"Wie Sex – nur schmutziger!" lautete der Aufdruck auf einem Aufkleber zur geplanten UCI-Mountainbike-WM 2020 in Albstadt, die coronabedingt nicht stattfand. Auch von den Weltcups verabschiedet sich die Stadt nun – wohlendgültig. Foto: Küstenbrück

Neunmal hat Albstadt einen UCI Mountainbike Weltcup ausgerichtet. Ein zehntes Mal wird es mit 99-prozentiger Sicherheit nicht geben.

Albstadt - Wie Bürgermeister Steve Mall dem Gemeinderat in der Haushaltssitzung am Donnerstagabend mitteilen wird, hat die Stadt Albstadt ihre Bewerbung für den UCI Mountainbike Weltcup 2024 zurückgezogen. Sie hatte beim Weltverband eine Doppelbewerbung für die Jahre 2023 und 2024 eingereicht und im August erstmals nach neun erfolgreichen Bewerbungen einen Korb für 2023 bekommen – den Zuschlag erhielt Valkenburg in den Niederlanden, und zwar offensichtlich aufgrund der größeren finanziellen Potenz.

Künftig wird es für Ausrichter viel teurer

Nicht dass die Albstädter sich die Weltcups nichts hätten kosten lassen: Albstadt hatte in seinen neun Weltcup-Jahren jeweils sechsstellige Beträge in die prestigeträchtige Sportveranstaltung investiert und auch nicht eben wenig Geld in die Mountainbike-Rennstrecke im Tailfinger Bullentäle. Indes zeichnet sich ab, dass, wer künftig in der Liga der Weltcup-Ausrichter mitspielen möchte, sich auf Ausgaben in noch wesentlich höheren Dimensionen einrichten muss.

Die Neuverschuldung drückt ohnehin

Da, so Mall und Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, könne und wolle Albstadt nicht mehr mittun: Die Stadt wird sich, um auch nur ihre Pflichtaufgaben erfüllen und die bereits in Angriff genommenen Projekte stemmen zu können, wieder erheblich neuverschulden müssen; spätestens 2026 dürfte wieder die 60-Millionen-Marke in Sicht kommen. Die vom Gemeinderat verfügte Schuldengrenze liegt bei 1400 Euro pro Einwohner; das entspricht einem Schuldenstand von 63 Millionen Euro.

Nationale Wettkämpfe wird es weiter geben

Die Mountainbike-Rennstrecke im Bullentäle, die unter den Spitzenfahrerinnen und -fahrern durchaus beliebt ist, soll deshalb nicht brachliegen. Nationale Wettkämpfe, etwa Deutsche Meisterschaften, kämen für die Stadt Albstadt nach wie vor in Betracht, versichert Klaus Konzelmann. Doch von der internationalen Bühne dürfte sie sich mit ihrem Verzicht wohl endgültig verabschiedet haben.