Der Mötzinger Gemeinderat informierte sich über die Situation des Unternehmens Rolf Benz. Foto: Torsten Melzer

Der Gemeinderat Mötzingen hat das Unternehmen Rolf Benz besucht.

Im Nagolder Showroom nahmen Vorstandssprecher Jürgen Mauß und Vorstandsmitglied Jens Hofmann sich einen ganzen Abend Zeit, um den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten einen umfassenden und offenen Einblick in die aktuelle Situation des Unternehmens, das Produktportfolio sowie die strategische Entwicklung der Marke Rolf Benz zu geben. Auch die Situation des Mötzinger Produktionsstandorts kam zur Sprache.

 

Im Mittelpunkt stand die besondere Wertschöpfungstiefe des Unternehmens. Rolf Benz produziert seine Möbel vollstufig – vom Holzgestell bis zur letzten Naht – in Deutschland. Die Fertigung ist stark handwerklich geprägt, jedes Möbelstück wird individuell gefertigt und unterscheidet sich in Details, Ausführung und Gestaltung.

Ergänzt wird dies durch eine eigene Produktentwicklung sowie die enge Zusammenarbeit mit zahlreichen externen Designerinnen und Designern, die maßgeblich zur gestalterischen Weiterentwicklung und zur klaren Designhandschrift der Marke beitragen.

Kerngeschäft in Europa

Deutlich wurde auch die wirtschaftliche Einordnung der vergangenen Jahre: Nach einem spürbaren Auftragsplus während der Corona-Zeit sieht sich das Unternehmen – wie viele Betriebe der Branche –nun mit herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Dazu zählen insbesondere stark gestiegene Materialkosten sowie eine rückläufige Nachfrage infolge geringerer privater Bautätigkeit und weniger Umzügen, die einen Möbelkauf auslösen würden.

Die Produktionszahlen liegen daher deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. Das Kerngeschäft von Rolf Benz liegt weiterhin klar in Europa, wo rund 85 Prozent des Absatzes erzielt werden. Trotz der Übernahme durch einen strategischen chinesischen Investor im Jahr 2018 konnte der chinesische Markt aus unterschiedlichen Gründen bislang kein relevanter Absatzmarkt werden.

Als wachsendes Zukunftsfeld wurde insbesondere das so genannte Contract-Geschäft hervorgehoben. Dabei beliefert Rolf Benz unter anderem Hotels, Stadien, Business-Lounges, Suiten und Kreuzfahrtschiffe – Bereiche, in denen individuelle Lösungen, Qualität und Designkompetenz eine zentrale Rolle spielen. Die Allianz-Arena, das Weser-Stadion und zahlreiche namhafte Hotels zeugen von spannenden Ausstattungsprojekten.

Ausbildung genießt hohen Stellenwert

Große Bedeutung misst das Unternehmen zudem der Ausbildung bei. Rolf Benz bildet unter anderem Polster- und Dekorationsnäher und -näherinnen, Raumausstatter sowie kaufmännische Berufe aus und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Weitergabe handwerklicher Kompetenzen.

Mit momentan rund 330 Beschäftigten ist Rolf Benz ein bedeutender Arbeitgeber und prägt den Wirtschaftsstandort Mötzingen nachhaltig.

Für den Gemeinderat Mötzingen und Bürgermeister Benjamin Finis ist es ein zentrales Anliegen, den örtlichen Gewerbetreibenden auf Augenhöhe zu begegnen, ihre Leistungen zu würdigen und den direkten Austausch zu suchen. „Unternehmensbesuche wie dieser tragen dazu bei, wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und den Dialog zwischen Kommune und Unternehmen zu stärken – auch mit Blick auf kommende Herausforderungen“, ist sich der Bürgermeister sicher, dass die Zeit gut investiert ist.

Der Abend war geprägt von vertraulicher Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung. Gemeinderat und Bürgermeister bedanken sich bei der Unternehmensleitung für die gewährten Einblicke und das konstruktive Gespräch.