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Mountainbike Elisabeth Brandau: Ein besonderer Weg

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Elisabeth Brandau ist ein Star der Mountainbike-Szene. Foto: Küstenbrück

Bei den leider abgesagten UCI Mountainbike Weltmeisterschaften in Albstadt wäre Elisabeth Brandau ein Local Hero gewesen, und man hätte der 34-Jährigen einiges zugetraut.

Zwei ihrer besten Resultate hat die Dritte der Europameisterschaften beim Weltcup in Albstadt erzielt. Aber nicht nur deshalb ist sie eine interessante Persönlichkeit.

Elisabeth Brandau ist in ihrer Sport-Karriere einen besonderen Weg gegangen. Straßenrennsport, vier Jahre Wettkampf-Pause, dann Mountainbike. Erst Marathon, dann Cross-Country. Die eigentlich olympische Saison 2020 sollte für die zweifache Mutter das letzte Jahr als Rennfahrerin sein und eine unkonventionelle Karriere mit der ersten Teilnahme bei Olympia abschließen.

Nicht nur als Sportlerin hat Elisabeth Brandau eine spezielle Laufbahn eingeschlagen. Eine Ausbildung zur Kälteanlagenbauerin im elterlichen Betrieb, Berufserfahrung in einem anderen Unternehmen und gleichzeitig Meisterschule. Später noch eine Zusatzausbildung als Gebäudeenergie-Beraterin und dann noch ein Abschluss als Heilpraktikerin. Inzwischen organisiert sie gemeinsam mit ihrem Ehemann einen "Brandau Rad-Service". Alles mehr oder weniger während der aktiven Sport-Karriere.

Zudem fuhr sie ab 2012 immer in selbst organisierten Formationen, bei Rennen meist mit Unterstützung ihres Ehemanns Marco und von Freunden. Ein riesiges Pensum, das sie da absolviert, eines, das dem Leistungssport auch seine Grenzen setzt. Trotzdem ist die Power-Frau teilweise bis in die Weltspitze vorgedrungen.

In Lenzerheide 2019 stand nicht nur ein enttäuschender 49. Weltcup-Rang zu Buche, sondern auch ein sportlicher Tiefschlag zwei Tage zuvor. Beim Short Track am Freitagabend fuhr Elisabeth Brandau nach einem schlechten Start immer weiter nach vorne, übernahm die Führung und schoss als Erste über die Ziellinie. Allerdings eine Runde zu früh. Sie bekomme gar nichts mehr mit, wenn es im Rennen gut läuft, sagt Brandau. Wenn man die Bestwerte hernimmt, die sie zwei Tage vorher noch auf ihrem Computer ablesen konnte, war sie wohl sehr gut drauf. So kam es zu diesem Fauxpas. Brandau fiel im Ziel mehr oder weniger vom Rad, und bevor sie realisierte, was Sache war, flogen fast alle Konkurrentinnen an ihr vorbei. Am Ende war sie 21., und die Weltranglisten-Erste, Jolanda Neff, spendete Trost: "So schade für dich, du warst die Stärkste."

Wie gut es gehen kann, wenn sie nichts von sich erwartet, beschreibt ein Rennen im spanischen Banyoles 2018. Brandau fehlte das Geld, um das größer zu planen, aber es fehlten auch die Punkte, nachdem sie im Vorjahr zum zweiten Mal schwanger war. Also nahm sie einen Billigflieger, kaufte vor Ort im Baumarkt ein Zelt, übernachtete am Strand, fuhr das Rennen – und gewann. Vor Weltklasse-Konkurrenz.

Dennoch steht sie sich selbst immer sehr kritisch gegenüber. Man könnte auch sage: zu kritisch. Dabei ist unverkennbar, dass sie – allen Rückschlägen zum Trotz – seit ihrem ersten Weltcup in Madrid im Alter von 23 Jahren ihre Leistungskurve immer weiter nach oben getrieben hat. Zwei Schwangerschaften haben zwei Wellen in der Bilanz verursacht, doch sieben Jahre danach erreichte sie in Albstadt ihr erstes Top-Ten-Resultat, zwei Jahre später stand sie an gleicher Stelle als Fünfte zum ersten Mal auf dem Weltcup-Podium, 2018 wurde sie erstmals Deutsche Meisterin im Cross-Country, und zehn Jahre nach ihrer Premiere wurde sie beim Weltcup in Les Gets Dritte und gewann bei der EM ihre erste internationale Medaille.

Eigentlich sind das genügend Gründe, um sich mit einem gerüttelt Maß an Selbstbewusstsein in den Sattel zu schwingen. "Wenn Lisa vorne fährt, traut sich niemand einfach vorbei", gab Ex-Weltmeisterin Jolanda Neff nach dem Short Track in Nove Mesto zu Protokoll.

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