Der Angeklagte (rechts) hat sich zur tat selbst nicht geäußert. Foto: Ralf Deckert

Ein Familienvater, der seine achtjährige Tochter in Bollschweil gewaltsam ermordet haben soll, muss sich vor dem Freiburger Landgericht verantworten.

Eigentlich will sich der Angeklagte 58-Jährige zur Sache nicht äußern. Ein paar Sachen sagt dann doch: Seine kleine Tochter sei ihm „das Liebste, das ich hatte“ gewesen. An die eigentliche Tat, die ihm vorgeworfen wird, habe er keine Erinnerung. Das „war nicht ich selbst, anders kann ich es nicht erklären.“

 

Seit dieser Woche muss sich der 58-jährige Familienvater vor dem Landgericht Freiburg für den Tod seiner achtjährigen Tochter verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er das Mädchen im Wahnzustand umgebracht hat und strebt eine Unterbringung in der geschlossenen Forensik einer psychiatrischen Klinik an, da von dem Mann eine Gefahr für andere ausgehe.

Staatsanwaltschaft nett Details zur Tat

Die Tat hatte weit über die Region hinaus für Entsetzen gesorgt. Vorausgegangen war wohl ein Streit des Beschuldigten mit seiner ehemaligen Partnerin über einen Wochenendbesuch des Mädchens bei ihm in Staufen.

In seinen Ausführungen zu Verfahrensbeginn nennt Oberstaatsanwalt Klaus Hoffmann fürchterliche Details des Mordgeschehens: demnach sperrte der Angeklagte seine ehemalige Partnerin und den gemeinsamen Sohn am 11. Oktober 2025 nach dem Streit aus deren Wohnung in Bollschweil aus, verbarrikadierte sich mit dem Mädchen. In der Folge soll er seine Tochter gewaltsam umgebracht haben.

Offenbar ging der Beschuldigte im Zustand der Psychose davon aus, dass seine Tochter nicht sein Kind sondern das Ergebnis einer Inzesthandlung seiner Frau war und dass er das Mädchen töten müsse wie ein Löwe im Tierreich dies tun würde, um seine Familie zu schützen.

Angeklagter ließ sich widerstandslos festnehmen

Eintreffende Polizeibeamte konnten die Tat nicht mehr verhindern, obwohl Nachbarn schnell einen Notruf abgesetzt hatten und ein Schuss der Polizei den Beschuldigten verletzte. Er habe selbst Todesangst gehabt, so einer der Beamten. Man habe sehen können, dass für das Opfer jede Hilfe zu spät gekommen sei. Als die Beamten schließlich in das Haus eindringen und den Angeklagten festnehmen könnten, trat er ihnen widerstandslos entgegen und zerrte seine tote Tochter an den Haaren hinter sich her.

Für das Verfahren sind bis Pfingsten noch weitere Verhandlungstage vorgesehen, an denen neben der Mutter der Ermordeten unter anderem zwei psychiatrische Gutachter zur Wort kommen sollen. In Bollschweil selbst wirkt die grausame Tat bis heute nach: „Das Geschehen hat in unserer Gemeinde tiefe Spuren hinterlassen und weiterhin sind viele Menschen betroffen“, so Bürgermeister Jörg Wagner (parteilos) am Wochenende vor Verfahrensbeginn. „In erster Linie gelten unsere Gedanken weiterhin und in der Zeit des kommenden Verfahrens ganz besonders der betroffenen Familie.“