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Mühlenbach Ein Mühlenbacher Bub, Bürger, Bürgermeister

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Mühlenbachs Bürgermeister Karl Burger feiert heute seinen 60. Geburtstag. Foto: Möller Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Arwen Möller Mühlenbach. Bürgermeister Karl Burger feiert am heutigen 31. Dezember 2012 seinen 60. Geburtstag mit Stehempfang in der Gemeindehalle. Porträt eines waschechten Mühlenbachers. Ordentlich gestapelt liegen Papiere und Ordner auf Karl Burgers Schreibtisch. Aquarelle, Kohlezeichnungen und Ölbilder mit Mühlenbacher Motiven schmücken die Wände im Bürgermeisterzimmer. Hinter Glas in einer Vitrine zeugen eine Trachtenhaube mit Schultertuch, Jubiläumsandenken der Narrenzunft und ein 50-Milliarden Mark-Notgeld-Schein von der Gemeindegeschichte. Darauf thront ein Pokal mit diversen Sieges-Plaketten von Feuerwehr und Vereinen.

Viel, fast alles verbindet Bürgermeister Karl Burger mit seiner Heimatgemeinde Mühlenbach. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag mit seinen Amtskollegen, Mitarbeitern, Vereinsvertretern plus Anhang in der Gemeindehalle. Und die Feier geht weiter, denn für den gebürtigen Mühlenbacher startet mit 2013 das Jahr, in dem sich sein 40. Dienstjubiläum am Arbeitsort Mühlenbach sowie sein 20. Dienstjubiläum als Bürgermeister seiner Heimatgemeinde jähren.

"Diese Kombination ist schon selten", schmunzelt Burger. Viele Gründe scheint es dafür zu geben, dass sich in seiner Person Heimatverbundenheit, Berufs- und Lebensweg so eng vereinen. Karl Burger wurde am 31. Dezember 1952 als "klassische Hausgeburt" und Sohn eines Steinbruchs- und Betonarbeiters und einer Hausfrau im Mühlenbacher Bücherntal geboren, wo er mit seinen beiden Schwestern aufwuchs. "Der Wald war unser Spielplatz", erinnert er sich an seine Kindheit mit den Nachbarsjungen von den umliegenden Höfen. Zur Erntezeit durfte auch Burger dort mit anpacken.

Als dann im Dorf der Kindergarten eröffnet wurde, zählte Burger bereits zum letzten Jahrgang, durfte mit seinen Altersgenossen noch ein Jahr mitmachen. Im Juli 1967 ging für ihn dann im alten Schulhaus das Pauken los.

Da die höheren Klassen damals noch im oberen Stockwerk des Rathauses – "dort, wo heute Trauungen und Sitzungen stattfinden" – die Schulbank drücken mussten, betrat Burger schon früh seinen späteren Arbeitsplatz. Unwissentlich, denn nach dem "gar nicht so schlechten" Abschluss der Grund- und Hauptschule Mühlenbach wollte Burger eigentlich "etwas Handwerkliches mit Maschinen" machen.

"Dann zeigte mir mein Vater eine Stellenanzeige in der Zeitung für eine klassische Verwaltungslehre bei der Stadt Haslach", erinnert er sich. Eine Bewerbung und ein Vorstellungespräch später hatte er den Ausbildungsplatz. Seine Berufswahl hat er seither nie bereut. "Spaß gemacht" habe ihm immer die abwechslungsreichen Tätigkeit in den verschiedenen Bereichen der öffentlichen Verwaltung. Nur die steigende Zahl der Bestimmungen im so viel beschworenen Bürokratieabbau, über die ärgert sich Burger manchmal.

Im Sommer 1970 legte er die Abschlussprüfungen seiner Lehre an der Verwaltungsschule in Karlsruhe ab. Sein Chef war mit dem Ergebnis zufrieden und übernahm ihn als Beaten der Stadt Haslach. Dann lernte Burger seine Frau Brigitte, selbst halb Mühlenbacherin halb Fischerbacherin, kennen. Später, 1978 heirateten die beiden im Mühlenbacher Rathaus.

Doch davor, kurz nach ihrem Kennenlernen, wurde Burger zur Bundeswehr eingezogen, musste 15 Monate in einer Pioniereinheit in Lahnstein bei Koblenz dienen. Doch diese Zeit sollte die einzige bleiben, in der er quasi gezwungenermaßen sein Elternhaus im Bücherntal und seinen Heimatort Mühlenbach verließ.

Wieder im Verwaltungsdienst in Haslach rief ihn eines Tages der damalige Mühlenbacher Bürgermeister August Becherer an: Ob Burger nicht Kassierer seiner Heimatgemeinde werden wolle, Lust hätte, nach Mühlenbach zu kommen. "Ja", lautete dessen Antwort. Am 1. September 1973 begann er als Gemeindekassierer von Mühlenbach. Nicht nur im Hinblick auf sein 2013 zu feierndes 40. Dienstjahr am Heimatort weiß er heute: "Dieses Angebot war mein Sprungbrett."

Fortan war er einer der drei Hauptamtlichen im Rathaus und gestaltete, nach einer Schulung zum Standesbeamten, bald seine erste Trauung. "Ich war aufgeregter, als das Brautpaar", erinnert er sich. Doch alles lief gut, Burger hatte sich vorbereitet, Musterreden studiert, um doch seine eigenen Worte zu finden.

Auch heute noch ist es ihm wichtig, dass seine Reden sowohl zum Anlass als auch zu ihm passen. Bei der jüngsten Sportlerehrung bewies er dies unterhaltsam und mit Ermunterungen wie "auf geht’s", "weiter so" und "immer schön kämpfen". Seine Grundmotivation bei der Arbeit ist für Burger, dass er seinen Mitbürgern weiterhelfen, Rat geben und für sie ein offenes Ohr haben will. "Geht dir der Rat aus, geh’ aufs Rathaus", das war von Lehrzeiten an eine seiner Maximen. Ein solcher Ansprechpartner für Alles wurde Burger mit der Übernahme des Postens des Ratsschreibers oder Hauptamtsleiters zum 1. Januar 1985.

Als Bürgermeister Becherer nach drei Legislaturperioden dann beschloss, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen, beriet Burger seine Bürgermeisterkandidatur zunächst mit seiner Frau. Mit dem Ergebnis: "Pack mer’s an." So bewarb er sich bereits am ersten Ausschreibungstag um das Bürgermeisteramt. Gegen die Konkurrenten, unter denen auch ein ehemaliger NPD-Landesvorsitzende war, setzte sich Karl Burger am 26. September 1993 mit 84 Prozent durch.

"Freibier für alle" war die Losung, die der vom klaren Ergebnis überwältigte Karl Burger in der Wahlnacht ausgab. Zum Gratulationscours prangte über dem Rathaus ein Transparent mit Glückwünschen für "unseren neuen Bürgermeister ›Charly‹". Burgers Freunde vom Skiclub Mühlenbach, in dessen Vorstand der frisch Gewählte seit der Vereinsgründung war, hatten es aufgehängt.

Am 8. Dezember 1993 legte Burgerdann im Mühlenbacher Rathaus feierlich seinen Bürgermeistereid ab. Die Bedenken mancher, die ihn von Kindheit an geduzt hatten und durch sein neues Amt verunsichert waren, beruhigte er: "Wir bleiben beim ›Du‹". Mit seinen Mitbürgern wie mit den zehn Mühlenbacher Gemeinderäten sucht Burger seither nach Verbesserungen für die Gemeinde, pflegt bei den Sitzungen eine "gute Streitkultur". Zahlreiche Maßnahmen wurden unter ihm realisiert.

Zwei Mal ist Burger seit seinem Amtsantritt mit über 90-prozentiger Mehrheit von den Mühlenbachern wiedergewählt worden. 2013 wird sich seine Vereidigung zum 20. Mal jähren. Seine Erfahrungen als Schultes bringt er auch im Kreistag ein, in dem er seit 1994 sitzt. Dabei sei er als Kommunalpolitiker nicht der politische Taktierer, sondern eher der Pragmatiker, der Arbeiter. In Einem ist sich Burger sicher: "Ich wollte nie um jeden Preis und egal wo Bürgermeister werden, sondern halt Mühlenbacher Hauptamtsleiter oder eben Bürgermeister." Heute wird er gefeiert und feiert, der Mühlenbacher Bub, Bürger, Bürgermeister.

 
 

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