Nach dem Schlusspfiff stürmten die Turniersieger das Feld. Foto: Andreas Wagner

Der diesjährige Mühlbachpokal nahm nach einem spannenden Finale ein unerwartetes Ende – selbst der Sieges-Trainer rechnete nicht mit dem Erfolg.

Der 49. Mühlbachpokal fand mit dem Finale zwischen der SG Vöhringen und der SpVgg Bochingen ein spannendes und unerwartetes Ende. Für die Titelverteidiger aus Vöhringen ging es um den zweiten Titel in Folge – doch Bochingen krönte sich mit einem 2:0-Finalsieg zum neuen Pokalsieger, was selbst auf eigener Seite für etwas überraschte Gesichter sorgte.

 

Gastgeber scheitern in der Gruppe

„Es ist ein bisschen überraschend für mich, dass wir das Ding gegen so einen starken Gegner geholt haben“, gab SpVgg-Coach Stefan Schatz kurz nach dem Abpfiff zu. Besonders lobte er die starke Defensive seines Teams, die in drei von fünf Spielen ohne Gegentor blieb: „Vor der Auslosung war klar, dass wir eine sehr schwere Gruppe erwischt haben. Wir wussten, dass wir viel leisten müssen, um weiterzukommen.“

Bochingen setzte sich als Sieger der Gruppe B vor dem zweitplatzierten VfR Sulz durch. Für den SV Bergfelden und die gastgebende TSG Wittershausen war hingegen bereits nach der Vorrunde Schluss.

Dasselbe Schicksal ereilte die SGM Sulz/Sigmarswangen/Holzhausen und den Vorjahresfinalisten SV Fischingen – beide schieden in Gruppe A hinter der SG Vöhringen und der SGM Rosenfeld/Isingen/Brittheim aus.

Heiko Kanz entscheidet das Endspiel

Die SG Vöhringen, trainiert von Denis Gonszcz, sicherte sich den Gruppensieg in Gruppe A und setzte sich anschließend im Halbfinale mit 2:1 gegen den Rivalen aus Sulz durch.

Noch spannender verlief das zweite Halbfinale: Der spätere Turniersieger aus Bochingen bezwang die SGM Rosenfeld/Isingen/Brittheim mit 6:4 im Elfmeterschießen.

Im Spiel um Platz drei hatte die SGM Rosenfeld/Isingen/Brittheim mehr Glück: Gegen den VfR Sulz gewann sie das Elfmeterschießen mit 4:2, ehe das Finale – mit kurzer Verzögerung – angepfiffen wurde.

Vor dem Endspiel galt Vöhringen als Favorit, doch Bochingen sicherte sich den Titel dank eines Doppelpacks von Heiko Kanz. Der Spieler mit der Nummer sechs traf kurz vor der Halbzeitpause, als er eine Freistoßflanke im Fünfmeterraum verwertete.

Unpräzise im Abschluss

Nach dem Seitenwechsel drängte die Gonszcz-Truppe zwar immer wieder nach vorne, doch das Zielwasser schien dem Titelverteidiger ausgegangen zu sein. Trotz deutlicher Spielanteile war Bochingens Torwart kaum gefordert – dafür durfte er in der Nachspielzeit erneut jubeln, als Kanz zum entscheidenden 2:0 einschob.

„Ich finde, es war ein recht ausgeglichenes Spiel, in dem wir mehr Spielanteile hatten. Bochingens Torchancen gingen aufs Tor, unsere nicht. Man hat aber auch gemerkt, dass wir nicht mehr ganz frisch waren, weil wir heute ein Spiel mehr als Bochingen absolvieren mussten“, analysierte Gonszcz nach dem verlorenen Finale.

Drei Spiele an einem Tag

Vöhringen hatte am Sonntag nicht nur das Halbfinale und Finale zu bestreiten, sondern auch das dritte Gruppenspiel, während Bochingen an diesem Tag nur zweimal ranmusste.

Die Freude auf Bochinger Seite dürfte das jedoch kaum trüben: Es ist der erste Titel im Mühlbachpokal seit genau zehn Jahren. Damals jubelte die SpVgg – ebenfalls auf dem Sportgelände der TSG Wittershausen.