Der Gersbacher Ortschaftsrat begrüßt die Tempolimits für ihr Dorf. Unmut gab es über die verkehrsrechtliche Anordnung des Regierungspräsidiums Freiburg dennoch.
Der Gersbacher Ortschaftsrat hat die verkehrsrechtliche Anordnung des Regierungspräsidiums Freiburg begrüßt. Aus Lärmschutzgründen wird die Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf 30 Kilometer pro Stunde (km/h) reduziert.
Geschwindigkeitstrichter an den Ortseingängen
An beiden Ortsausgängen wird die Geschwindigkeit zudem auf 70 km/h beschränkt. Die Maßnahmen gelten an Wochenend- und Feiertagen vom 1. April bis zum ersten Sonntag im Oktober. Die Strecke von Schopfheim/Hausen/Zell bis Todtmoos ist bei Motorradfahrern und hochmotorisierten Autos eine beliebte „Rennstrecke“.
Ortsvorsteherin Julia Schmidt sagte, wenn die Maßnahmen zielführend sein sollten, müssen sie kontrolliert werden.
Andreas Falk wundert sich, warum die Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht auch in und um Schlechtbach gelten. Es sei viel stärker als Gersbach von lauten Motorrädern betroffen. Die meisten Motorradfahrer würden bis zum Parkplatz oberhalb von Schlechtbach und dann wieder talwärts fahren. Einige Motorradfahrer würden dann noch weiterfahren Richtung Todtmoos. Der ehemalige Ortsvorsteher wies daraufhin, dass es Meldungen von Bürgern gegeben habe, die an den Ortseingängen wohnen und sich von der Lautstärke der Motorräder gestört fühlen.
Hartmut Schmidt begrüßte die Maßnahme. „Es ist gut, dass etwas passiert.“ Er hält es für sinnvoll, die zulässige Höchstgeschwindigkeit im gesamten Dorf auf 30 km/h zu begrenzen. Gleichzeitig äußerte er seinen Unmut darüber, dass die Behörden den Ortschaftsrat nicht in die Entscheidung einbezogen hätten.
Bis zu 100 Motorräder in einer Stunde
Christian Strütt sprach von 100 Motorradfahrern, die wochenends innerhalb von einer Stunde Richtung Gersbach düsen. Ärger verursache aber nicht nur die hohe Lautstärke der Maschinen, sondern auch der Müll, den die Motorradfahrer auf dem Parkplatz hinterlassen würden. Er habe schon Cola-, Red-Bull-Dosen und Glasflaschen dort aufgesammelt. „Das Problem ist, dass der Müll im Futter drin ist.“
Tobias Greiner hält die Tempobeschränkungen für unnötig. „Ich nehme nicht wahr, dass die Motoradfahrer schnell durchs Dorf fahren.“ Auch Enrico Beckmann ist nicht glücklich mit der Verkehrsmaßnahme. Man wisse bald nicht mehr, wo man wann wie schnell unterwegs sein könne.
Erinnert wurde auch daran, dass die Stadt ein ISEK beschlossen habe. Julia Schmidt will bei der Stadtverwaltung nachfragen, wie der aktuelle Stand beim Verkehrskonzept ist.