Mit Matthias Reichmann an der Spitze kämpft das Bräunlinger Team beim längsten und härtesten Enduro-Rennen der Welt in Portugal um Spitzenplätze.
Matthias Reichmann aus Hubertshofen startet erstmals bei der Sechstagefahrt, dem längsten und härtesten Enduro-Rennen der Welt. Für den 37-jährigen Vorsitzenden des MSC wird die Jubiläumsausgabe zu einer ganz besonderen Herausforderung – auch nach 22 Jahren im Motorsport. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten: Wenn die 100. Ausgabe der International Six Days of Enduro im portugiesischen Grândola startet, ist auch der Motorsportclub (MSC) Bräunlingen mittendrin. Der Verein stellt Mitte Oktober nicht nur ein eigenes Team für Deutschland, sondern unterstützt auch mit zahlreichen Helfern.
Eine Nationalmannschaft ist 2026 zwar nicht zustande gekommen, dafür gehen drei Clubmannschaften für Deutschland an den Start. Das sind die Mannschaften des Deutschen Motorsport Verbands, des ADAC Nordbaden und des Bayerischen Motorsport Verbands. Das Besondere: Alle drei Fahrer des DMV-Teams kommen aus dem MSC Bräunlingen. „Auch viele Helfer sind Mitglieder in unserem Verein“, sagt Matthias Reichmann. Als Fahrer tritt er gemeinsam mit Leo Steiert aus Eisenbach und Marco Pfeifer aus Berglen an. Auch für Pfeifer ist es das erste Mal bei dem Turnier.
Die Six Days gelten als einer der anspruchsvollsten Wettbewerbe im internationalen Enduro-Sport. Sechs Tage lang sind die Fahrer täglich bis zu acht Stunden auf dem Motorrad unterwegs – über Pisten und anspruchsvolles Gelände. Dazu kommen enge Zeitvorgaben. Pro Tag bleiben lediglich 15 Minuten, um Wartungsarbeiten und Reparaturen am Motorrad vorzunehmen. Selbst Reifenwechsel müssen dafür perfekt sitzen und werden im Vorfeld trainiert. „Das ist anspruchsvoll für Mensch und Maschine“, sagt Reichmann. „Bei den Six Days kommen nur etwa drei Viertel der Fahrer überhaupt ins Ziel. Die Hälfte von insgesamt etwa 600 Teilnehmern landet außerhalb der Wertung.“
Gerade, weil keine Nationalmannschaft zustande gekommen sei, seien die Clubmannschaften umso wichtiger. „Es ist eine große Ehre, die Jubiläumsveranstaltung für unser Land zu bestreiten und auszuhelfen, wenn Not am Mann ist.“ Ein Start mit nur zwei Teams wäre wohl nicht möglich gewesen. Um die Teilnahme müssen sich Vereine bewerben, entscheidend sind sportliche Ergebnisse der vergangenen Jahre. Aufgrund einer Terminüberschneidung ergab sich für den MSC die Chance, erneut mit drei Fahrern einen Startplatz zu erhalten. Bereits vor zwei Jahren war ein Team des Vereins bei den Six Days vertreten, 2025 gingen die Bräunlinger dagegen leer aus.
Neben der sportlichen Herausforderung ist vor allem die Organisation ein enormer Aufwand. Insgesamt reisen 25 Helfer nach Portugal, dazu kommen Motorräder, Ersatzteile und Material. Die Planungen laufen schon seit Dezember. Trotzdem reist der Verein nicht nur zum Wettbewerb, um dabei zu sein. „Natürlich geht es uns darum, Deutschland zu repräsentieren“, sagt Matthias Reichmann. „Aber wir hoffen auch, 2026 wieder im vorderen Viertel zu landen.“ Die Chance dazu hat der MSC ab dem 12. Oktober.
Was ist Enduro?
Enduro ist
die gebräuchliche Bezeichnung für den Motorradgeländesport, bei dem mit den gleichnamigen Motorrädern gefahren wird. Fahrer absolvieren anspruchsvolle Etappen durch Wälder, Schlamm und über Hindernisse. Dabei zählt nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Ausdauer und technisches Können. Die Internationale Sechstagefahrt oder Six Days gilt als jährlicher Höhepunkt des Sports. Sie wird seit 1913 ausgetragen, seit 1970 ist sie die offizielle Enduro-Weltmeisterschaft. Neben den Nationalmannschaften nehmen separat auch Club- und Werksmannschaften teil.