Im schwarz-roten Ligier schnell in Le Mans, aber unbelohnt: Daniel Keilwitz. Foto: Gruhler

Daniel Keilwitz verpasst in zwei Le Mans-Cup-Rennen einen Platz unter den ersten zehn. Einige Zwischenfälle prägen das zweite Rennen.

Tolle Visitenkarte im Training, dann ernüchternde Resultate: Die Teilnahme an den beiden Le Mans-Cup-Rennen im Rahmen der 24-Stunden-von-Le Mans führte beim Villinger Sportwagen-Ass Daniel Keilwitz zu ziemlich durchwachsenen Emotionen.

 

Über 350 000 Zuschauer waren in den Nordwesten Frankreichs in die Region Pays de la Loire gepilgert um die 92. Auflage des berühmten Langstreckenrennens von Le Mans mitzuerleben. Im Rahmen des Ausdauerklassikers wurden zwei als „Road to Le Mans“ titulierte Rennen ausgefahren. Die für kleine LMP3-Prototypen und GT3-Sportwagen bestimmten Rennen sollen ambitionierten Teams und Fahrern eine Art Sprungbrett bieten um einmal selbst beim 24-Stunden-Rennen teilzunehmen. Während ansonsten über eine Zeitdistanz von 1,5 Stunden gefahren wird, wurden in Le Mans hingegen zwei Rennen über jeweils 55 Minuten ausgetragen.

Keilwitz schrammt an der Bestzeit vorbei

Ex-ADAC Masters-Champion Keilwitz startete für das in Mendig stationierte Rinaldi-Team. Mit dem deutsch-österreichischen Teamkollegen Steve Parrow teilte er sich das schwarz-rote Ligier-Coupe JS P320 mit der Startnummer 66, befeuert mit dem 455-PS-starken Nissan-Achtzylinder-Triebwerk. Nach den Wetterkapriolen am Nürburgring wurden Keilwitz und seine Rinaldi-Mannschaft ziemlich überraschend – denn eingebettet in den World-Endurance-Championchip-Höhepunkt – gleichfalls in Le Mans mit einigem Chaos konfrontiert. Immer wieder prägten in der Rennwoche starke Regenfälle das Geschehen.

58 Teams waren für die beiden Rennen eingeschrieben worden. Im Freien Training fuhr Keilwitz auf der 13,626 Kilometer langen Strecke auf die zweite Position. Mit einer Zeit von 3:46,656 Minuten war der 34-Jährige nur um fünf Tausendstelsekunden an der Bestzeit vorbei geschrammt. Zum Vergleich: Die um den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen fahrenden Hypercars (Sieger: Ferrari) mit etwa 680 PS unterboten die 3:30er-Schallmauer gerade um zwei Sekunden. Auf einem Abschnitt der Hunaudieres-Geraden wurde Keilwitz mit einem Topspeed von 295,57 Kilometern pro Stunde gemessen.

Mehrere Unfälle und extremer Starkregen

Für Rennen 1 qualifizierte Keilwitz den Ligier auf Platz drei. Den Start musste indes Parrow fahren. Er wurde gleich in der ersten Rennphase ins Mittelfeld zurückgereicht. Nach mehreren Unfällen wurde das Rennen dann nach fünf Rennen abgebrochen, da Leitplanken repariert werden mussten. Zementiert auf Platz 23 musste Keilwitz ein erhofftes Top Ten-Resultat abhaken.

Wegen extremem Starkregen wurde die Qualifikation für Rennen zwei abgebrochen. Die Zeiten aus dem Freien Training wurden für die Startaufstellung herangezogen. Parrow konnte aus der ersten Reihe den fliegenden Indianapolis-Start aufnehmen. Das Rennen war wiederum durch einige Zwischenfälle geprägt. Parrow war gerade im Mittelfeld um Position 30 im Rennpulverdampf verwickelt, als eine Safteycar-Phase das Rennen für eine längere Zeit einbremste.

Nach dem Pflichtboxenstopp lancierte Keilwitz eine feine Aufholjagd und fuhr bis ins Ziel nach zehn absolvierten Runden noch auf Platz zwölf vor. „Leider wurde die Boxeneinfahrt wie ansonsten nach Zwischenfällen nicht geschlossen. Ein Mittelfeldteam konnte die Situation so nutzen und zum Sieg fahren“, ärgerte sich Keilwitz. So verpasste der Doppelstädter ein Resultat in den ersten Zehn.