Mehr als doppelt so viel wie ursprünglich geplant kostet die Sanierung des Mühlenkanals im Bad Herrenalber Klostergelände. Außerdem sind die Arbeiten derzeit unterbrochen. Warum?
„Die Sanierungsarbeiten am Mühlenkanal ‚Im Kloster‘ gestalten sich leider deutlich aufwendiger als ursprünglich angenommen.“ Das vermeldet die Bad Herrenalber Stadtverwaltung auf ihrer Webseite.
Als Folge werden sich die Kosten der Maßnahme voraussichtlich verdoppeln, heißt es weiter. Die vom Bauamt für die Sanierung im Haushalt beantragten Mittel beinhalteten jedoch einen Puffer, sodass durch die Kostensteigerung keine weiteren Gelder als Nachtrag im Haushalt bereitgestellt werden müssten. Konkrete Zahlen nennt das Bauamt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Geplant waren 19.000 Euro, die aktuelle Kostenschätzung des Bauamtes liegt bei 40.000 Euro.“
Kostensteigerung nicht absehbar
Die Kostensteigerung sei nicht absehbar gewesen, „denn die Planung musste ohne Kenntnisse der vorhandenen Bauweise erfolgen“, heißt es weiter. Erst nach der ersten Öffnung des Bauteils sei ersichtlich geworden, dass die vorgefundene Konstruktion erheblich von den anerkannten Regeln der Technik und einer fachgerechten Ausführung abweiche.
„Aufgrund dieser Erkenntnisse sind nun umfangreichere und tiefergehende Sanierungs- beziehungsweise Anpassungsarbeiten erforderlich als ursprünglich angenommen“, teilt das Bauamt weiter mit. Zudem sei im Vorfeld nicht absehbar gewesen, in welchem Umfang die vorhandenen Sandstein-Randsteine sowie die Sandsteinabdeckungen ausgebaut und wiederverwendet werden können. Der tatsächliche Zustand und die Wiederverwendbarkeit der Bauteile hätten erst nach dem Rückbau beurteilt werden können.
Arbeiten pausieren planmäßig
Aktuell pausieren die Sanierungsarbeiten am Mühlenkanal planmäßig auf Wunsch der Baufirma. Um die veranstaltungsfreien Zeiträume in Bad Herrenalb optimal zu nutzen und gleichzeitig eine bereits geplante Bauunterbrechung der ausführenden Firma für einen anderen Auftrag sinnvoll einzubinden, sei geplant worden, mit der Maßnahme so früh wie möglich zu beginnen.
„Der erste Bauabschnitt einschließlich der Brückenbauwerke konnte innerhalb von 14 Werktagen erfolgreich abgeschlossen werden“, heißt es vonseiten des Bauamtes weiter. Bis zur nächsten Veranstaltung im August 2026 stünden, unter Berücksichtigung der erforderlichen Aufbauzeiten, noch acht Wochen für die weiteren Arbeiten zur Verfügung. „Wir hoffen, dass keine weiteren unvorhergesehenen Umstände auftreten und die verbleibende Zeit für die Fertigstellung der Maßnahme ausreicht.“
Schäden am Straßeneinlauf
Die Pause sei genutzt worden, um weiteres Baumaterial nachzubestellen. Zudem sei die Baufirma derzeit dabei, akut aufgetretene Schäden am Straßeneinlauf im Bereich Schwarzwaldstraße/Mönchstraße zu beheben.
Der Schaden sei im Rahmen regelmäßiger Kontrollgänge festgestellt worden. „Aufgrund des Schadensbildes und der damit verbundenen Risiken konnte die erforderliche Sanierung nicht aufgeschoben werden.
Die ausführende Firma hat sich bereit erklärt, diese kurzfristig erforderliche Kleinmaßnahme im Zuge der laufenden Arbeiten mit auszuführen. Dadurch konnte eine zeitnahe und wirtschaftliche Schadensbeseitigung sichergestellt werden“, so das Bauamt weiter.
Nach Ende dieser dringend notwendigen Maßnahme sollen dann die Arbeiten am Mühlenkanal fortgesetzt werden.