Der im Juni 2024 wegen Mordes verurteilte Haupttäter hat Berufung eingelegt.Foto: William Cho/Pixabay Foto:  

Im Mordfall auf dem Basler Lysbüchelareal wurde jetzt eine weitere Person schuldig gesprochen.

Das Strafgericht Basel-Stadt hat am Freitag einen 26-jährigen Schweizer wegen Angriffs schuldig gesprochen. Er hatte im August 2021 das spätere Todesopfer vor dem Lysbüchel-Mord geohrfeigt und gestoßen, bevor sein Begleiter es tödlich mit einem Messer verletzt hatte.

 

„Sie müssen damit leben, dass Sie die ganze Auseinandersetzung initiiert haben“, sagte Einzelrichter Dominik Kiener dem Mann. Dieser habe zwar nicht mit einer tödlichen Eskalation rechnen müssen, sehr wohl aber mit der Einmischung seiner Begleiter und mit einer Schlägerei. Darum erachtete das Gericht den Straftatbestand des Angriffs als erfüllt.

Dem 26-Jährigen wurde eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten auferlegt – bei einer Bewährung von zwei Jahren. Er war nicht vorbestraft und seit der Tat ist er nicht weiter aufgefallen, wie es in der Urteilsbegründung hieß. Die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren zunächst einstellen wollte, hatte sieben Monate gefordert. Das Urteil kann noch angefochten werden.

Großes Interesse an Aufarbeitung

Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten und drei Viertel der Parteientschädigung der Opfervertretung auferlegt. Die Angehörigen des getöteten 27-Jährigen haben ein großes Interesse daran, dass seine Beteiligung am tödlichen Vorfall strafrechtlich aufgearbeitet wird, wie es weiter hieß. Jedoch wies der Richter die Zivilforderungen der Angehörigen ab. Zwar sei eine solidarische Haftung rechtlich möglich, in diesem Fall sei aber bereits der Mörder verurteilt und haftbar gemacht worden. Platz für solidarische Mithaftung gebe es nicht mehr.

Das Verfahren gegen den Haupttäter, der dem Opfer in der Auseinandersetzung die tödlichen Verletzungen zugefügt haben soll, ist noch am Appellationsgericht hängig. Er hat Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts angemeldet, wie es am Freitag hieß. Das Strafgericht hatte den Kroaten im Juni 2024 wegen Mordes schuldig gesprochen und eine Freiheitsstrafe von 19,5 Jahren sowie einen Landesverweis von zehn Jahren verhängt. Die Strafe war zugunsten eine stationären Maßnahme aufgeschoben worden.

Der Fall schlug in Basel hohe Wellen.

Der Fall schlug in Basel hohe Wellen. Das Lysbüchel-Areal war damals dank einer Zwischennutzung ein belebter Ausgangsort im Sommer. Der kroatische Staatsangehörige aus Zürich war dort auf einer Party mit drei Kollegen. Dabei trafen die vier auf eine andere Gruppe, die auf dem Lysbüchel-Areal einen Flohmarkt veranstaltete. Es kam es zu einer Auseinandersetzung und der Kroate stach mit einem Klappmesser auf den 27-Jährigen ein. Anschliessend flüchtete er. Für den niedergestochenen Mann kam jede Hilfe zu spät - er starb nach hohem Blutverlust.