Naturpark-Schwarzwald-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker (von links), Isabella Schmider vom Schwarzwald Tourismus Kinzigtal, Paul und Elke Buchholz, Mühlenbachs Bürgermeisterin Helga Wössner, Nikolas Stoermer (Erster Landesbeamter des Ortenaukreis) sowie Christina Cammerer vom Naturpark bei der Übergabe der Urkunden Foto: Naturpark

Familie Buchholz die Auszeichnung entgegen genommen, die ihr Engagement für den Erhalt der Schwarzwaldnatur und den Tourismus in der Region würdigt.

Im Mühlenbacher Büchern, zwischen Höfen und unter Windrädern, hat sich der 2019 in Betrieb genommene Bogenparcours zu einer echten Touristenattraktion gemausert. Menschen aus ganz Deutschland reisen an, um entweder das Bogenschießen auszuprobieren oder ihre Künste auf einer der bis zu 4,5 Kilometer langen Strecken zu testen. Zu Recht stolz berichteten Elke und Paul Buchholz beim Pressetermin am Freitag, bei dem sie die Urkunden erhielten, die sie Naturpark-Partner auszeichneten.

 

„Die Idee für den Bogenparcours war eigentlich immer da“, erklärte Elke Buchholz. Ihr Hof im hinteren Büchern bot allerdings nicht die nötige Infrastruktur. Nicht nur deswegen, sondern auch um ihrem Sohn Ludwig es zu ermöglichen, im Kinzigtal weiter Landwirtschaft zu betreiben, kaufte die Familie den ehemaligen Schwabenhof. Denn das geht nur auf ausreichend Fläche. Das vom Jungbauernhof knapp zwei Kilometer entfernte Gelände bot aber auch die nötige Infrastruktur für den Bogenparcours.

Eine Leader-Förderung habe schließlich enorm geholfen, das Projekt zu verwirklichen, zeigt sich Buchholz dankbar. „Uns ist klar, dass man Landwirtschaft und Tourismus verbinden muss“, meint sie. Mit dem in die Kulturlandschaft eingebetteten Bogenparcours gelinge das. Doch nicht nur so setzen sich die Buchholz für den Erhalt der Landschaft und für die Region ein. Seit 2012 ist ihr landwirtschaftlicher Betrieb Bioland-zertifziziert.

Sie halten Jungvieh, das heißt, sie ziehen auf ihrem Hof junge Rinder groß bis sie zweieinhalb Jahre alt sind. Dann kehren die Kühe zu ihren Heimathöfen zurück. Auf rund 30 Hektar Wiesen erzeugen die Buchholz das Futter für das Vieh selbst. Den Großteil des Jahres dürfen die Rinder aber auf den Weiden grasen. Außerdem besitzen sie 70 Hektar Waldfläche.

Der Jungbauernhof kooperiert außerdem mit lokalen Anbietern und agiert in Netzwerken, denn „man kann nicht alles alleine schaffen“, betont Paul Buchholz.

Er ist selbst begeisterter und leidenschaftlicher Bogenschütze, der hofft, dass „die Besucher bei sich einen Mehrwert sehen, wenn sie den Bogenparcours verlassen“, erklärt er. Der Umgang mit dieser Waffe bringe viele Menschen dazu, zu sich zu finden und sich mit sich zu beschäftigen.

Mühlenbachs Bürgermeisterin Helga Wössner konnte diese Erfahrung bestätigen, hat sie den Bogenparcours doch schon einmal selbst ausprobiert. „Man fühlt sich ein bisschen wie Robin Hood“, berichtete sie lachend. Wie viel Zeit man auf der Strecke verbringe, merke man gar nicht, was laut Buchholz an deren durchdachten Gestaltung liegt. Überall seien Rastplätze eingestreut, teilweise mit gekühlten Getränken. Bis zu sieben Stunden würden erfahrene Schützen auf dem Bogenparcours verbringen.

Er ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Nach der Anmeldung erhalten erstere eine genaue Einweisung und können sich Ausrüstung ausleihen. Erfahrene Bogenschützen können ihren eigenen Bogen und Pfeile mitbringen.

Das steckt dahinter

Das Naturpark-Partnerprogramm ist ein bundesweites Konzept des Verbands Deutscher Naturparke. Angesprochen werden Betriebe verschiedener Branchen, die mit ihrer täglichen Arbeit dazu beitragen, die Kulturlandschaft zu erhalten und die sich durch einen schonenden, nachhaltigen Umgang mit Ressourcen auszeichnen. Mit der Auszeichnung als Naturpark-Partner wird dieses Engagement gewürdigt. Insgesamt gehören 15 Betriebe und Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Regionalvermarktung und -verarbeitung sowie Tourismus dem Netzwerk der Naturpark-Partner an. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.naturparkschwarzwald.de.