Die Talsohle scheint durchschritten: Herbert Riegger verzeichnet häufiger Besuche und Buchungen von Gruppen. Vor allem aus der Schweiz kommen Gäste. Und das Museum lockt mit neuen Exponaten.
Das Museum Moped- und Technikwelt in Blumberg-Zollhaus in der Schaffhauser Straße stößt auf ein wachsendes Interesse. Inhaber und Museumsleiter Herbert Riegger freut sich über steigende Besucherzahlen.
Auch zahlreiche Gruppen, unter anderem aus der grenznahen Schweiz, sind immer häufiger für eigene Veranstaltungen in den alten Gemäuern des ehemaligen Pferdestalls der Posthalterei Adler Post zu Besuch.
So fanden in diesem Jahr schon einige Treffen wie von einem Ape- oder Motorradclub im alten und immer kühlen Kellergewölbe des Gebäudes statt. Auch in seinem kleinen Verein zur Erhaltung alter Gebrauchsgegenstände stellt Vorsitzender Herbert Riegger eine steigende Zahl Interessierter fest.
„Wir sind nun 19 Mitglieder, die sich fast alle für die Erhaltung unserer Einrichtung aktiv einbringen“, freut er sich über jegliche Form von Unterstützung.
Sein Lebenswerk sieht er nun auf gutem Weg
Seit seinem 16. Lebensjahr frönt er seiner Leidenschaft mit der Sammlung von alter Technik. Nach mehreren Stationen von seiner Heimat St. Blasien über Laufenburg bis Ühlingen erwarb er 2019 das großzügige nostalgische Gebäude der Zollhauser Adler Post. Mit einigen Startschwierigkeiten – auch ihm machte die Corona-Pandemie das Leben schwer – sieht er nun sein Lebenswerk auf einem guten Weg.
Seit mehr als 40 Jahren frönt er seiner Leidenschaft
Seit mehr als 40 Jahren ist der Sammler auf der Jagd nach aussterbenden Technikgegenständen und schuf sich in den interessierten Kreisen eine großes Netzwerk. Immer wieder wird er von Besitzern alter Gegenstände kontaktiert und ihm werden echte Raritäten angeboten.
Aktuell ist eine funktionsfähige Dreschmaschine aus dem 19. Jahrhundert auf dem Weg in sein Sammelsurium. Besonders im Kreis Waldshut wird oft an ihn gedacht, wenn es um Sammlerstücke geht. „Nach der Auflösung einer über mehrere Generationen geführten Fahrschule wurden wir vor Kurzem mit einem im Original nachgebauten Minimodell eines Fahrschulmotors aus den 30er-Jahren bereichert. Hier musste noch bei der Führerscheinprüfung eine praktische Ausbildung an diesem technischen Wunderwerk absolviert werden“, beim Erzählen ist ihm die Begeisterung anzumerken.
Tausende Sammlerstücke gibt es zu bewundern
In den Räumen, in denen seine circa 300 Stücke große Mopedsammlung im Mittelpunkt steht, gibt es Tausende von Exponaten zu bewundern. Von Achilles bis Zündap sind fast alle Marken auch mit Sondermodellen vertreten. „Der Bezug zum alten Moped ist auch bei jungen Menschen wieder festzustellen“, freut sich Herbert Riegger über die Neugierde dieser Generation.
Verein plant den Ausbau des zweiten Stocks
Als nächstes Ziel hat sich der Verein den Ausbau des zweiten Stocks auf die Fahne geschrieben. Hier sollen besonders alte Radios, Fernseher oder Fernmelder bis zu landwirtschaftlichen Geräten oder Badehistorie zur Schau gestellt werden. Seine Mopedwelt mit Modellen aus den 50er-Jahren soll hier ebenfalls ihren Platz finden. Die mechanischen Wunder aus vergangenen Jahrzehnten für die Nachwelt zu erhalten, ist die Prämisse des Vereins. Immer wieder kommen spontane Besucher. Bei unserem Gespräch taucht ein Ehepaar aus Finnland mit Fahrrädern auf und der Inhaber gibt eine Führung außerhalb der Öffnungszeiten.
Das Museum ist Herbert Rieggers Leidenschaft. Dafür ist ihm kein Einsatz zu viel.
In den Kellergewölben kann auch gefeiert werden
Gerne verweist er auch auf die Möglichkeit, in den original erhaltenen Kellergewölben zu feiern. „Von Familienfeiern bis Klassentreffen sind in den sauber geführten Bruchsteinräumen sämtliche Festlichkeiten möglich“, weist er auf die Nutzung hin, deren Nachfrage steigt. Vor allem das Schweizer Publikum hat seine Schatztruhe entdeckt und bringt verstärkt Leben in die Museumsräume.
Mercedes Oldtimer-Club plant 2025 ein Treffen
„Ich freue mich schon auf den Mai 2025. Hier hat sich ein Mercedes Oldtimer-Club mit insgesamt 30 Fahrzeugen aus der Schweiz für einen längeren Besuch angemeldet“, schaut er nicht nur aufgrund dieser Nachfrage optimistisch nach vorn. „Wir wollen die alte Technik unbedingt am Leben erhalten“, ist auch aus dem Kreis der anderen Vereinsmitglieder zu hören.
110 Jahre Geschichte
Die Sammlung
Auf dem mehr als 1000 Quadratmeter großen Gelände des Museums Moped- und Technikwelt Blumberg im Ortsteil Zollhaus ist eine gigantische Sammlung von Fahrzeugen und Gebrauchsgegenständen aus den Jahren 1870 bis 1980 zu finden. Die Ästhetik der musealen Gegenstände weckt die Vorstellungskraft der Betrachter. Die Besucher fühlen sich in vergangene Epochen zurückversetzt. Die technische Seite der Zeitgeschichte entfaltet sich hier vor den Gästen. Vor allem das Wirtschaftswunder in Deutschland mit der rasanten Entwicklung der Annehmlichkeiten wird hier durch zahlreiche praktische Beispiele nähergebracht. Dafür bieten die ehemaligen Stallungen der Adler Post aus dem Jahr 1734 ein ideales Ambiente. Sehenswert sind auch die Gewölbekeller, die nicht nur für außergewöhnliche Anlässe einen besonderen Rahmen bieten. Kontakt im Internet unter www.moped-technikwelt-blumberg.de oder per E-Mail an die Adresse moped.spezi@web.de.