Trotz temporärer Sperrung der Überholspur des Randenaufstiegs und trotz verstärkter Kontrollen der Verkehrspolizei bleibt die kurvige Auffahrtsstrecke der Bundesstraße 314 zwischen den Blumberger Stadtteilen Epfenhofen und Randen ein neuralgischer Bereich in Sachen Motorradverkehr. Anwohner fühlen sich weiter vom Lärm der Motorräder belästigt.
Blumberg-Randen - Die Überholspur des Randenaufstiegs der B 314 wird alljährlich von Frühjahr bis Herbst teilgesperrt auf einer Länge von circa 750 Metern im Bereich der "Sonnenhofkurve". Die Sperrung gilt immer über das Wochenende bis Montag, 8 Uhr, sowie an Feiertagen.
Hintergrund war, dass sich Beschwerden von Anwohnern im Blumberger Teilort Randen über unzumutbaren Verkehrslärm – vor allem an schönen, sonnigen Wochenenden – häuften. Gleichzeitig wurde bei zahlreichen Verkehrskontrollen festgestellt, dass einzelne Motorradfahrer den Randenaufstieg als illegale Rennstrecke missbrauchten und so dort die Verkehrssicherheit gefährdeten.
Biker schon in den Startlöchern
"Wie wir feststellen, stehen einige Biker bereits jetzt in den Startlöchern und lassen sich auch durch die derzeit niederen Temperaturen nicht vor den ersten Fahrten abschrecken", so Polizeisprecher Dieter Popp zur augenblicklichen Situation. "Wir gehen davon aus, dass Motorradfahrer wieder in größerer Zahl am Randenaufstieg anzutreffen sind, sobald es die Frühjahrswärme zulässt – so wie unsere Motorradspezialisten und Kradfahrer auch."
Getunte Maschinen im Blick
Die Verkehrspolizei sei – teilweise mit Unterstützung des Polizeireviers Donaueschingen – oft am Randen und an anderen bekannten "Biker-Strecken" präsent gewesen. Der Motorradverkehr sei punktuell an Samstagen, Sonn- und Feiertagen überwacht worden. "Neben Geschwindigkeitsmessungen führten die Spezialisten des Motorradkontrollteams auch Kontrollen hinsichtlich der technischen Beschaffenheit der Zweiräder durch", so Popp. Phonmessgeräte zur Messung der Lautstärken von Auspuffanlagen, aber auch Drehzahlmessgeräte kämen zum Einsatz und sorgten immer wieder dafür, dass die geliebten Untersätze aufgrund technisch nachgewiesener Veränderungen bei anerkannten Sachverständigen vorgeführt werden müssen oder, im für die Biker ungünstigsten Fall, auch mal stehen bleiben, weil sie aus dem Verkehr gezogen werden.
Im Sommer wird die Polizei ihre Verkehrsüberwachungsmaßnahmen am Randen fortführen, tendenziell aber mehr Wert auf die Überprüfung hinsichtlich technischer Veränderungen der Motorräder legen. "Mit der Polizei muss gerechnet werden. Wir setzen Schwerpunkte am Wochenende und an Feiertagen, werden aber auch wochentags präsent sein und unsere Kontrollen flexibel verlagern, sobald wir feststellen, dass die Kontrollstellen umfahren werden", kündigt Peter Westhoff, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Zimmern ob Rottweil, an.
Mit Kamera am Helm
Ob sich Lern- oder Erziehungseffekte ausbilden, kann Popp nicht sagen. Bei Betroffenen, die entsprechendes "Lehrgeld" bezahlen mussten, vielleicht gar selbst verunfallt sind oder im Freundes- und Bekanntenkreis solche schlimmen Erfahrungen erleben mussten, haben diese Erlebnisse mitunter schon zu einer Verhaltensänderung geführt. Zudem werden viele Motorradbegeisterte über die Jahre auch älter und vernünftiger.
Dem gegenüber wachse eine junge Szene nach, die sich, befeuert durch die sozialen Netzwerke, immer mit der Kamera am Helm an Grenzen herantastet und diese auch überschreitet. Das sei eine gefährliche Gratwanderung, da der soeben gewonnene Kick sehr schnell tödlich enden könne.
Info: Eckpunkte zum Randenaufstieg
Unfälle: Im ganzen Jahr 2021 ereigneten sich auf dem Abschnitt zwischen Epfenhofen und Randen insgesamt lediglich drei Verkehrsunfälle mit Motorrädern, darunter einer mit einem Leichtkraftrad. Bei zwei dieser Unfälle gab es laut Polizeisprecher Dieter Popp Leichtverletzte, bei einem nur Schaden. Hauptunfallursache war jeweils nicht angepasste Geschwindigkeit. "Bei den Unfällen gab es keine Fremdeinwirkung", erläutert Popp. Sie wurden von den Bikern allein verursacht. Ereignet haben sich die Unglücke im kurvigen, oberen Streckenabschnitt des Randenaufstiegs.
Lärm: Das Problem ist nicht primär die auf der B 314 gefahrene Geschwindigkeit, sondern der Lärm durch das Hochbeschleunigen der Motorräder bergaufwärts. Hier entsteht durch die gegebene Geografie Lärm auch durch Maschinen, die die Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten und keine technischen Veränderungen aufweisen.