In vielen Villinger Haushalten war am Montagmorgen ganz früh die Nacht vorbei. Schließlich waren diesmal nicht einfach nur Jeans und Pulli anzuziehen, sondern für den Fasnetmentig ein aufwendiges, historisches Häs.
„Wa trummlet au und bloset?“ fragt man sich im Villinger Schunkellied. Die Stadt- und Bürgerwehrmusik führte unter ihrem neuen Dirigenten Thomas Scheiflinger am frühen Montagmorgen den Historischen Umzug an.
„In älle Gäßli und Stroße, de Fasnet-Goascht isch wach“. Und zwar eine Viertelstunde früher als bisher, hatte die Narrozunft doch eine immens große Zahl an Hästrägern zu erwarten.
Die waren indes nicht die Allerersten, denn – „kon Mensch ka sich meh halte und älles spritzt us em Bett“ – der Katzenmusikverein „Miau“ hatte sich bereits um 8 Uhr mit dem Generalwagen, Trommlern in drei Größen, mit kleinen und großen Glonkinchen und Majoretten, der Gruppe „Katzenrolli“ und der Katzenpolizei sowie den wieder aufwendig gestalteten Themenwagen auf die Pfoten gemacht.
Dem herrlichen Bild der vielen Maschgere konnte sich hernach kaum einer der zu früher und zunächst noch eiskalter Stunde schon reichlich anwesenden Zuschauer am Straßenrand entziehen.
Freude und Liebe zur Fasnet
„De Villinger Narro, de Hansel, isch des nit e herrliche Pracht? Wie er am Mentig-Morge bim Umzug so stolz goht durch d’ Stadt“ – die Narros, Surhebl, Morbilis und Alt-Villingerinnen mit und ohne Scheme und Chaise, schön anzusehen, bildeten bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein die Freude an und die Liebe zur Villinger Fasnet ab.
„Wer kunnt au dert im Blauhemd mit Goaßl und mit Zwick? De Butzesel mit siine Triiber, er zieht en Riesascht mit“, heißt es im Lied weiter. Vier Gruppen – je ein mit Würsten behängter Esel und eine Schar von Aufpassern – schlenderten, rannten und pfitzten durch die frühmorgendlichen Straßen.
Die Schönsten zum Schluss
„Am Schluss no kummet die Schönschte“ – die Wueschte mit ihren strohgefüllten Hosen ließen sich nicht lange um „Strießle“ bitten, die in manchem Zuschauer-Ausschnitt landeten. Das war dann aber doch nicht der Schluss, denn die Fußgängergruppen und Wagen der Katzenmusik gaben sich noch einmal die Ehre und so kamen auch die Langschläfer im Publikum auf ihre Kosten. Und wie in jedem Jahr folgten schließlich die Südstadtclowns, warfen mit „Heidi Heida“ Malzer und Konfetti und leiteten an diesem Fasnetsmentig über zum Flanieren und Schauen, zum Strählen und Strählenlassen.
Ein weiteres Mal schwelgen in Tradition und Brauchtum konnte man beim Maschgerelauf am frühen Nachmittag.
Am Dienstag großer Umzug
Wie heißt es doch in einem Lied der legendären Spittelsänger: „Und a iisere Fasnet, jo do isch halt ebbs los, du kasch es probiere, du kunnsch nimme los“. Davon kann man sich an diesem Dienstag noch einmal überzeugen lassen. Um 13.30 Uhr startet in der Niederen Straße am Amtsgericht in Villingen der Große Umzug.