Aus Bio-Müll wird im Kreis Energie erzeugt. (Symbolbild) Foto: Peter Steffen/dpa

Im Landkreis Freudenstadt ist die Müllmenge im Landesvergleich deutlich unter dem Durchschnitt.

Die aktuelle Abfallbilanz des Umweltministeriums Baden-Württemberg zeigt es deutlich: Der Landkreis Freudenstadt gehört weiterhin zur Spitze im Land. Das schreibt die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung.

 

Mit nur 82 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Einwohner liegt der Kreis deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 138 Kilogramm und belegt Platz eins unter den ländlichen Kreisen sowie Platz zwei landesweit, wie es in der Mitteilung heißt.

Trotz der Top-Platzierung blieb 2024 auch der Landkreis Freudenstadt nicht vom landesweiten Trend eines leicht steigenden Müllaufkommens verschont: Im Vergleich zu 2023 nahm die Pro-Kopf-Menge um vier Kilogramm zu.Landesweit stieg der Wert von 134 auf 138 Kilogramm pro Einwohner. Diese Entwicklung unterstreicht, dass das Ziel der Abfallvermeidung weiter höchste Priorität haben muss.

4,9 Millionen Kilowatt Strom

Auch beim getrennt gesammelten Bioabfall bleibt der Landkreis laut der Mitteilung auf gutem Kurs. 2023 wurden 92 Kilogramm pro Einwohner, 2024 noch 89 Kilogramm erfasst. Das Material wird in der Vergärungsanlage der Bioenergie Freudenstadt in Biogas und Dünger umgewandelt. Die Stadtwerke Freudenstadt erzeugen damit bis zu 4,9 Millionen Kilowattstunden Strom und 6,5 Millionen Kilowattstunden Wärme jährlich – genug für etwa 1200 Vier-Personen-Haushalte.

Der daraus gewonnene Kompost erfüllt hohe Qualitätsanforderungen und verbessert die Bodenstruktur in der Landwirtschaft – sofern der Bioabfall sauber sortiert ist. Die Reduktion von Störstoffen bleibt deshalb auch weiterhin ein zentrales Ziel.

Nicht nur bei der Abfallmenge zeigt der Landkreis Freudenstadt laut eigenen Angaben Spitzenwerte, sondern auch bei den Müllgebühren: Während die durchschnittlichen Hausmüllgebühren für einen Vier-Personen-Haushalt im Land zwischen 2020 und 2025 um rund 19 Prozent gestiegen sind (allein von 2023 auf 2024 um 3,4 Prozent), beträgt der Anstieg im Landkreis Freudenstadt im selben Zeitraum nur knapp drei Prozent, wie es in der Mitteilung heißt.

„Ergebnis solider Arbeit“

Landrat Klaus Michael Rückert sagt dazu: „Unser Landkreis gehört bei der Abfallvermeidung seit Jahren zu den besten im Land, das ist eine starke Gemeinschaftsleistung. Gleichzeitig gelingt es uns, die Müllgebühren seit Jahren stabil zu halten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ist das Ergebnis solider Arbeit, der konsequenten Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft und starker Unterstützung aus der Bevölkerung.“

Auch Ulrich Hanfstein, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsbetriebs, sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Bevölkerung: „Die Menschen im Landkreis ziehen mit: Sie trennen ihren Müll zuverlässig, nutzen unsere Angebote – das zahlt sich für alle aus.“