Das Mühlenareal liegt derzeit noch brach. Foto: Krokauer

Während am Ochsenareal fleißig gebaut wird, liegt das Mühlenareal noch brach. Wann könnte es hier losgehen? Im Gemeinderat wurde der Sachstand des Projekts vorgestellt.

Bad Liebenzell - Was passiert mit dem Mühlenareal in Bad Liebenzell? Im September wurde der Entwurf von Daniel Schönle und Michael Hink für das Mühlenareal als Sieger des Architekturwettbewerbs gekürt. Fast ein Jahr später informierte Schönle nun den Gemeinderat über den Sachstand der Planungen. Deren Grundzüge ähneln natürlich immer noch dem im vergangenen Herbst vorgestellten Entwurf.

 

Vier Häuser sollen dort gebaut werden. Dadurch entstehen rund 2200 Quadratmeter Wohnfläche. Nach derzeitigem Stand ergäben sich daraus 25 Wohneinheiten, so Schönle. Allerdings könne in der Entwurfsplanung der Zuschnitt der Wohnflächen und damit die Zahl der Wohneinheiten noch angepasst werden. Je nachdem, ob man mehr kleinere oder mehr größere Wohnungen haben wolle. "Wohnungsmix" war hier das Stichwort.

59 Parkplätze geplant

Dazu würden Stellplätze geschaffen. 42 Parkplätze benötige man für die Wohnungen, so Schönle. Zusätzlich würden aber noch 17 Stellplätze gebaut, die dann als öffentlicher Parkraum zu Verfügung stehen. Unter dem größten Haus sollen sogar auf drei Stockwerken Parkplätze entstehen, allerdings mit zwei unterschiedlichen Zufahrten.

Das ganze Projekt passe sich an die vorhandene Topographie an, so Schönle. "Das heißt aber nicht, dass wir in der Bauphase nicht trotzdem viel graben müssen", erklärte er weiter. Allerdings entstehe durch das Mühlenareal auch wieder die verlorene Verbindung der oberen und unteren Stadt durch einen Weg. Stadtsee, Nagold und Lengenbach würden so wieder miteinander verbunden.

Nicht barrierefrei

Hier hakte Fritz Steininger (UL) ein. Er wollte wissen, ob dieser Weg denn barrierefrei sei. Nein, antwortete Schönle. Dafür sei das Gelände insgesamt zu steil. In den Gebäuden gebe es aber selbstverständlich Aufzüge.

Katrin Heeskens (UL) fragte, ob man sich nicht jetzt mit dem Bauträger zusammen setzten müsse und diesen in die Planung einbeziehen solle. Außerdem fand sie 25 Prozent geförderten Wohnraum wenig. Da seien eigentlich 30 Prozent mittlerweile der Standard. Zu ihrem ersten Punkt stimmte Schönle zu. Beim zweiten Punkt meinte er, dass der Wohnungsmix noch nicht endgültig sei. Wichtig sei aber, dass die geförderten Wohnungen – gemeint ist hier bezahlbarer Wohnraum – gleichmäßig über alle Gebäude verteilt seien.

Areal wichtig für die Stadt

Zu Heeskens erstem Punkt schaltete sich auch Hochbauamtsleiter Rainer Becht ein. Man sei hier mit Schönle über den richtigen Zeitpunkt im Gespräch. Es stehe ja aber immer noch die Gründung einer Wohnbaugesellschaft mit Althengstett zur Debatte. Das Areal sei wichtig für Bad Liebenzell. Spätestens bei den nächsten Haushaltsverhandlungen wolle man sich damit auseinandersetzten.

Dort selbst zu bauen sei ein Traum, befand Martin Hirschberger (CDU). Man müsse sich nach einem Investor umschauen. Allerdings seien die Baukosten mit zwölf Millionen Euro schon hoch. Und ein etwaiger Bauherr wolle ja auch Gewinn machen. Schönle warf ein, dass eine etwaige Tragwerksplanung die Kosten nochmals steigere. Diese Notwendigkeit hänge aber von der genauen Bodenbeschaffenheit ab, die noch untersucht werde. Trotzdem sei das alles wirtschaftlich umsetzbar. Sebastian Kopp (UL) plädierte dafür, sich jetzt in den Fraktionen zu beraten. Dann könne man nach dem Sommer schnell entscheiden.

Wann wirklich die Bagger rollen, war in der Sitzung kein Thema. Schönle meinte, dass man sich in der Vorentwurfsplanung auf der Zielgeraden befinde. Dann folge noch die Entwurfsplanung. Auch hier bedürfe es einer engen Abstimmung mit dem Gemeinderat.