In Frack und Zylinder kamen zahlreiche Narren zum „Muckefuck“ in Café Häring in Schwenningen. Foto: Erich Bieberstein

Geschniegelt und gestriegelt, gekleidet in edlem Frack und Zylinder und zwei eigengedichtete Narrenverse im Gepäck. So trafen sich zahlreiche Narren im Café Häring in Schwenningen.

Zum „Muckefuck“ 2026 hatten die Ehrenzunftmeister der Schwenninger Narrenzunft eingeladen. Und erstmals war auch der „Neue Zunfti“ Lutz Melzer mit in der Verantwortung.

 

Ausgestattet mit dem Schellenbaum wurden die geladenen Gäste begrüßt und füllten den Saal. Ganz im Stil des alten Muckefuck, der Kaffeeersatz aus gebranntem Korn, wurden alle Getränke ausschließlich im Kännle und in Kaffeetassen serviert.

Im Prolog von Jürgen Wangler ging es erstmals politisch zu. Der Ehrenzunftmeister startete humorvoll in den Sprücheabend.

Zuvor jedoch wurde der Wanderpokal in Form der silbernen Kaffeekanne zurückgegeben, welche nun ein Jahr lang im gut gesicherten Schrank des Hanselvatters Jörg Schlenker stand. Dieser konnte indes nicht teilnehmen. Sein Spruch wurde jedoch trotzdem stellvertretend von Peter Ceschan vorgetragen.

Auch etliche Gäste aus Villingen und Radolfzell waren eingeladen. Und so ergab sich ein Abend voller Abwechslung.

Justin Concialdi, Leiter des Schwenninger Fanfarenzuges, hat zwar viele Spenden für die neuen Uniformen erhalten, er sieht jedoch musikalisch Potenzial nach oben. „Die Spendflut Rekorde bricht, doch jetzt brauche mer Geld für’n Musikunterricht“, lautete das Fazit eines Spruchs.

Nadelstiche gegen Villingen

Insbesondere die Moosmulle bekamen wieder so manches ab. Und auch Nadelstiche gegen die Villinger durften nicht fehlen.

Den großen Fauxpas von Fernsehmoderatorin Sonja Faber-Schrecklein, welche die Schwenninger Schantle als Villinger Narros verunglimpfte, griff man gleich mehrfach auf.

Und das KI-Experiment über VS und die anstehende OB-Wahl wie auch der Blitzer auf dem Marktplatz unterm Weihnachtsbaum durften nicht fehlen.

Die Lösung, die vielen Brücken in VS zu sanieren, hatte man parat. „Die Brücke in Schwenningen zu saniere goht au billiger, wir verzichten halt auf d’Villinger“, lautete der Tenor.

Rezept gegen Narroflut

Zur Villinger Narroflut stellte ein Muckenfucker und offensichtlich auch ein Hansel klar: „Massenhaltung war noch nie mein Ding, als Schwenninger Hansel bist und bleibst de King“.

Medizinisch hat man in Schwenningen nun gegen Gelenkschmerzen eine Cannabiscreme, und das traditionelle Fastnachtsgetränk wurde ebenfalls festgehalten: „Des Schorle ist, ihr werdet sehn, das isch des Schwenningers Fasnet-Gen“.

Musikalische Auftritte der Schorlesänger, „Caruso“ Johannes Hellstern wie auch der Gästegruppe um Uwe Döring sorgten für weitere Stimmungshöhepunkte.

Das Siegerbild (von links): Lutz Melzer, Jürgen Wangler, Benni Tisler, Nils Mühlbacher, Bernd Maier und Ralf Prätzas. Foto: Erich Bieberstein

Dann wurde es spannend, die vermeintlich fünf besten Sprücheklopfer wurden genannt und deren Stimmzettel landeten im Lostopf. Einziger weiblicher Gast im Saal war die Bedienung „Erika“, welche dann auch die Glücksfee spielte.

Die Bestplatzierten

Drittplatzierter wurde Nils Mühlbacher, auf Rang zwei folgte Bernd Maier und als Sieger durfte Benny Tisler die silberne Kaffeekanne in Empfang nehmen.

Zum Abschluss gab es das im vergangenen Jahr erstmals aufgelegte Muckenfucklied. Und so freut sich heute schon jeder aufs nächste Jahr.

Jetzt allerdings kommt für alle zuerst mal der Höhepunkt des Jahres, wenn jeder in sein offizielles Narrenhäs steigen kann. Und die Hohen Tage der Fasnet beginnen.