Wenn drei Motorsportclubs runde Geburtstage feiern dürfen, warum dann nicht zusammen und an einem Tag?
So oder ähnlich dürften die Organisatoren des 100 Jahre alten MSC Rottenburg, des 75 Jahre alten MSC Herrenberg und des 60 Jahre alten ADAC-Ortsclubs Ergenzingen gedacht haben, als sie gemeinsam eine Jubiläums-Oldtimerrallye beschlossen.
Am Sonntag war es dann so weit. Pünktlich um 10 Uhr trafen sich über 50 Fahrer und Fahrerinnen mit ihren Oldtimern beim Start an der Gültsteiner Mühle. Dort wurden die Fahrzeuge auf ihre Verkehrs und Betriebssicherheit überprüft und die Fahrerinnen und Fahrer auf die strengen Regeln und auch Prüfungen aufmerksam gemacht, die es unterwegs zu beachten galt, bevor es auf die rund 112 Kilometer lange Strecke ging.
Zunächst einmal kurz durch den Landkreis Böblingen, dann in die Calwer Ecke, von dort über den Höhenrücken des Schwarzwaldes in Richtung Nagold und schließlich durch das Obere Gäu nach Ergenzingen, wo die die Blechkarawane - angeführt von einem Mercedes 170 aus den frühen fünfziger Jahren kurz nach 12 Uhr auf dem hinteren Bahnhofsgelände eintraf.
In Ergenzingen sind 60 Helfende am Start
Dort hatten die Ergenzinger den Platz bestens für das Abstellen der Oldtimer präpariert, Zelte aufgestellt und für das leiblich Wohl der Rallyeteilnehmer aber auch der Gäste gesorgt. Wir hatten in den Tagen zuvor rund 60 Helfer im Einsatz, sagte Christa Richter, die neue Vorsitzende des Ergenzinger ADAC-Ortsclubs und hoffen, dass wir den Ansprüchen, die diese Veranstaltung mit sich bringt, genügen. Dass dem so war, wurde durch vielseitiges Lob bestätigt, das die dienstbaren Geister des Clubs an diesem Tag einheimsen durften.
Die Begrüßung der Fahrerinnen und Fahrer, nebst Verlesen der technischen Daten der Fahrzeuge, oblag Ortsclub – Urgestein Rudi Riethmüller, unterstützt durch seinen Sohn Thomas. Riethmüller selbst einst Sportfahrer des Ergenzinger ADAC-Ortsclubs kannte fast alle Teilnehmer der Rallye persönlich und so wurde auch der fast 90-jährige Otto Walz, der als Ältester im Fahrerfeld mit einer „Moto Guzzi“ Baujahr 1929 überraschte, besonders herzlich begrüßt.
Langsam füllte sich dann das Bahnhofsareal überwiegend mit den Oldtimermarken und Modellen von Mercedes, BMW, VW, Porsche, Opel, Ford, Alfa Romeo und Fiat, die allesamt auf großes Interesse der zahlreichen Besucher stießen. Natürlich waren auch Exoten und besondere Marken wie ein amerikanischer Buik Century Baujahr 1956, oder aber ein englischer Morgan, Baujahr 1931 zu finden.
Bei den Motorrädern standen eine Honda SR 500 Baujahr 1983, eine BMW R 27 Baujahr 1966, eine Triumph 250 Baujahr 1952 und weitere Modelle von Yamaha, Dukati, Suzuki und Norton vordergründig.
Was an diesem Tag leider fehlte, aber nicht weiter ins Gewicht fiel, war die einst alte deutsche Motorrad-Erfolgsmarke NSU. In Ergenzingen mussten sich dann alle Fahrerinnen und Fahrer einer Geschicklichkeitsprüfung unterziehen. Egal ob das Fahrzeug nun zwei oder vier Räder hatte, es galt mit zweien davon, in Längsrichtung über ein Brett zufahren, was den meisten auch mühelos gelang.
Zwei Stunden Rast in der Gäumetropole
Nach gut zwei Stunden Rast in der Gäumetropole setzte sich der Tross wieder in Richtung Starzach und von dort nach Rottenburg in Bewegung. Dort wurde auf der Somfy-Wiese „Oldiday“ gefeiert und auch die Siegerehrung für die an der Oldtimer-Rallye beteiligten Fahrerinnen und Fahrer durchgeführt.