Bei der Hauptversammlung der Organisierten Nachbarschafts- und Altenhilfe Gutach wurde klar: Es fehlt an Helfern und an Geld. Denn drei Helferinnen kündigten im vergangenen Jahr und es wurden Nachzahlungen an die Knappschaft fällig.
„Das Jahr 2024 lief anfangs prächtig“, begann Einsatzleiter Horst Hennig seinen Bericht. Doch dann kamen Probleme. Zunächst kündigten drei Helferinnen – die Anfrage nach Hilfe ist aber nach wie vor groß.
Hilfebedürftigen muss abgesagt werden oder sie kommen auf eine Warteliste. Es gebe auch Anfragen aus anderen Gemeinden, das könne jedoch nicht geleistet werden. „Wir könnten zwei oder drei weitere Leute brachen“, so Hennig. Momentan gebe es zehn Helfer, im Jahr 2024 wurden 731 Stunden geleistet und im Fahrdienst 4121 Kilometer zurückgelegt.
Ein zweites, mindestens genau so großes Problem wurde beim Bericht von Kassiererin Deborah Wolf deutlich: Eine Sozialversicherungsprüfung ergab, das der Verein eine Nachzahlung von 5000 Euro für die vergangenen Jahre an die Knappschaft leisten muss.
Dei Helfer werden nur noch mit Minijobs angemeldet
Die Helfer hatten pauschal nach einer Übungsleiterpauschale 3000 Euro im Jahr bekommen, nun wurde deutlich, dass sie nur nach einer Ehrenamtspauschale von 840 Euro hätten bezahlt werden dürfen. Sie müssen nun auf Minijob-Basis angestellt werden, monatliche Lohnabrechnungen müssen geschrieben und ein Steuerberater bezahlt werden, erklärte Steuerfachmann Patrick Moser. Außerdem werde dafür professionelle Software benötigt.
Den Verein gebe es schon lange, es sei nie etwas bemängelt worden, hieß es. „Die Ersparnisse schmelzen rasant, wenn es so weiter geht, gibt es den Verein nur noch fünf Jahre“, machte Wolff deutlich. Gegenmaßnahmen sind die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von 24 auf 27 Euro pro Jahr und des Stundensatz für die Helfer von 14 auf 18 Euro. Sie bekommen jedoch statt bisher 40 Cent pro Kilometer im Fahrdienst nur noch 30 Cent. Dem stimmten die Mitglieder einhellig zu.
Neu im Vorstand ist Jürgen Bärmann. Er ist gesetzlicher Betreuer für 27 Menschen und hat sich ein großes Netzwerk aufgebaut. „Deine Erfahrung kann man nicht mit Gold aufwiegen“, kommentierte das Bürgermeister Siegfried Eckert.
Zusätzliche Möglichkeiten
Bärbel Zacharias-Pohlmann von der evangelischen Kirchengemeinde machte darauf aufmerksam, dass die Hilfebedürftigen, die in die Pflegestufe 1 eingestuft wurden, 131 Euro pro Monat bekommen, die auch für die Nachbarschaftshilfe eingesetzt werden könne, beispielsweise für Hilfe im Haushalt, bei der Gartenarbeit oder bei der Begleitung zum Arztbesuch. Renate Wöhrle schlug vor, mit Gerichten Kontakt aufzunehmen um demnächst davon zu profitieren, wenn Angeklagte dazu verurteilt wurden, Tagessätze für gemeinnützige Organisationen zu spenden. Bürgermeister Siegfried Eckert brachte die Bürgerstiftung ins Spiel, bei der man einen Antrag auf Unterstützung stellen könne.