Mathieu van der Poel mischte seit 2017 beim Weltcup in Albstadt immer vorne mit. Foto: Dobslaff

Zuschauer sin in diesem Jahr beim Mountainbike-Weltcup im Albstädter Bullentäle nicht zugelassen. zugelassen. Kein Grund zum Trübsalblasen: Die Rennen werden auf Red Bull TV zu sehen sein.

Seit letzter Woche ist es offiziell: In diesem Jahr sind beim Weltcup im Albstädter Bullentäle keine Zuschauer zugelassen. Aus Sicht der Organisatoren und natürlich auch der Fans ist das ein Jammer. Trübsal sollte jedoch nicht geblasen werden, denn die Rennen rund um die Zollern-Alb-Halle gleichen stets einem Spektakel, das MTB-Enthusiasten auch vor dem TV-Bildschirm keinesfalls verpassen sollten.

Albstadt und Spektakel das gehört zusammen. Natürlich lag dies auch an den Tausenden Fans, die das Bullentäle Jahr für Jahr in einen Hexenkessel verwandelten. Doch auch rein sportlich gab es in der Vergangenheit spannende Rennen, unerwartete Wendungen, Überraschungssieger und jede Menge Dramen zu bestaunen. Im Vergleich zu den Vorjahren soll 2021 zumindest in dieser Hinsicht nicht weniger Spannung und Action geboten werden. Damit die Fans bei den erwarteten packenden Rennen zumindest aus der Ferne dabei sein können, wird Red Bull TV die Wettkämpfe aus dem Bullentäle vollumfänglich, live und kostenlos übertragen.

Weltcuphistorie

Das Bullentäle stand schon mehrfach Kopf. Ob live vor Ort oder am anderen Ende der Welt vor dem TV-Bildschirm – die Weltcuprennen in Albstadt boten den Fans praktisch in jedem Jahr die volle Ladung Cross Country-Action. Für den spektakulären Auftakt sorgte 2013 Daniel McConnell, der völlig überraschend sein erstes und bis heute auch einziges Weltcuprennen gewinnen konnte. Bei äußerst widrigen Bedingungen rieben sich einige Experten verwundert die Augen, als der damals 27-Jährige als Erster auf die Zielgerade vor der Zollern-Alb-Halle einbog und die etablierten Stars Nino Schurter, Jaroslav Kulhavy und Julien Absalon, allesamt hinter sich ließ.

Im Folgejahr standen in Albstadt zwei Franzosen im Mittelpunkt – und ein neues Schaltsystem. 2014 präsentierte Shimano im Bullentäle die Di2-Schaltung, die bei den internationalen Pressevertretern für jede Menge Aufsehen sorgte. Es war die erste elektronische Schaltung überhaupt, die jemals für ein Mountainbike in Serienproduktion gehen sollte. Passend dazu hatte sich Julien Absalon mit eben diesem aufsehenerregenden Schaltwerk den Weltcupsieg geholt und sich damit auch für das verkorkste Rennen aus dem Vorjahr revanchiert. Bei den Damen triumphierte Pauline Ferrand-Prévot, die im selben Jahr Historisches erreichen sollte: Als erste und bis heute auch einzige Athletin gewann sie innerhalb eines Jahres die WM-Titel im Mountainbiken, auf der Straße sowie im Cyclo Cross.

2015 wurde es dann dramatisch. Nino Schurter war auf dem besten Weg, erstmals im Albstädter Bullentäle zu triumphieren, als er nach einem packenden Duell mit Julien Absalon bis wenige Meter vor dem Ziel führte und dann stürzte. Absalon zog vorbei und feiert seinen 30. Weltcupsieg. "So ist der Rennsport", kommentierte Schurter damals kurz und bündig.

Und wer jetzt dachte: "Dramatischer geht es nicht mehr!", der hat mit ziemlicher Sicherheit das Herrenrennen 2016 verpasst! Denn dort gab es ein neues Drama im Duell Nino Schurter gegen Julien Absalon – dieses Mal mit dem besseren Ende für den Schweizer. Schurter siegte im Zielsprint mit einer halben Radlänge und konnte damit endlich seinen "Albstadt-Fluch" beenden. Der Aufschrei beim Zielsprint "Here comes Schurter!" von Rob Warner, Kommentator bei Red Bull TV, ging um die Welt und durfte in Zukunft bei keinem Weltcup-Trailer im TV mehr fehlen.

Apropos Red Bull TV und Rob Warner: Der britische Kultmoderator wird selbstverständlich auch 2021 wieder live aus dem Bullentäle kommentieren. Das Rennen der Damen war 2016 dagegen nur mit halb so viel Spannung gesegnet. Annika Langvad sicherte sich den Sieg vor Jenny Rissveds, die wenige Wochen später olympisches Gold in Rio gewann.

2017 standen auf dem U23-Podium der Damen Evie Richards, Kate Courtney und Sina Frei. Wenn in wenigen Wochen das Podium des Elite-Rennens genau gleich aussähe, wäre das wohl alles andere als eine faustdicke Überraschung. Bei den Herren landete im selben Jahr übrigens erstmals Mathieu van der Poel auf dem Podest – das niederländische Supertalent wurde Zweiter hinter Nino Schurter. In den Folgejahren mischte van der Poel in Albstadt immer ganz vorne mit. Und daran könnte sich auch 2021 nichts ändern, denn der 26-Jährige hat seinen Start beim Weltcup im Bullentäle schon angekündigt.

2018 feierte der Short Track in Albstadt Weltpremiere, und in den XC-Rennen wurde es äußerst matschig. Die Sieger am Ende: Jolanda Neff und Nino Schurter. 2019 kam es schließlich zur legendären Schlammschlacht im Bullentäle nach sintflutartige Regenfällen. Die Königin des Matschs hieß Kate Courtney, als König konnte sich Mathias Flückiger krönen. 2020 hätte die WM im Bullentäle folgen sollen. Aus bekannten Gründen wurde daraus aber nichts  ...

21 TV-Kameras

Und 2021? Nach all diesen spektakulären Wettkämpfen in der Vergangenheit kann man auch in diesem Jahr mit äußerst packenden Rennen im Bullentäle rechnen. Die Hexenkessel-Stimmung wird zwar fehlen, die Fans müssen jedoch nicht in die Röhre schauen. Das Red Bull Media House arbeitet akribisch und mit Hochdruck an der Übertragung, damit gerade in diesem Jah die Fernsehbilder in besonders spektakulärer Art und Weise in die Wohnzimmer der MTB-Fans gestreamt werden können. Konkret bedeutet dies, dass 2021 so viele Kameras im Bullentäle installiert werden wie noch nie zuvor. Insgesamt 21 Stück werden auf dem 4,2 Kilometer langen Kurs verteilt aufgebaut. Eine davon wird die aus den Vorjahren bekannte Seilkamera sein, die einmal quer über das Gelände "fliegt" und für atemberaubende Bilder aus der Höhe sorgt.

Die Short Track-Rennen am Freitag (7. Mai) sowie die XC-Rennen der Damen und Herren am Sonntag (9. Mai) werden live auf Red Bull TV zu sehen sein. Im Englischen wird das legendäre Duo Rob Warner und Bart Brentjens live die Wettkämpfe aus Albstadt kommentieren, ein Stream in deutscher Sprache wird ebenfalls angeboten. Die genauen Sendezeiten können kurz vor dem Event unter anderem auf der Homepage www.bikezone-albstadt.de eingesehen werden.

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