Der Schwarzwaldverein Müllheim-Badenweiler plant einen Mountainbike-Trail am Hochblauen.
Die Pläne für den Blauentrail sind weit fortgeschritten, die Initiatoren rechnen mit einer baldigen Genehmigung durch das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald. Anschließend kann mit dem Anlegen des Trails begonnen werden, der im Herbst 2026 dann offiziell eingeweiht werden soll. Was es mit dem Trail auf sich hat, erklären der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Müllheim-Badenweiler, Jens Iburg, Mountainbike-Fachwart Andreas Fräulin und Max Elias vom Trail-Team.
Eine Chance für den Schwarzwaldverein
„Für uns als Schwarzwaldverein ist das eine Riesenchance“, sagt Jens Iburg. Als er im Jahr 2020 den Vorsitz der Ortsgruppe übernommen hat, sei für ihn klar gewesen, dass der Schwarzwaldverein kein Wanderverein ist, sondern sich um den Schwarzwald als Ganzes kümmert. „Wir gehen auch mehr in Richtung Natursport“, unterstreicht er und ergänzt, dass diese Sichtweise mittlerweile auch vom Stammverband geteilt werde. Als Beispiele nennt er die Sportarten Trailrunning und Mountainbiken. Er selbst fahre gerne mit dem Mountainbike, sei aber nicht so der wahnsinnige Sportler. Der Verein müsse einfach sein Angebot erweitern, ist er auch mit Blick auf die Altersstruktur überzeugt.
Es brauche die Möglichkeit, am Blauen legal fahren zu können, erklärt er mit Blick auf verschiedene illegale Trails. Er verweist dabei auf die so genannte Zwei-Meter-Regel im Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg. Dort, wo sich Wanderer und Mountainbiker begegnen, gelte eine Mindestwegbreite von zwei Metern.
Trail mit überregionaler Strahlkraft
Unabhängig vom Schwarzwaldverein hatten die Mountainbike-Enthusiasten Max Elias und Philipp Menny die Idee für den Blauentrail. Die Idee sei während der Corona-Zeit entstanden, als viele Menschen am Berg unterwegs waren, erklärt Elias. Der Blauen sei ein attraktiver Berg auch für Mountainbiker. „Wir wollten etwas mit überregionaler Strahlkraft anbieten“, erklärt er und verweist auf das Beispiel des Freiburger Mountainbike-Trails, der viele Sportler aus ganz Deutschland anzieht.
Auf dem einen oder anderen Weg gibt es Nutzungskonflikte zwischen Wanderern und Radfahrern. Daher sei von Anfang an das Ziel gewesen, ein legales Angebot zu schaffen und die Mountainbikes zu kanalisieren, berichtet Elias. Gut ein dreiviertel Jahr hätten er und Philipp Menny Termine gemacht und Gespräche geführt mit Forst und Jägern, den Bürgermeistern von Müllheim und Badenweiler, dem Naturpark Südschwarzwald, dem MTB-Verein in Freiburg sowie dem Schwarzwaldverein.
Die Community entscheidet mit
Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die Community der MTB-Fahrer am Blauen. Die habe man über das ehemalige Velocafé im Kurhaus in Badenweiler angesprochen. Mit der Community sei man sich einig gewesen, für den Trail keinen eigenen Verein zu gründen, sondern diesen unter dem Dach des Schwarzwaldvereins anzulegen, auch um Konflikte zwischen Wanderern und Radlern zu vermeiden. Mittlerweile hat sich die Community über eine Mailingliste organisiert.
Genehmigung steht kurz bevor
Der Schwarzwaldverein hat die Genehmigung des Trails beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald beantragt. Die rund vier Kilometer lange Strecke führt durch den Kommunalwald von Badenweiler und Müllheim, beide Gemeinden haben einen Gestattungsvertrag unterzeichnet.
Das Verfahren ist weit fortgeschritten und das Vorhaben steht kurz vor der Genehmigung, ergänzen Iburg und Fräulin. Auf offen Ohren sei das Vorhaben beim Forstamt gestoßen. Die größte Hürde sei jedoch der Naturschutz, erklärt Elias und verweist auf eine Vielzahl an Biotopen am Blauen. „Wir konnten die meisten Bedenken ausräumen und haben die Strecke angepasst“, erklärt er und zeigt sich zuversichtlich, dass die Genehmigung bald vorliegt.
Am Blauen stoßen unter anderem die Gemarkungen Badenweiler, Müllheim und Schliengen aufeinander und der Trail kommt der Gemarkung Schliengen immer wieder nahe.
Auf die Frage, warum der Trail nicht auch auf Schliengener Gemarkung verläuft, antworten Iburg und Elias, dass man das Genehmigungsverfahren dann ein zweites Mal auch Landkreis Lörrach durchlaufen müsse.
Wie sieht die Wegeführung aus?
Der Blauentrail wird am Hochblauen beim unteren Parkplatz beginnen und oberhalb der Sophienruhe bei Badenweiler enden. Er ist als Abfahrtsstrecke mit einem mittelschweren Niveau konzipiert und soll auch „spaßige Elemente“ aufweisen, erklärt Elias. Hinauf geht es entweder auf der Straße oder auf breiten Forstwegen.
Der Trail ist für Fußgänger und Wanderer gesperrt und wird entsprechend ausgeschildert. An einigen Stellen können sich auch Wanderer und Radfahrer begegnen, dort weisen die Wege eine entsprechende Breite auf. Trotzdem wird an diesen Stellen und dort, wo sich der Trail mit Wanderwegen und Straßen, kreuzt durch eine entsprechende Streckenführung das Tempo reduziert.
„Es wird kein Bagger und kein schweres Werkzeug benötigt“, antwortet Jens Iburg auf die Frage, wie der Weg angelegt werden soll. „Wir kratzen den Weg in den Berg“, erklärt er. So, wie es auch bei normalen Wanderwegen gemacht werde. Es werde ein naturnaher Trail, ergänzt der Schwarzwaldvereins-Vorsitzende. Nötige Barrieren werden aus naturnahem Materialien wie beispielsweise Holz gefertigt.
„Wir brauchen Werkzeuge und Mitglieder, die sich engagieren“, sagt Andreas Fräulin und berichtet, dass man über die Community schon einige Leute zusammengetrommelt habe. „Wir müssen aber auch auf das Thema aufmerksam machen“, ergänzt er.
Blauentrail
Mitmachen:
Alle Interessierten können sich online unter www.blauentrail.de über das Projekt informieren und sich per E-Mail an info@blauentrail.de in den Newsletter beziehungsweise die WhatsApp-Gruppe eintragen lassen.
Finanzierung:
Der Schwarzwaldverein hat mit Unterstützung der Sparkasse Markgräflerland eine Fundraising-Aktion gestartet. Gespendet werden kann online unter https://www.wirwunder.de/project/158828