neuen Jahr produziert. Aber auch dafür hat der Landkreis einen Tipp: Betroffene Haushalte können „Säcke mit Bio- und Restmüll zur Mitnahme neben die Tonnen platzieren“. Darf man fragen: Was genau für Säcke? Muss man sich die extra holen? Müssen die eine DIN-Norm erfüllen?
Geduld! Verständnis!
Was für ein Abschied! Und man dachte, das Zollernalb-Müllchaos sei zu Ende gewesen. Wenn man bedenkt, dass im ganzen Jahr der meiste Müll an Weihnachten und Silvester zusammenkommt, ist das jetzt noch einmal extra ärgerlich. Gerade deshalb dankt man im Landratsamt auch einmal mehr für Geduld und Verständnis. Schaut man auf aktuelle Reaktionen in den sozialen Medien, haben die Zollernälbler davon aber kaum etwas übrig. Von Geduld und Verständnis.
Die auf ihrem Müll sitzen bleiben
Zugegeben. Das mit dem halben Landkreis könnte etwas übertrieben sein. Aber die Liste der von „Verzögerungen“ der Müllabfuhr betroffenen Bezirke ist schon sehr stattlich.
Haigerloch trifft es flächendeckend (die Kernstadt offenbar nicht), und auch Rosenfeld mit den Ortsteilen ist komplett betroffen. Winterlingen mit Ortsteilen genauso. Das Nachsehen hat man ebenfalls in Geislingen. Ungeleert sind außerdem: Straßberg mit Kaiseringen, Meßstetten-Hossingen und -Tieringen sowie der Albstädter Stadtteil Margrethausen. Und was war in Boll?!