In diesem Gebäude sollte das Backpacker-Hotel eigentlich entstehen. Foto: Mostmaierverein

Keine Förderung für Projekt. Initiatoren: "Haben die Pläne in Schublade gelegt."

Hausach - Das Projekt des Backpacker-Hotels, das auf dem Hausacher Mostmaierhof geplant war, liegt erst einmal auf Eis. "Wir haben die Pläne in die Schublade gelegt", schreibt Andreas Braun von der GbR Mostmaierhof in einer Pressemitteilung. Der Grund: Es wird keine Leader-Förderung erhalten.

Frust und Schock sitzen bei den Initiatoren tief. Dabei hatte anfangs alles so gut ausgesehen. "Bis Ende letzten Jahres hat alles prima geklappt. Am 28. Mai 2019 hat der Vorstand des Vereins Regionalentwicklung Mittlerer Schwarzwald beschlossen, dass unser Backpackerhotel im Rahmen des Leader-Programms förderwürdig ist. Am 14. August 2019 haben wir den Bauantrag mit den erforderlichen Gutachten eingereicht. Am 21. November 2019 haben wir die Baugenehmigung erhalten und am 27. November 2019 ist unser Förderantrag bei der L-Bank in Stuttgart eingegangen. Der Vorstand des Vereins Regionalentwicklung Mittlerer Schwarzwald hat am 10. Dezember noch beschlossen, dass auch die Brandschutzaufwendungen, die sich durch das Brandschutzgutachten ergeben haben, im Rahmen des Leader-Programms förderwürdig sind", führt Braun aus. Einschließlich der Brandschutzaufwendungen betrugen die geplanten Gesamtherstellungskosten 512.284 Euro.

Gesamtkosten in Höhe von 512.000 Euro

Auf der Grundlage der Gespräche mit der Leader-Geschäftsstelle gingen die Initiatoren von einer Förderung im Umfang von 30 Prozent der Herstellungskosten, das heißt von einem Förderbetrag von 153 685 Euro aus.

Anfang dieses Jahres starteten dann die Planungen für den Baubeginn. "Doch dann kam Ende Februar die Stellungnahme der L-Bank, die uns schockierte", berichtet Braun. Auch für Julia Kiefer, die Geschäftsführerin der Leader-Geschäftsstelle in Schiltach, sei die Stellungnahme überraschend gewesen: Die L-Bank strich auf der Grundlage der für das Leader-Programm geltenden Richtlinien die Bemessungsgrundlage für die Förderung letztlich um fast die Hälfte zusammen, so dass sich auch der Förderbetrag fast halbierte.

Warum die Förderung abgelehnt wurde, ist kompliziert, wie Braun auf Anfrage des Schwabo sagte. Grob zusammengefasst ist eine Berechnungsrichtlinie der L-Bank der Grund. Diese zieht nicht die Quadratmeterfläche des Innenausbaus heran, sondern die Gesamtquadratmeterzahl. Diese ist beim Backpacker-Hotel deutlich höher als die, auf der Baumaßnahmen geplant waren, sollen doch nur Teile des Gebäudes verändert werden. Darauf war die initiierende GbR nicht hingewiesen worden.

"Wir haben darum gekämpft, die L-Bank von unserer Sicht der Dinge zu überzeugen – auch mit Unterstützung durch Kiefer von der Leader-Geschäftsstelle. Aber vergebens. So haben wir jetzt unseren Antrag auf Leader-Förderung zurückgezogen", schreibt Braun. Mit der gekürzten Förderung ist die Schuldenlast für das Backpackerhotel zu hoch, zumal der Erhalt der Förderung zusätzlichen Aufwand erfordert.

Braun ist frustriert, haben er und seine Mitstreiter doch bereits jede Menge Arbeit investiert. "Wir haben eine komplette Planung erstellt, eine UG gegründet, die mittlerweile schon liquidiert ist und viel Papierkram erledigen müssen", sagt er.

Nichtsdestotrotz: "Der Traum ist nicht ausgeträumt", gibt sich Braun zuversichtlich. "Und wenn jemand auf uns zukommt und die Backpackerhotel-Idee weiterentwickelt: Wir holen die genehmigten Baupläne auch wieder aus der Schublade heraus."