Und durch ist das Band; zerschnitten haben es Tourismusamtsleiter Martin Roscher, Forstrevierleiter, Wolfgang Bitzer, MTB-Produktmanagerin Sarah Häfele, Manuel Taut vom Gasthof Linde (von links), OB Roland Tralmer sowie Bernhard Mast-Sindlinger und Frank Durst von der RSG Zollernalb. Gleich werden die RSG-Nachwuchsbiker zur Einweihungsfahrt starten. Foto: Kistner

Der Tailfinger Mountainbike-Kurs „Bullentäle“, der bisher ausschließlich als Rennstrecke diente, steht künftig auch Hobbyfahrern zur Verfügung. Am Montag wurde er eingeweiht.

Jahrelang war das Bullentäle Austragungsort von UCI Mountain Bike World Cups und Treffpunkt der Cross-Country-Elite; um ein Haar wäre er auch Schauplatz einer Weltmeisterschaft geworden – durch diese Rechnung machte allerdings Corona einen Strich. Der internationale Rennbetrieb kommt mittlerweile nicht mehr nach Albstadt, der nationale dagegen um so lieber – erst vor wenigen Wochen wurden im Bullentäle die deutschen Cross-Country-Jugendmeisterschaften der Altersklassen U17 und U15 ausgetragen.

 

Die Strecke schrieb und schreibt mithin MTB-Geschichte – und ist seit Montagnachmittag unter dem Namen „Bullentäle by Gasthof Linde“ auch für ambitionierte Hobby-Mountainbiker geöffnet. Die, wusste Albstadts Oberbürgermeister Roland Tralmer in seiner Festansprache zu berichten, seien schon jetzt voll der Vorfreude auf den mittlerweile fünften Mountainbike-Trail der Bike-Zone Albstadt und könnten es kaum erwarten, künftig auch auf einer Strecke ihre Runden zu drehen, die bisher den Profis vorbehalten war.

Nach dem OB sprach Martin Roscher. Der Leiter des städtischen Amtes für Kultur und Tourismus beschwor das Miteinander von allen, die der Natur über ihre jeweilige Spielart der Freizeitgestaltung verbunden seien, ob sie nun Wanderer, Mountainbiker oder auch Jäger hießen. In Albstadt kämen die verschiedenen Interessengruppen gut miteinander aus; begegne man sich, dann habe man im Idealfall ein fröhliches „Hallo“ füreinander übrig.

Die Anfeindungen sind mittlerweile Vergangenheit

In der Tag bestätigten die anwesenden Mountainbiker Frank Durst und Bernhard Mast-Sindlinger von RSG Zollernalb, dass die Stimmung sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert habe und die Anfeindungen von einst – in einem Fall spannte ein unbekannter Fallensteller sogar einen Draht über den Trail im Bullentäle – der Vergangenheit angehörten. Der Jagdrevierinhaber im Bullentäle war übrigens eingeladen, musste sich aber wegen eines häuslichen Unfalls entschuldigen lassen. Er war selbst bis vor zweieinhalb Jahren Oberbürgermeister.

Die Hüllen fallen; tätigen Anteil daran haben Frank Durst, Roland Tralmer, Manuel Taut und Martin Roscher. Foto: Kistner

Den Namen „Bullentäle by Gasthof Linde“ verdankt der fünfte Trail der Bike Zone dem Ebinger Gasthaus und Hotel gleichen Namens; Geschäftsführer Manuel Taut übermittelte die Grüße des Sponsors. Anschließend wurde die Tafel, die zum Trail gehört, enthüllt und im „Deep Hole“ das Band über dem Weg zerschnitten. Der Rundkurs ist 2,3 Kilometer lang, weist 80 Meter Höhendifferenz auf und besteht fast ausschließlich aus Singletrails – das heißt, er ist fast überall so schmal, dass keine zwei Biker nebeneinander fahren können.

Das sollen die Großen erst mal nachmachen

Auf den meisten Abschnitt bleibt es beim Schwierigkeitsgrad S1, den auch Anfänger einigermaßen bewältigen können. Anderswo erreicht die Strecke allerdings bereits den mittelschweren Schwierigkeitsgrad S2, und stellenweise wird es richtig knackig – etwa in den Spitzkehren, an den North-Shore-Elementen, im „Rock Garden“, beim „Deep Drop“, beim „Dual Climb“ und in den „Teufelswellen“, die ihren Namen nicht ohne Grund tragen. Immerhin, die vier Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer der RSG Zollernalb, die sich, sobald das Band in Fetzen lag, auf die Strecke begaben, bewältigten sie souverän und waren nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder zurück am Ausgangspunkt. Jetzt sollen die Großen mal versuchen, ihnen das nachzumachen.