Alexander Misok vom Stadtbauamt sorgt mit seinem Bauhofteam dafür, dass das Mühlentor nicht rund um die Uhr gesperrt ist. Morgens und abends kommen Barken und Rollgerüst zur Seite, damit der Berufsverkehr durchfahren kann. Foto: Fotos: Jakober

Wahrzeichen: Nach Schäden durch Lastwagen läuft Reparatur / Tagsüber für den Verkehr dicht

Die Sanierung des Bräunlinger Mühlentors erhitzte die Gemüter: 2017 war das historische Wahrzeichen Dauerthema. Nicht etwa wegen der Kosten für die Sanierung, sondern wegen der Sperrung.

Bräunlingen (jak). Über Monate hinweg war die Durchfahrt nicht möglich, was auch im Wahlkampf eine Rolle spielte. Nun ist das Mühlentor wieder gesperrt – diesmal allerdings stets nur von 8.30 bis 16.30 Uhr.

Morgens und abends kann Berufsverkehr durch

Denn im Bauamt hat man sich Gedanken gemacht, wie man die Beeinträchtigung möglichst gering halten kann. "Der Berufsverkehr morgens und abends kann noch durch. Es ist schon schlimm genug, dass das Mühlentor während der Mittagspause gesperrt ist", erklärt Alexander Misok vom Bauamt. Jeden Morgen baut sein Team vom Bauhof die Absperrung auf und abends wieder ab. Die Handwerker arbeiten mit einem Rollgerüst, das einfach wieder aus dem Torbogen herausgeschoben werden kann. So übernachtet das Rollgerüst dann unter einer der angrenzenden Linden, während der Verkehr durchs Mühlentor fließen kann.

Versicherung übernimmt die Kosten

Wurde vielleicht bei der Sanierung 2017 nicht ordentlich gearbeitet, sodass das Mühlentor bereits vier Jahre später wieder zur Baustelle wird? "Auf keinen Fall", sagt Misok. Anlass für die Arbeiten sei ein Lastwagenfahrer, der im Januar dieses Jahres mit seinem Fahrzeug am Mühlentor hängen geblieben sei.

Durchaus keine Seltenheit, dass es zu Kollisionen zwischen dem deutlich sichtbaren Mühlentor und Fahrzeugen kommt. "Wir hatten schon alles", sagt Misok und erinnert sich an einen Vorfall, bei dem die Einfahrt des Mühlentors um 1,50 Meter verfehlt wurde. Ein anderes Mal drehte sich ein Auto so, dass es rückwärts im Mühlentor stehen blieb. "An mangelnden Hinweisschildern kann es auf keinen Fall liegen." In ­diesem Fall hat die Stadt Glück. Der Unfallverursacher ist bekannt, und seine Versicherung wird den Schaden übernehmen.

Da nun aber zur Behebung des Schadens das Mühlentor sowieso gesperrt werden musste, wurden gleich noch ein paar Maßnahmen hinzugenommen. "Insgesamt haben wir fünf Gewerke im Einsatz", erklärt der Rathausmitarbeiter. So sind neben dem Steinmetz, der sich um die schadhaften Buntsandsteine kümmert, auch Maler tätig. Denn nicht nur unvorsichtige Autofahrer setzen dem Tor zu, sondern auch der Winter. "Das Salz wird in das Tor getragen", erklärt Misok.

Austauch der Bodenstrahler

Und wenn man schon einmal dabei ist, wird auch gleich die Beleuchtung ausgetauscht. Bodenstrahler lassen nämlich nicht nur das Tor nachts hübsch aussehen, sondern bringen auch mehr Verkehrssicherheit. Das Problem: Die Lampen erhitzen sich und gehen von Erschütterungen durch den Verkehr kaputt. Künftig soll LED-Technik dies verhindern. Wer jedoch auf bunte Illuminationen des Tors hofft, wird enttäuscht. Es bleibt bei der traditionellen Beleuchtung. Zum Wochenende hin soll das Mühlentor dann auch wieder tagsüber durchfahrbar sein.

Wenn zwei Bürgermeister in aller Öffentlichkeit auf ­Bobby-Cars durchs Bräunlinger Mühlentor fahren, muss etwas Besonderes passiert sein. Und das war es auch. 305 Tage lang hatten Bürger und Händler im Jahr 2017 darunter gelitten, dass das Tor gesperrt war, weil es saniert wurde. Die Dauer war ein Politikum. Umso größer war die Freude, als es bei einem Festakt im Januar 2018 wieder freigegeben wurde – mitsamt erster offizieller Tordurchfahrt von Bürgermeister Micha Bächle und seinem Vorgänger Jürgen Guse auf Spielzeugautos.