Pastor Martin Metzger lädt für Sonntag zum „Großen Preis von Lahr“ ein. Foto: Köhler

Die evangelisch-methodistische Gemeinde organisiert für Sonntag in Lahr ein Rennen auf einer 20 Meter langen Carrera-Bahn. Pastor Martin Metzger berichtet, wie es dazu kam.

Während sich die echte Formel 1 am kommenden Wochenende vor dem Dreierpack zum Saisonfinale eine Pause gönnt, gibt es für Motorsport-Freunde in Lahr ein Angebot abseits des eigenen Fernsehers. Im Königsberger Ring kommen junge und alte Modellautofans zum „Großen Preis von Lahr“ zusammen. Der wird natürlich nicht auf Asphalt ausgetragen – sondern auf einer Carrera-Bahn.

 

Denkt Martin Metzger an Sonntag, juckt es ihn schon in den Fingern. Der evangelisch-methodistische Pastor organisiert mit den Jugendlichen der Kirchengemeinde die Veranstaltung – und wird es sich nicht nehmen lassen, selbst zum Druckknopf zu greifen und die Konkurrenz aufzumischen. „Ich glaube schon, dass ich eine Chance habe, unter die Top Ten zu kommen“, erzählt er unserer Redaktion mit einem Lachen. Mit dem Titel rechnet er nicht, doch „es geht ja um den Spaß“, macht er deutlich.

Rennen wird mit Botschaft verbunden

Die Idee, die der Pastor nicht zum ersten Mal umsetzt, ist bereits vor 25 Jahren entstanden, wie Metzger erzählt. Er habe Bekannte, die eine große, vierspurige Carrera-Bahn haben, die sie am Sonntag nach Lahr bringen. „Sie hatten die Idee, dass man ein Rennen austragen und das mit einer christlichen Botschaft verbinden kann“, erklärt Metzger. Welche das ist, will er noch nicht verraten. Im März 2019 hat der Pastor den „Großen Preis von Lahr“ erstmals im Gemeindezentrum veranstaltet. „Das kam damals richtig gut an und die Jugendlichen haben gefragt, wann wir das mal wieder machen“, erinnert sich Metzger. Nachdem die evangelisch-methodistische Kirche in den vergangenen Jahren zweimal zum Bauen einer Lego-Stadt eingeladen hatte, ist es am Sonntag also so weit.

Bis zu 32 Teilnehmer in einem altersmäßig bunt gemischten Feld werden sich ab 14 Uhr zunächst in einem „Freien Training“ ans Fahren herantasten. Die Autos werden dabei zur Verfügung gestellt, damit alle die gleichen Voraussetzungen haben. Anschließend gibt es ein „Qualifying“, in dem jeder Teilnehmer zehn Runden fährt und die Durchschnittszeit ausschlaggebend dafür ist, ob man in der Hauptrunde oder nur in der Trostrunde weiterfahren darf. Dabei sind immer vier Autos gleichzeitig auf der Strecke, bei Abflügen setzen Helfer die kleinen Flitzer wieder auf die richtige Stelle der Bahn.

2019 wurde schon einmal ein Carrera-Rennen in Lahr veranstaltet. Foto: Archiv

In der Hauptrunde werden dann Kopf-an-Kopf-Duelle ausgetragen, bis der Sieger feststeht. „Der erhält einen besonderen Titel: Er darf sich ,Lightning McLahr’ nennen“, erzählt Metzger lachend. Diesen Namen, eine Anspielung an den Charakter Lightning McQueen aus dem Animationsfilm „Cars“, hätten sich die Jugendlichen ausgesucht.

Anmeldungen noch möglich

Der Pastor, der selbst in seiner Jugend fasziniert von Modell-Autos war (wenn auch von Märklin und nicht von Carrera), berichtet, dass sich bislang 19 Teilnehmer angemeldet haben. Von seiner Jugendgruppe haben sich zwei Mädchen angemeldet, „die anderen haben gesagt, sie verkaufen lieber Hot Dogs.“ Anmelden könne sich jeder ab elf Jahren, dabei sei „völlig egal“, ob er oder sie Erfahrung hat.

Für Neulinge hat Metzger einige Tipps parat: „Am Anfang nicht überpacen. Wenn man beim Qualifying nicht rausfliegt, sondern solide seine Runden fährt, hat man schon gute Chancen auf die Hauptrunde.“ Ansonsten müsse man sich auch bei einem Abflug nicht grämen. „Das passiert selbst den Besten, wenn sie am Limit fahren.“

Ergebnisse können live mitverfolgt werden

Metzger hofft, dass der „Große Preis von Lahr“ ein Event mit „toller Rennatmosphäre“ wird. Seine Bekannte werden neben der Bahn auch noch entsprechende Dekoration mitbringen. Der aktuelle Rennstand werde zudem per Beamer an die Wand geworfen, sodass die Zuschauer live mitverfolgen können, wie sich ihr Favorit gerade schlägt. „Wir hoffen natürlich, dass einige Teilnehmer ihre Fans mitbringen, die dann viele Hot Dogs und Kuchen essen“, so der Pastor, der für Sonntag „Motorsportfeeling in der Kirche“ verspricht.