Acht lange Jahre wird in Rottweil schon über die Realisierung eines Mountainbike-Trails debattiert. Nun, wo der Schneelaufverein die Zügel in die Hand nimmt, gab’s die Chance einen Knopf an die Sache zu machen.
Der Wille ist da, die Man-Power auch – nur die Kosten hätten dem Mountainbike-Trail noch zum Sargnagel werden können. Dank zweier Sponsoren und dem Willen des Kultur-, Sozial- und Verwaltungsausschusses, dem Vorhaben nun endlich den nötigen finanziellen Anstubser zu geben, kann mit dem Bau der Downhill-Strecke an der Roten Steige noch in diesem Herbst begonnen werden.
Verantwortlicher Verein ist der Schneelaufverein Rottweil. Der möchte künftig mit der neuen Radsparte Ganzjahresverein werden. Diese hat mittlerweile 40 Mitglieder und zwei Radtreffgruppen.
Der Antrag auf Aufnahme in den Radsportverband sei bereits gestellt, wie Christof Burkard von der Radsparte des Vereins im Ausschuss berichtete.
Verein will loslegen
Burkard war es auch, der den Räten berichtete, wie weit die Planungen von Vereinsseite aus bereits gediehen sind. „Konkret auf das Projekt bezogen haben wir weiter geplant, weiter entwickelt, Gespräche gehabt mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Forst.“ Dabei sei es bereits um Dinge wie Ausgleichsmaßnahmen gegangen.
Bei einem Ja des Ausschusses zum Projekt könnte der Verein ohne Verzögerungen im Herbst starten. „Sonst geht uns die Puste aus“, so Burkard. Jetzt habe man den Spirit. Bei einem Nein gehe Erstens das Geld aus und Zweitens seien die Leute dann enttäuscht. Und ob die Projektpartner bei einer Ehrenrunde noch an Bord sein werden? Ungewiss. Oberbürgermeister Christian Ruf jedenfalls machte klar: „Wenn wir uns neue Projektpartner suchen müssen, dann muss ich dieses Buch schließen und wahrscheinlich auch nicht mehr öffnen.“
Das Geld jedenfalls ist da: Für die Mountainbike-Strecke wurden im Haushalt 2024 200 000 Euro bereitgestellt und mit einem Sperrvermerk versehen. In Sachen Fördermittel hatte Bürgermeisterin Ines Geahn nicht die erhofften Nachrichten. Geprüft worden war eine Förderung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz über den Fördertopf „Nachhaltige Waldwirtschaft“. Den Topf gibt es zwar und auch eine Antragstellung ist möglich, allerdings gibt es keine Mittelfreigabe und geprüfte Anträge werden nicht bewilligt.
Fördertopf ohne Förderung
Ob man am Ende mit einer Förderung besser dastehe, sei ohnehin fraglich, so Gaehn, denn für eine solche müsse ein externer Fachplaner beauftragt werden, eventuell eine beschränkte Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb erfolgen, was wiederum mehr Aufwand für die Stadtverwaltung und Planungskosten bedeute.
Und so rechnete die Verwaltung vor, dass man bei einer hypothetischen Fördersumme von 69 620 Euro unterm Strich aber höchstens 26 620 Euro einspare.
Ohne Förderung rechnet die Verwaltung mit Kosten für den Mountainbike-Trail in Höhe von 173 568 Euro. Für den Unterhalt werden jährlich 3000 Euro festgesetzt, plus gegebenenfalls Geräteeinsätze durch den Betriebshof von 1000 Euro. Für die Mountainbike-Strecke konnte der Schneelaufverein bereits Sponsoren werben, die 20 000 Euro zuschießen.
Vor diesem Hintergrund schlug die Verwaltung dann auch eine Realisierung ohne Förderung vor. Schließlich könne die vorhandene Expertise des Schneelaufvereins genutzt werden, um das Projekt zeitnah, wirtschaftlich und effizient umzusetzen.
Freude und Bedenken
Während sich bei der CDU vor allem Freude regte – Ralf Banholzer: „Wir sind dankbar, dass sich der Schneelaufverein engagiert“ – und auch die Grünen den Beschluss begrüßten – Hubert Nowack: „Man kann das Engagement nicht hoch genug würdigen“ – war die Fraktion aus SPD und FFR gespalten. Arved Sassnick erklärte: „Wir haben Stimmen, denen die Strecke zu teuer ist und die den touristischen Mehrwert nicht sehen.“ Am Ende stimmten zwölf Räte für und zwei gegen die Umsetzung des Mountainbike-Trails. Eine Ratin enthielt sich.
„Man sollte auf der Schussfahrt nicht wenden“, hatte zuvor Hans-Peter Alf (CDU) für die rasche Umsetzung des Projekts geworben. Dies kann nun geschehen. Angang Oktober geht’s los. Eine Eröffnung des ersten Bauabschnitts ist für Frühjahr 2025 vorgesehen.