Die Landesforstverwaltung würde die zwischen Altensteig und Ebhausen gelegene Monhardter Wasserstube am liebsten abreißen. Diese Einstellung wurde in der jüngsten Sitzung des Altensteiger Gemeinderats scharf kritisiert. Foto: Köncke

Die Monhardter Wasserstube wird saniert. Das Land beteiligt sich einmalig mit 50.000 Euro an dem Projekt. Der Gemeinderat Altensteig stimmte der Vereinbarung zu und übte in der jüngsten Sitzung scharfe Kritik an der Staatsforstverwaltung.

Altensteig - Stadtrat Dieter Renz nennt das Verhalten der Behörde "beschämend". Für Tobias Schmid ist es "unsäglich" und für Bürgermeister Gerhard Feeß "ein Unding", dass der Staatsforst das sanierungsbedürftige, in den Jahren 1985 bis 1987 wiedererrichtete, forsthistorische Bauwerk am liebsten abreißen würde und sich "nach zähen Verhandlungen" lediglich dazu bereit erklärt habe, 50 000 Euro für eingesparte Abbruchkosten zu überweisen.

Die Monhardter Wasserstube zwischen Altensteig und Ebhausen ist für den Altensteiger Rathauschef ein sichtbares Zeichen, wie im nördlichen Schwarzwald früher die Waldwirtschaft betrieben wurde. Solch eine Anlage einfach aufzugeben, sei nicht zu verantworten. Man werde sich nicht von einer Landesbehörde "erwürgen lassen", sondern das Heft des Handels in die Hand nehmen.

Freilichtmuseum und kein Aussichtsturm

Auch Stadtrat Tobias Schmid hat kein Verständnis für die Reaktion der übergeordneten Behörde. Die Wasserstube sei kein Aussichtsturm, sondern ein Freilichtmuseum, das erhalten und instandgesetzt werden müsse. Ursula Utters war der gleichen Auffassung. Das Schauobjekt sei ein Teil der Geschichte Altensteigs. "Und wir stehen zu unserer Kultur", fügte ein sichtlich verärgerter Bürgermeister hinzu.

In der Sitzung wurde außerdem bekanntgegeben, dass der Naturpark einen Sanierungszuschuss von 87.000 Euro gewährt. Die notwendigen Bauarbeiten sind inzwischen ausgeschrieben worden.

In der Vereinbarung ist geregelt, dass die Monhardter Wasserstube mit allen Rechten und Pflichten vom Land Baden-Württemberg an die Stadt Altensteig übertragen wird, dass das Land einen einmaligen Zuschuss von 50.000 Euro leistet und die Kommune sich im Gegenzug verpflichtet, die Landesforstverwaltung von allen Ansprüchen freizustellen, die sich aus dem Bestand und Betrieb der Anlage ergeben.

Das Relikt aus der Zeit der Flößerei wurde vor rund 35 Jahren nach Plänen aus dem Jahr 1883 originalgetreu restauriert und soll daran erinnern, wie früher Wasserstraßen genutzt und große Mengen Holz aus dem Schwarzwald in entfernte Gebiete transportiert wurden. Die Flößerzunft Oberes Nagoldtal hat 1992 nebenan einen Wiedeofen gebaut. Damit ist es möglich, aus fünf Meter langen Stangen elastische Holzseile zu drehen, wie sie früher zum Einbinden der Flöße verwendet wurden.

Das Freilichtmuseum ist ein touristischer Anziehungspunkt. Alle zwei Jahre feiert die Flößerzunft Oberes Nagoldtal ein großes Flößerfest mit einer historischen Floßfahrt als Höhepunkt.

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