Der Betreiber des Museums für Moped und Technikwelt, Herbert Riegger (hinten rechts), sieht mit seinen Vereinsmitgliedern Bernhard Kenk, Tobias Theel und Andre Braun (unten von links) die Zukunft am Standort Blumberg gefährdet. Foto: Hans Herrmann

Es gibt nur noch wenige Perspektiven. Jetzt hofft die Moped- und Technikwelt auf städtische Hilfe. Mehr als 2000 Exponate gibt es zu bestaunen.

Steht das am 4. Juli 2019 eröffnete Museum Moped und Technikwelt in Zollhaus, Schaffhauserstraße 21, vor dem Aus? Der Standortbetreiber und gleichzeitige Vorsitzende des beherbergten Vereins zur Erhaltung alter Gebrauchsgüter, Herbert Riegger, sieht für sein Lebenswerk nur noch wenige Perspektiven.

 

„Wenn sich nicht einiges ändert, sehen wir uns leider gezwungen, unser Museum im ehemaligen Pferdestall der Posthalterei Zollhaus in absehbarer Zeit aufzulösen“, ist beim 61-jährigen Sammler aus Leidenschaft deutlicher Frust zu verspüren.

Bessere Kooperation mit der Sauschwänzlebahn gewünscht

Er bemängelt die Akzeptanz und die für ihn nötige Zusammenarbeit mit der Stadt Blumberg. Auch könnte er sich eine bessere Kooperation mit der Sauschwänzlebahn vorstellen. Doch noch hofft er mit einem klärenden Gespräch auf ein besseres Miteinander. „Wir haben das Museum ohne große finanzielle Hilfe 2019 geöffnet. Corona und der Ukraine-Krieg haben uns empfindlich getroffen“, stellt Riegger weitere Gründe für die negative Entwicklung fest. Dabei verbirgt sich hinter seinem Museum für Moped und Technikwelt viel Potenzial.

Über 2000 Exponate aus verschiedenen Epochen sind zu bewundern. Nicht nur die Sammlung von rund 200 alten Mopeds, sondern auch viele weitere Bereiche wie alte Nähmaschinen, Schreibmaschinen, Radios und weitere zahlreiche Raritäten sind auf über 600 Quadratmeter verteilt. Weitere historische Gerätschaften ab dem 18. Jahrhundert ergänzen das Sammelsurium. Dazu ist im zweiten Stock des Gebäudes eine Erweiterung mit Motorrädern oder längst vergessener Technik geplant. Mit Fachwissen und Liebe zum Detail klärt Riegger bei den Führungen über die Historie unterschiedlichster Sammelstücke auf.

Hinter dem Eingang zum Museum für Moped und Technik verbirgt sich eine Vielzahl von Exponaten. Foto: Hans Herrmann

Gewölbekeller kann man mieten

Mit einer kleinen Gruppe vom Verein ist er täglich bei der Arbeit, um Verbesserungen in dem altertümlichen Gebäude zu realisieren. Mit Tobias Theel, Andre Braun und Bernhard Kenk wird er aktuell tatkräftig unterstützt. Die alten Gemäuer geben einiges her. Zwei rustikale Gewölbekeller können für Veranstaltungen gemietet werden. Neben der Ausstellung ist in der Moped- und Technikwelt viel geboten.

Zwei alte Gewölbekeller können im Museum für Moped und Technik auch für Veranstaltungen angemietet werden. Foto: Hans Herrmann

Ein Orbaphone aus dem Jahr 1870 sowie ein Diktaphone, als erste Diktier- und Aufnahmegeräte, gehören zu den Seltenheiten. Auch technische Raffinessen, mit denen der Hobby-Techniker Bernhard Kenk eine Blechbüchse über ein magnetischen Feld mit Lichtschranke frei schweben lässt, gibt es an allen Ecken und Enden. Riegger hofft, mit einem runden Tisch Zukunftslösungen zu finden. „Zuletzt konnten wir uns nur dank einiger Sponsoren über Wasser halten“, schildert er.

Gespräch ist schon anberaumt

Die Stadtverwaltung betrachtet die Lage differenzierter. Hauptamtsleiterin Nicole Schautzgy vertritt eine klare Meinung. „Wir behandeln den Verein wie jeden anderen Verein in Blumberg und versuchen, ihn bei seinen Tätigkeiten zu unterstützen. Das Moped- und Technikmuseum erhielt 2022 eine Vereinsförderung. Auch bei Flyern für Veranstaltungen sowie dem Werbeschild über der Eingangstür sind wir behilflich“, gibt sie bekannt. „Sobald Bürgermeister Markus Keller aus seinem Urlaub zurückkommt, wird bei dem bereits vereinbarten Termin ein klärendes Gespräch stattfinden“, informiert sie über die anstehende Kommunikation.

Das Museum

Der Besitzer der Moped- und Technikwelt,
Herbert Riegger, sammelte mit seinem Verein, der bereits 1995 gegründet wurde, viel Erfahrung. Nach dem Gründungsstandort in St. Blasien und Menzenschwand sowie einem Umzug nach Laufenburg war man von 2005 bis 2015 in Ühlingen. Mit dem Kauf des ehemaligen Pferdestalls der Posthalterei in Zollhaus ist man seit dem 4. Juli 2019 an dem neuen Standort präsent. Neue Mitglieder sind immer willkommen; Kontakt: Herbert Riegger, Telefon 0162/7 75 35 05. Führungen sind jederzeit möglich.