Nach dem Vorjahressieg beim ADAC-24-Stundenrennen auf dem Nürburgring jetzt unglücklich platziert: Das Rinaldi-Team am Ferrari 296 GT3 mit dem schnellen Villinger Daniel Keilwitz (Dritter von rechts am Heckflügel). Foto: Gruhler

Nach seinem Vorjahressieg verpasst der Doppelstädter Daniel Keilwitz bei vorzeitigem Rennende des 52. ADAC-24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring einen möglichen Podiumsplatz. Den durch Wetterkapriolen eingebremsten Eifelklassiker beendet er in einem Rennquartett mit dem Frikadelli-Ferrari 296 GT3 auf Platz zwölf.

Die diesjährige Auflage des 24-Stunden-Rennens sollte als Rennen mit der am kürzesten gefahrenen Distanz der Geschichte eingehen. Vor über 240 000 Zuschauern legte der siegende Scherer-Audi R8 beim bedeutendsten deutschen Autorennen (Formel 1 gastiert nicht mehr) nur 50 Runden zurück.

 

Regen und Nebel

Auf Position zwölf mit 29,954 Sekunden Rückstand klassierte sich mit dem weiß-roten Maranello-Renner Keilwitz zusammen mit seinen Teamkollegen Luca Ludwig (Sohn von Le Mans- und DTM-Legende Klaus Ludwig), Nicolas Varrone und Vorjahressieger Felipe-Fernandez Laser.

Lang anhaltende Regenfälle sorgten für starken Nebel, weshalb der Eifel-Marathon nach knapp über sieben Stunden absolvierter Zeitdistanz eine Dreiviertelstunde vor Mitternacht unterbrochen wurde. Nach einer mehr als 14-stündigen Zwangspause wurde dann das Rennen noch einmal für vier Runden im Bummeltempo hinter den Pacecars aufgenommen, dann aber um 15 Uhr endgültig beendet.

Keilwitz zeigt Verständnis

Vor allem in der Kurzanbindung des Nürburgring-Grand Prix-Kurses wollte sich der Nebel partout nicht verflüchtigen, während auf der Nordschleifen-Achterbahn die Bedingungen temporär schon fast wieder akzeptabel erschienen. Auf der 25,378 Kilometer langen Kombination der beiden Strecken war eine ausreichende Sicht Grundbedingung für die Rennwiederaufnahme.

„Die einzelnen Streckenmarshalls konnten teilweise nicht mehr den nächsten Streckenposten ausmachen. Sicherheit geht vor, daher war die Unterbrechung berechtigt und notwendig“, zeigte der 34-jährige Keilwitz vollstes Verständnis für die Entscheidung der Rennleitung.

Reifenwechsel-Roulett

Zum Zeitpunkt des Abbruchs hatte der Ferrari des letztjährigen Siegerteams im großen Reifenwechsel-Roulett auf Grund eines gerade bereits absolvierten Routineboxenstopps auf Platz zwölf gelegen. Für die Rennunterbrechung wurde indes der Zwischenstand zwei Runden zuvor nach 45 Runden gewertet. Dort lag der weiß-rote Ferrari mit der Startnummer „1“ an fünfter Stelle.

Die Nebelbänke wollten sich bis zum Nachmittag nicht auflösen, besonders der Start- und Zielbereich blieb in einer weißen Suppe eingehüllt. Die Rennleitung beschloss schließlich für 13 Uhr, drei Stunden vor dem nominellen Rennende, den Restart durchzuführen. Der Plan: Erst einmal für vier Runden hinter dem Safetycar fahren und bei Wetterbesserung dann mit einem Sprint-Showdown über eine Stunde hinweg bis in Ziel rasen.

Unglücklicher Abbruch

Die Abstände waren bei Neustart quasi auf Null. Mit langsamen 20 Minuten pro Umlauf zuckelte das Feld hinter dem Pacecar her. Manche Fahrer sahen dann mittlerweile die Sichtbedingungen so positiv, dass sie eine reguläre Rennwiederaufnahme für angemessen hielten.

Einige Teams, wie auch der Frikadelli-Ferrari, wechselten in der Annahme eines „Finale furioso“ deshalb auf neue Reifen und tankten auf. Das warf den Ferrari auf Platz zwölf zurück.

Kleines Trostpflaster: Keilwitz, der in der übernächsten Woche im französischen Le Mans im Rahmen des berühmten 24-Stunden-Rennens starten wird, hält weiterhin den Rundenrekord auf der Nürburgring-24-Stunden-Rennen-Konfiguration mit 8:08,006 Minuten.