Die Krippe "Spatzennest" in Mötzingen: Für alle Kindertageseinrichtungen der Gemeinde gibt es jetzt ein Leitbild und eine Satzung.Foto: Zabota Foto: Schwarzwälder Bote

Betreuung: Mötzinger Gemeinderat beschließt neues Leitbild

Mötzingen. Der Gemeinderat von Mötzingen hat bei seiner Sitzung am Dienstag einstimmig ein neues Leitbild und eine neue Satzung für die Kindertageseinrichtungen beschlossen. Im Anhang der Satzung: das Gebührenverzeichnis mit moderat erhöhten Elternbeiträgen.

"Die Bedürfnisse und das Wohl des Kindes bilden den Mittelpunkt unseres Tuns und Wirkens." Dieser Satz steht im sogenannten "Leitbild" für die Kindertageseinrichtungen der Gemeinde Mötzingen. Ganz neu ist das Leitbild freilich nicht. Die bisherige Fassung stammt aus dem Jahr 2006.

Erhöhung pauschal um 2,9 Prozent

Neue Gegebenheiten wie der Auszug der Kindergruppen in die eigene Krippe "Spatzennest" und der Interimskindergarten "Villa Pusteblume" sowie rechtliche Änderungen haben eine Aktualisierung erfordert. Dieser Prozess startete bereits 2017. Beteiligt waren, Vertreter der Kommune, der Eltern, pädagogische Fachkräfte und eine auf solche Konzepte spezialisierte Referentin. Das Leitbild vermittelt, auf welchen Werten Kinderbetreuung in der Gäugemeinde basiert.

In der Satzung, die neu ist, sind jetzt die eher organisatorischen Dinge geregelt. Vom Anmeldevorgang über die Regelungen des Betreuungsverhältnisses bis hin zur Kündigung.

Alles in allem hatten die Damen und Herren des Gemeinderates einen dicken Packen Papier vor sich. Im Anhang der Satzung findet sich das Gebührenverzeichnis. Es heißt, höhere Personal- und Sachkosten, aber auch weniger Einnahmen durch die Corona-Pandemie hätten finanziell zu Buche geschlagen. Und zwar landauf, landab: Daher haben sich der Städte- und Gemeindetag sowie die Kirchenleitungen auf die Empfehlung verständigt, die Kostensteigerungen teilweise auf die Elternbeiträge umzulegen. Konkret bedeutet das eine Erhöhung um pauschal 2,9 Prozent für alle Betreuungsmodelle vom 1. September 2021 an. Über Leitbild, Satzung und Gebühren haben die Mitglieder des Gemeinderats getrennt abgestimmt und jeweils einstimmig beschlossen.

Die Eltern müssen also etwas mehr zahlen. Ein Beispiel: Geht ein Elternteil einer Halbtagsbeschäftigung nach und gibt ein Kind im Alter von null bis drei Jahren für 19 bis 22 Stunden pro Woche in die Betreuung (Stufe 4), so kostet das künftig 225 Euro im Monat. Bisher waren es 219 Euro. Wobei sich die Gemeinde Mötzingen dem Modell des Landkreises Böblingen angeschlossen hat.

Investitionen in die Zukunft

Bürgermeister Marcel Hagenlocher wies darauf hin, dass die Gemeinde dieses Jahr rund 2,3 Millionen Euro für die Kindertageseinrichtungen aufwenden wird. Dem stünden ein Landeszuschuss von 669 000 Euro und Elternbeiträge in Höhe von rund 200 000 Euro gegenüber. Also kosteten Kindergarten und Kita die Gemeinde rund 1,5 Millionen Euro. Gemeinderatsmitglied Rainer Stefanek war allerdings der Ansicht, man könne nicht sagen: "Die Kinder kosten uns Geld." Er sehe das eher als Investitionen in die Zukunft.

Insgesamt handelte es sich um eine eher ruhige Gemeinderatssitzung. Wenige Bausachen und eine Fragestunde für Bürgerinnen und Bürger, von denen einer wissen wollte, wie es um die Abführung von Oberflächenwasser bei Starkregen bestellt sei. Es gebe ein funktionierendes Rückhaltesystem, antwortete Bürgermeister Hagenlocher.

Auf der Tagesordnung schließlich noch die Spenden an die Gemeinde, wobei der Gemeinderat, beschließen muss, ob die jeweilige Spende angenommen werden darf. So konnten im ersten Halbjahr 2021 genau 596,32 Euro in die Gemeindekasse fließen, darunter die Sachspende eines Obstbaubetriebes für die Kindergärten.

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