Die Abfall-App erinnert an Abholtermine und informiert über Verschiebungen. Foto: Ganter

Sie informiert über die Abfuhrtermine und gibt Aufschluss darüber, welcher Müll wohin gehört: die neue Abfall-App des Landkreises. Einen entscheidenden Mangel gibt es allerdings.

Beim Thema Abfall sind die Bürger im Kreis Rottweil gebrannte Kinder. Versäumte Leerungen haben schon viele Male für großen Ärger gesorgt. Für eine bessere Information und Kommunikation – etwa im Fall von Terminverschiebungen – hat der Landkreis seine Abfall-App aktualisiert und mit neuen Funktionen ausgestattet. Jetzt gibt es Kritik von Seiten der Nutzer.

 

Dass die App „Abfall LK RW“ angenommen wird, zeigen die Zahlen: Mehr als 33 000 Personen nutzen sie momentan, erfahren wir auf Nachfrage von Andrea Schmider, Pressesprecherin des Rottweiler Landratsamtes. Seit Beginn des Jahres sind rund 5000 Nutzer dazugekommen.

Verbesserung bei Sperrmüll-Anmeldung

Tatsächlich gebe es die App schon seit 2013, teilt Schmider mit. Anfang des Jahres wurde aber eine grundlegende Aktualisierung umgesetzt. Neben einer „aufgefrischten Optik“ seien auch die Funktionen erweitert worden. „Eine wesentliche Verbesserung ist die Anmeldung des Sperrmülls direkt in der App. Weitere Services werden folgen“, erklärt Schmider.

Für den Landkreis zeigten sich da schon erste Erfolge, sagt sie. „Der Trend zur Sperrmüllanmeldung über die App ist deutlich erkennbar.“ Für das Abfuhrunternehmen sei dies eine erhebliche Erleichterung, „da die Anmeldungen direkt in das Planungs-Tool einfließen und nicht manuell in das System eingepflegt werden müssen“.

Gleichzeitig erhielten die Bürger direkt nach Versand der Sperrmüllanmeldung eine Eingangsbestätigung zugesandt und wüssten, dass die Anmeldung tatsächlich angekommen sei.

Direktere Kommunikation

Eine zentrale Funktion der App ist die Erinnerung an die Abfuhrtermine. Rund 3400 Personen nutzen diese bereits, teilt uns Schmider mit. Außerdem werden die App-Nutzer – sie geben beim ersten Einrichten der App ihren Wohnort an – darüber informiert, wenn sich die Leerung in ihrer Straße verschiebt. Und: Sie können sich mit Reklamationen direkt an den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft wenden. Hat sich die Kommunikation zwischen Behörde und Bürger durch die App also verbessert?

„Bisher kommen lediglich vereinzelte Anfragen beziehungsweise Reklamationen über die App beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft an. Wir erhoffen uns allerdings eine steigende Tendenz und daher eine direktere Kommunikation direkt mit den Bürgern“, erklärt Andrea Schmider dazu.

Nur auf Deutsch

Weitere Funktionen der Abfall-App sind etwa die Standortsuche für Entsorgungsanlagen und das Abfall-ABC, das unter anderem über die korrekte Sortierung von Abfällen informiert.

Eine Leserin wendet sich indes mit Kritik an uns. „Ein Instrument ist nur dann nützlich, wenn es für einen großen Kreis derjenigen zur Verfügung steht, die es auch verstehen sollten“, sagt sie und möchte in diesem Zusammenhang wissen, in welchen Sprachen die App und auch Müllkalender und Müllfibel verfügbar sind.

Auf Nachfrage beim Landratsamt heißt es dazu: „Die App bietet bisher noch keine Fremdsprachen“. Und auch die Abfallfibel gebe es nur in deutscher Sprache – wobei diese ohnehin nicht mehr aktiv verteilt werde, weil sie inzwischen über zehn Jahre alt sei und deshalb an Aktualität zu wünschen übrig lasse, so Schmider.

Grafische statt sprachliche Erklärung

Gleichwohl scheint der Bedarf dafür da zu sein, wie wir erfahren. „Es werden immer wieder fremdsprachige Infomaterialien nachgefragt.“ Allerdings werde häufig eine Darstellung des Entsorgungssystems und der Sortiervorgaben in grafischer Form, also ganz ohne sprachliche Erklärungen, gewünscht, teilt Andrea Schmider mit.

Bei der App soll zum Thema Fremdsprachen Anfang 2026 nachgesteuert werden, wie wir erfahren. Der Softwareentwickler AbfallPlus habe dies angekündigt.