Vom Spinnrad bis zum Schmiedefeuer: Das Herbstfest bot echtes Dorfleben zum Anfassen. Doch mit dem Abschied von Kopp steht der Freundeskreis vor Fragezeichen.
Zum Herbstbeginn lockt die Möglichkeit das traditionelle Handwerk zu erleben und im geselligen Beisammensein ein paar schöne Stunden zu genießen die Menschen zu hunderten in den Ortskern von Mühlhausen.
Auch während des Herbstfests in diesem Jahr bot der Freundeskreis rund um das historische Ensemble am Göpelhausplatz ein abwechslungsreiches Programm für die gesamte Familie.
Just zum Festbeginn drangen die Sonnenstrahlen durch den während einer Woche von Trübsal geprägten Himmel. Es machte den Eindruck, dass es die Menschen deshalb in noch größerer Anzahl ins Freie drängte. Doch unabhängig davon kam das Leben von einst in der historischen Dorfmitte in Fahrt.
Überall wuselt es
In der Moschte und Brennerei erlebten die Besucher live mit wie Hochprozentiges entsteht. Sachkundiges Personal gab wie bei allen weiteren Attraktionen ausführlich Auskunft zu den einzelnen Arbeitsschritten.
Der Brotbackofen im Backhaus glühte während des gesamten Fests, die frischen Brotlaibe gingen weg wie warme Semmeln. Und im Schopf nebenan an zauberten Frauen Schmalz- und andere belegte Brotkreationen auf den Tisch. Während in der Schmiede die Eisen glühten, bereitete eine weitere Gruppe mit Arbeitsschritten wie dem Hecheln und Brechen, den Flachs darauf vor mit dem Spinnrad weiterverarbeitet zu werden.
Die Mühlen liefen auf Hochtouren, das Wasserrad kam nicht zur Ruhe. Die Traktorfreunde aus Weigheim waren zu Gast und präsentierten wie mit einem Schwungradtraktor und sägten wie in früheren Zeiten das Brennholz für den Winter zurecht.
Kinder hatten am Hammellauf, an Freiluftspielen ohne Einsatz digitaler Geräte und auf dem angrenzenden Spielplatz viel Spaß.
Team um Kopp hat alles im Griff
Freundeskreis-Vorsitzender Sebastian Kopp war beim Blick auf das Festgelände am Göpelhausplatz und dem Besuch im Mühlencafe rundherum zufrieden mit der Resonanz. „Um solche Feste möglichst stressfrei zu stemmen, sind wir dazu übergegangen, Gruppen zu gründen, die ein bestimmtes Gebiet wie Vermietungen des Göpelhauses, Backhauses und so weiter oder Festgeschehen intensiver bearbeiten“, erläuterte Kopp.
„Im Freundeskreis läuft alles bestens. Die bevorstehenden großen Projekte wie die Eindeckung eines neuen Daches für die Nordseite des Brennerei- und Moschte-Gebäudes sind vorbereitet“, erinnerte Kopp daran, dass er während der Hauptversammlung im März des kommenden Jahres seinen Vorsitz weitergibt.
Doch ein Nachfolger fehlt noch
Noch hat sich kein Nachfolger gefunden, doch nach acht bis neun Jahren an der Spitze ist für Kopp definitiv Schluss. „Wer jetzt den Vorsitz des Freundeskreises übernimmt, findet einen Verein mit motivierten Mitgliedern vor. „Der Jahresablauf steht und bietet genug Möglichkeiten sich mit neuen Ideen einzubringen“, wirbt Kopp für den Vorsitz.
Selbstverständlich steht er auch dem neu gewählten Vorstand mit Rat und Tat zur Seite. Falls gewünscht auch in einem anderen Vorstandsamt wie dem eines Beisitzers. Vorerst gilt Kopps Konzentration den noch bevorstehenden Vereinsaktivitäten bis März. „Danach wird sich eine Nachfolge gefunden haben. Es wäre nach Wilfried Leibold und ihm erst die dritte seit der Vereinsgründung im Jahr 1982.