Der Blick auf die Rechnung zeigt, wie die Freiburger Verpackungssteuer zu Buche schlägt. Foto: Beatrice Ehrlich

Eine Verpackungssteuer lenkt den Blick auf Wegwerf-Geschirr, das in Weil am Rhein oft auf Wiesen und in Hecken landet. Die Stadt Freiburg macht vor, wie es gehen kann.

Müllsünder auf frischer Tat zu erwischen ist schwer. Ein anderer Weg, die Müllschwemme einzudämmen, wäre, Verursacher in die Verantwortung zu nehmen.

 

Die Stadt Freiburg macht es seit Anfang dieses Jahres mit einer kommunalen Verpackungssteuer vor.

Denn die Verursacher der Müllberge im öffentlichen Raum sind nicht allein jene Menschen, die Tüten mit Hausmüll unerlaubterweise am Kleider- oder Glascontainer abstellen, in der sicheren Gewissheit: Irgendjemand wird das schon mitnehmen.

Schuld an dem, was für alle sichtbar auf den Wiesen und in den Hecken liegt, sind wir alle, wenn wir aus Bequemlichkeit oder Eile eine Pappschale aus dem Regal nehmen oder uns eine Box mit Nudeln, Reis oder Dönerfleisch füllen lassen.

Weil „To go“ gefragt ist, bieten es die Händler an – ein Teufelskreis.

„Wehrlose Gruppen“ räumen auf

„Wehrlose Gruppen“, wie Kinder werden dann bei Cleanups zum Aufräumen der Hinterlassenschaften der Erwachsenen eingesetzt, wie kürzlich ein Weiler Stadtrat treffend anmerkte.

Das muss sich ändern. Es geht darum, bei Verkäufern wie Käufern ein neues Bewusstsein zu schaffen.

Rechnung weißt happige Zusatzbeträge auf

Wie sich die Steuer auf das Müllaufkommen auswirkt und ob sie Geld in die Stadtkasse bringt, wird im Fall Freiburg noch zu sehen sein.

Eines ist aber klar: Jeder, der im Fast-Food-Restaurant, beim Kauf einer Salatschale oder im Döner-Imbiss eine solche Steuer zum ersten Mal entrichten muss, wird über den deutlich höheren Betrag auf der Rechnung staunen – und sich so vielleicht beim nächsten Mal für eine andere Option fürs Mittagessen entscheiden.